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Altbürgermeister Möller und Pastor Börner rufen zu Spenden in Gottesdiensten auf

Die Not ist groß, ebenso das Gefühl der Hilflosigkeit. Möller und Börner wollen nun mittels der Kollekten in den Gottesdiensten Geld für ukrainische Flüchtlinge sammeln.

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Ein Bild von ukrainischen Studenten: Pastor Uwe Börner (rechts) und Ludger Möller rufen gemeinsam dazu auf, in den Gottesdiensten für die Ukraine zu spenden.   Foto: Hoff

Ein Bild von ukrainischen Studenten: Pastor Uwe Börner (rechts) und Ludger Möller rufen gemeinsam dazu auf, in den Gottesdiensten für die Ukraine zu spenden.   Foto: Hoff

Die Hilfsbereitschaft gegenüber den Menschen in der Ukraine ist groß – auch in Molbergen. Viele wollen spenden. Die katholische Kirchengemeinde St. Johannes Baptist Molbergen wird daher in allen Gottesdiensten an diesem Wochenende (12./13. März) eine Kollekte zugunsten ukrainischer Flüchtlinge abhalten.

"Gerade durch den engen Kontakt zu dem ukrainischen Künstler Ivan Hutsul, der hier seit Jahren in Molbergen Sommerakademien mit Studenten aus Kiew anbietet, fühlt man sich anders betroffen. Wir bekommen das Leid hautnah und ungefiltert mit. Nadja Kurz vom Heimatverein der Deutschen aus Russland, die sich aktuell auch sehr engagiert, bekommt täglich einen Bericht von der Situation vor Ort", sagt Pastor Uwe Börner.

"Eine Situation, die nach zwei Weltkriegen im 21. Jahrhundert in Europa unvorstellbar sein sollte."Pastor Uwe Börner

Er selbst habe mal von den Studenten ein großes Bild zum Geburtstag geschenkt bekommen, das die Molberger Pfarrkirche abbildet und jetzt auf dem Flur vor dem Pfarrbüro hänge. "Ich habe den Kontakt mit den jungen und kreativen Studenten als so positiv wahrgenommen, sie waren begeistert von Europa und dem damit verbundenen Frieden", erzählt der Geistliche. Umso schmerzhafter sei es, jetzt zu sehen, dass eine wichtige Grenze überschritten worden sei. "Was wird aus den jungen Leuten, die jetzt in den Krieg ziehen müssen?", fragt sich Börner. Die Ukrainer müssten sich wehren, sie hätten gar keine andere Wahl. Jeder einzelne Tote gehe auf das Konto von Putin. "Eine Situation, die nach zwei Weltkriegen im 21. Jahrhundert in Europa unvorstellbar sein sollte", betont der Pastor. 

Auch Altbürgermeister Ludger Möller gehen die Nachrichten aus der Ukraine und die Berichte von Ivan Hutsul sehr nah. "Ivan Hutsul ist in den vielen Jahren, die er in Molbergen schon tätig ist, zu einem Vertrauten geworden. Uns ist wichtig, ihm und den Flüchtlingen direkt vor Ort helfen zu können." Möller, der Mitglied im Heimatverein Molbergen ist und dessen Hilfsaktionen auch unterstützt, will noch einen Schritt weitergehen, "um noch mehr Menschen zu erreichen. Darum habe ich mich an unseren Pastor gewendet. Die Kirche hat noch einen viel größeren Radius, um die Menschen zu erreichen. Gemeinsam haben wir überlegt, was wir tun können, und uns dazu entschieden, mittels der Kollekte Spenden zu sammeln".

Spenden können auch im Opfer-Stock in der Kirche abgegeben werden

Das Problem allerdings: "Mit Geld kann Ivan Hutsul vor Ort nichts anfangen. Sowohl in seiner ukrainischen Heimatstadt als auch an den Grenzübergängen sind die Regale in den Supermärkten leer. Darum wollen wir mit den Spenden gezielt haltbare Nahrungsmittel einkaufen. Wir müssen uns nur noch eine Struktur überlegen, wie wir die Lebensmittel an die Grenze bringen, aber da passiert schon einiges im Hintergrund", ergänzt Börner. Wer es nicht schaffe, einen der Gottesdienst zu besuchen, könne auch Geld im Opfer-Stock in der Kirche abgeben. "Wir hoffen auf viele Spenden für die Ukraine. Den Menschen hier vor Ort wird durch den Krieg immer mehr bewusst, dass sie in Wohlstand leben. Geben kann nur, der hat. Und die Ukrainer haben nichts mehr", sagt Börner, der gleichzeitig an das Friedenslicht in den Kirchen erinnert. Jeder könne eine Kerze für den Frieden anzünden. 

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

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