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Allee droht halber Kahlschlag

Der Landkreis will mindestens 1,5 Millionen Euro investieren, obwohl die schwach befahrene Strecke nicht mit schweren Unfällen auffällt. Dafür müsste jedoch die halbe Allee gefällt werden.

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Zu schmal? Der Landkreis will die Resthauser Straße von fünf auf sechs Meter verbreitern. Die halbe Allee müsste dafür fallen. Foto: Kreke

Zu schmal? Der Landkreis will die Resthauser Straße von fünf auf sechs Meter verbreitern. Die halbe Allee müsste dafür fallen. Foto: Kreke

Gegen den geplanten Ausbau der Resthauser Straße in Cloppenburg regt sich Widerstand. Ein Kreistagsabgeordneter, aber auch Radler aus Cloppenburg, kritisieren die dazu notwendige Rodung alter Eichen. Der Kahlschlag in der Allee sei "völlig sinnlos" und ein "Frevel" an der Natur und dem Ortsbild von Ambühren, meinte Kreistagsmitglied Michael von Klitzing (Die Linke) auf Nachfrage.

Protest meldet auch Walter Penkhus aus Cloppenburg an. Der Radler und Handelsvertreter spricht dem Plan jeden Nutzen ab, weil es gleich zwei Ausweichstrecken in unmittelbarer Nähe gibt: die Stalfördener Straße und für den überörtlichen Verkehr die B 72. "Auf der Resthauser Straße ist so wenig los, dass es unsinnig ist, dafür die Allee zu opfern", sagt er.

Von Klitzing, der in einer Siedlung an der Resthauser Straße lebt, gibt dem Pensionär recht: Weder die Verkehrszählungen noch das Unfallgeschehen gäben eine schlüssige Begründung für einen Ausbau her, unterstrich der Abgeordnete.

Radweg soll auf 2,50 Meter verbreitert werden

Die Begründung des Landkreises ist denn auch von eher grundsätzlicher Natur. "Eine breitere Straße trägt auch auf einer wenig befahrenen Strecke zu mehr Verkehrssicherheit bei", teilte der Pressesprecher des Kreises, Sascha Sebastian Rühl, mit. Die nur 5 bis 5,20 Meter breite Fahrbahn der Kreisstraße 153 reiche nicht aus, wenn sich Lastwagen und landwirtschaftliche Geräte begegnen.Die Strecke soll deshalb auf sechs Meter - das Minimum für eine Landstraße und für Zuschüsse aus der Landeskasse - ausgebaut werden. Zugleich soll der Radweg, der über weite Strecken hinter den alten Eichen liegt, auf 2,50 Meter verbreitert werden.

Von Klitzing hält das für vorgeschoben. "Weil das Geld da ist", so seine Lesart, solle es "auch ausgegeben werden". Die CDU habe vor zwei Jahren Zuschüsse zur Verkehrsinfrastruktur im Kreistag gefordert. Dabei forderte ein Abgeordneter der CDU, (enge) Alleen eher abzuholzen, um Autofahrer zu schützen. Von Klitzing ist darüber noch immer empört: "Im Museumsdorf preist eine Ausstellung gerade den Wert der Alleen für unsere Landschaft und hier soll ein absolut ortsbildprägendes Beispiel dafür abgeholzt werden", rügt er: "Ich werde alles versuchen, um dieses Vorhaben vom Tisch zu bekommen."

Die Planer beruhigen: Mögliche Verluste in der Natur würden "abgewogen" und notfalls ausgeglichen, so die Straßenbaubehörde in Lingen. Aber: Die Rodung der alten Eichen könnte irgendwo auf einer Brachfläche durch Aufforstungen ersetzt werden, die ein Ambührener kaum zu sehen bekäme. "Welche Umweltauswirkungen konkret zu erwarten sind, ergibt sich erst im Laufe der Planungen", meint Rühl abwartend. "Irgendwann kommen die Motorsägen und dann will‘s keiner gewesen sein", befürchtet Penkhus

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