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Ambührens Dicker Stein ist ein "Nationaler Geotop"

Die Akademie für Geowissenschaften und Geotechnologie hat den Findling als Denkmal ausgezeichnet. Der Stein war nach der Eiszeit vor 20.000 Jahren nach Ambühren gerollt.

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Hüter des "Dicken Steins" ist der Vorstand des Denkmalvereins Ambühren-Schmertheim: (von links) Josef Pleuter (Vorsitzender), Hubert Lohmann (Vertrauensmann Schmertheim), Walter Moormann (Vertrauensmann Ambühren), Johannes Lameyer (Finanzen), Josef Westerkamp (Denkmalpfleger) und Klaus-Dieter Ackmann (stellvertretender Vorsitzender).   Foto: Heidkamp

Hüter des "Dicken Steins" ist der Vorstand des Denkmalvereins Ambühren-Schmertheim: (von links) Josef Pleuter (Vorsitzender), Hubert Lohmann (Vertrauensmann Schmertheim), Walter Moormann (Vertrauensmann Ambühren), Johannes Lameyer (Finanzen), Josef Westerkamp (Denkmalpfleger) und Klaus-Dieter Ackmann (stellvertretender Vorsitzender).   Foto: Heidkamp

Dicke Steine sind ja im Grunde nichts Ungewöhnliches. Der in Ambühren im Jahre 1908 aufgetauchte Findling jedoch kann sich nicht nur sehen lassen, sondern gehört zum erlauchten Kreis der über 100 schwersten je in Deutschland gefundenen Steine aus der Eiszeit. Und dieses hat der Denkmalverein Ambühren-Schmertheim jetzt auch schriftlich bestätigt bekommen.

"Die Akademie für Geowissenschaften und Geotechnologien verleiht auf Vorschlag der Staatlichen Geologischen Dienste den Geschieben Giebichenstein und Dicken Stein in Ambühren das Prädikat Nationaler Geotop" heißt es in der Urkunde. Und der Verein ist stolz auf diese Auszeichnung. "Wir sind auffällig geworden", freut sich der Vorsitzende, Josef Pleuter über die Auszeichnung. "Sie ist gleichzeitig eine Würdigung und Anerkennung der Arbeit des Vereins, der 2027 sein 100-jähriges Jubiläum feiert", erklärt der stellvertretende Vorsitzende, Klaus-Dieter Ackmann.

Der Denkmalsverein Ambühren-Schmertheim ist jetzt dazu berechtigt, das Objekt als "Nationalen Geotop" auszuweisen und das dazugehörige Logo auf Beschilderungen, Broschüren und Veröffentlichungen zu verwenden.

Ein langer Prozess: Nach 6 Monaten hatten es die Bewohner geschafft, den Stein aus der Erde zu befreien und an seinen jetzigen Platz zu hieven. Foto: Denkmalverein Ambühren-SchmertheimEin langer Prozess: Nach 6 Monaten hatten es die Bewohner geschafft, den Stein aus der Erde zu befreien und an seinen jetzigen Platz zu hieven. Foto: Denkmalverein Ambühren-Schmertheim

Erste Berührung mit Findling gab es 1908

Über 125 Tonnen wiegt der Koloss aus feinkörnigem norwegischen Granit, der während der Eiszeit vor 20.000 Jahren bis nach Ambühren gerollt war. Als das Eis dann schmolz, blieb er in Sand und Kies in einer Niederung der Soeste unterhalb der Erdoberfläche liegen.

Die erste Berührung mit dem Findling gab es 1908, als bei der Beackerung des Feldes von Drechsler und Schreiner Hermann König der Pflug auf die 4 mal 4 Meter große Steinoberfläche traf. Da der Stein beim Pflügen doch sehr lästig war, entschieden die Dorfbewohner aus Ambühren und Schmertheim nach einer Versammlung im Jahr 1924, die Steinoberfläche freizulegen. Und das nicht ohne Grund, wurden doch wertvolle Schätze aus alter Zeit oder aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges (1618 bis 1648) in unmittelbarer Nähe des Steins vermutet.

Eines ist sicher: Den Stein klaut keiner

Große Unterstützung gab es durch die Stadt Cloppenburg. Im Rahmen der Dorferneuerung 1999 wurden Stein und Aufgang renoviert, ebenso eine feste Zuwegung angelegt. Dazu mussten Liegenschaften von der Stadt Cloppenburg aufgekauft werden. "Das Denkmal ist der Stadt Cloppenburg sehr viel wert gewesen", so Klaus-Dieter Ackmann. Verantwortlich für die Pflege der Anlage ist Josef Westerkamp. Regelmäßig kommt der Rentner und sorgt mit Laubharke und Dreizink-Hacke dafür, dass die Anlage sauber und gepflegt ist. Auf eines kann er sich aber fest verlassen: "Den Stein klaut uns keiner."

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