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Alzheimer-Gesellschaft gründet Gesprächskreis

Das Treffen ist für Angehörige von Demenzpatienten gedacht. Es soll vor allem Unterstützung und Tipps für den Alltag bringen.

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Hat sich ganz dem Thema Demenz gewidmet: Beate Langhorst ist Krankenschwester und Gerontologin. Foto: Bernhardt

Hat sich ganz dem Thema Demenz gewidmet: Beate Langhorst ist Krankenschwester und Gerontologin. Foto: Bernhardt

Premiere am Donnerstag: Zum ersten Mal soll sich dann der neue Gesprächskreis der Alzheimer-Gesellschaft Lohne/Dinklage (AGLD) treffen. Die Idee: Angehörige von Demenpatienten sollen sich austauschen können.

"Viel zu selten spricht man über die Krankheit. Sie ist noch ein Tabuthema in unserer Gesellschaft. Doch besonders die Kommunikation ist sehr wichtig für die Angehörigen", sagt Beate Langhorst. Die 38-Jährige ist Projektkoordinatorin des Kompetenzzentrums Demenz am Lohner St. Franziskus-Hospital und Vorstandsmitglied der AGLD.

Mit der Gründung des Gesprächskreises will Langhorst nun dem Schweigen entgegentreten. Die Treffen sollen an jedem dritten Donnerstag des Monats von 14 bis 15.30 Uhr in den Räumen des Seniorentreffpunktes in Lohne stattfinden. Finanziert wird das Angebot dabei vom Kompetenzzentrum Demenz des St. Franziskus-Hospitals Lohne und der Alzheimer-Gesellschaft. 

Laut Prognosen wird die Anzahl an Demenz-Erkrankten steigen

Die gebürtige Bakumerin ist Fachkrankenschwester auf der Intensivstation in Vechta und hat Gerontologie – auch Alterswissenschaft genannt – studiert. Sie bietet Beratung rund um das Thema Demenz an. Dabei sei sie oft gefragt worden, ob es eine Möglichkeit gebe, mit anderen Familien in Kontakt zu treten, erzählt Langhorst. So sei sie auf die Idee gekommen, einen Gesprächskreis zu gründen. "Keiner der Betroffenen hat sich getraut eine Gruppe zu gründen. Deshalb habe ich das in die Hand genommen", erzählt Beate Langhorst.

Nach Prognosen der Deutschen Alzheimer Gesellschaft könnte die Anzahl demenzkranker Menschen in Deutschland bis zum Jahr 2050 auf rund 2,35 Millionen ansteigen. Im Jahr 2018 wurden bundesweit 1,53 Millionen Demenzkranke gezählt – rund zwei Drittel von ihnen litt unter einer Alzheimer-Erkrankung. Der prognostizierte Anstieg lässt sich demnach auf das steigende Durchschnittsalter zurückführen. Deshalb sei es wichtig Orte zur Unterstützung zu schaffen. "Die Treffen können auch eine Auszeit für die Angehörigen sein. Ich stehe immer für Fragen zur Verfügung. Wichtig ist: Je mehr man weiß, desto weniger Angst hat man auch", sagt die Bakumerin.

Corona stellte die Angehörigen vor neue Herausforderungen

Die Corona-Pandemie habe laut Langhorst besonders klargemacht, wie wichtig Möglichkeiten dieser Art für die Angehörigen seien. "Durch den Wegfall von Tagespfleger und Ehrenamtlichen mussten die Familienmitglieder noch mehr Zeit finden, um sich um die Erkrankten zu kümmern. Dies ist eine echte Herausforderung neben der Arbeit und den alltäglichen Aufgaben des Lebens", sagt die Krankenschwester. Das langfristige Ziel des Gesprächskreises sei eine Art Selbsthilfegruppe zu schaffen, welche sich regelmäßig treffen kann.

Info: Interessierte bittet die Alzheimergesellschaft aufgrund der Corona-Pandemie um eine Anmeldung für das Treffen unter der Telefonnummer 04442/81230 oder per E-Mail an kompetenzzentrum-demenz@kh-lohne.de.

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