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Alfons Hoping hat 25.000 Euro im Reisegepäck

Beim Besuch in Litauen überreichte der Visbeker die Spende an das Kinderheim St. Kazimier in Alvitas. Davon werden die Mädchen und Jungen aus sozial schwachen Familien unterstützt.

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Scheckübergabe: Alfons Hoping (links) machte Pfarrer Vytautas Kajokas (Leiter des Kinderheims St. Kazimier und Pastor in der Pfarrgemeinde St. Anna in Alvitas) mit dem Spendengeld aus Visbek eine große Freude. Foto: privat

Scheckübergabe: Alfons Hoping (links) machte Pfarrer Vytautas Kajokas (Leiter des Kinderheims St. Kazimier und Pastor in der Pfarrgemeinde St. Anna in Alvitas) mit dem Spendengeld aus Visbek eine große Freude. Foto: privat

Die Freude war groß, als Alfons Hoping mit einem symbolischen Scheck auftauchte. Anlässlich seines 36. Besuchs jetzt im August im Kinderheim St. Kazimier in Litauen brachte der Visbeker Spendengeld in Höhe von 25.000 Euro mit. Die Summe hat auch eine gewisse Symbolik, ist Hoping doch das erste Mal vor 25 Jahren vor Ort gewesen.

„Jeder Euro wird sinnvoll eingesetzt“, sagt Alfons Hoping, der sich seit mehr als 2 Jahrzehnten für die armen Menschen in Litauen einsetzt, voller Überzeugung. So fließen die Spenden unter anderem in Schulkleidung und -ausrüstung, wie auch beispielsweise in die Finanzierung von Fahrrädern oder auch Freizeitaktivitäten für die Kinder in dem Heim in Alvitas. Aktuell sind dort insgesamt 11 Mädchen und Jungen untergebracht, berichtet Hoping.

Besuch führte prekäre Lage wieder einmal vor Augen

Zusammengekommen ist die stattliche Summe in den vergangenen 12 Monaten. Viele Einzelpersonen hätten etwas gespendet, sagt der Visbeker. Aber auch die Seniorengemeinschaft Visbek habe sich wieder beteiligt, die bereits Anfang des Jahres 3500 Euro für eine Art Corona-Hilfe spendete. 8.000 Euro steuerte der Rotary Club Vechta bei. Dabei handele es sich um den Erlös der vergangenen Adventskalender-Aktion, erklärt Hoping. Georg Hake vom Rotary Club Vechta hat Hoping bei der diesjährigen Litauen-Reise auch begleitet.

Die 11 Kinder im Kinderheim St. Kazimier kommen alle aus sozial schwachen Familien, können dort aber nicht bleiben, wie Hoping erzählt. Der Kontakt zu den Eltern werde aber weiter gepflegt und auch vonseiten des Heims gefördert, ergänzt er. Von den 10 Mitarbeiterinnen werden die Mädchen und Jungen, die teilweise schon mehr als 10 Jahre in dem Heim leben, fürsorglich behandelt. So hätten die Jugendlichen, die dort aufwachsen, eine gute Zukunftsperspektive, sagt Hoping. Einige ehemalige Heimkinder arbeiteten mittlerweile im Ausland, einige hätten sogar studiert. „Im Heim geht es ihnen entschieden besser als zu Hause“, gibt Hoping zu. „Die meisten machen einen guten Weg, den sie im Elternhaus so nicht geschafft hätten.“

Wie prekär die Lage in vielen Familien ist, habe ihm der diesjährige Besuch noch einmal vor Augen geführt, sagt der Visbeker. Gemeinsam mit Ortsbrandmeister Sascha Stelmaszyk und Feuerwehrfrau Natalie Calado besuchte Hoping mehreren Feuerwehren im Bezirk Vilkaviškis, zu dem der Ort Alvitas gehört, in dem sich das Kinderheim befindet. Ende 2020 wurde ein Tanklöschfahrzeug aus Visbek nach Litauen überführt. Da die Feuerwehren in dem ländlich geprägten Gebiet spärlich ausgerüstet sind, wurde das Fahrzeug dringend benötigt, sagt Hoping. Darüber hinaus bekämen die hauptamtlich tätigen Feuerwehrleute lediglich ein Monatsgehalt von rund 700 Euro. Da die Lebenshaltungskosten in Litauen sich jedoch kaum von denen in Deutschland unterschieden, seien die Familien darauf angewiesen, einen Nebenjob auszuüben oder eine kleine Landwirtschaft zu betreiben, erläutert Hoping.

Besuch in der Deutschen Botschaft

Die Großstädte wachsen, die Bevölkerung auf dem Land bleibe auf der Strecke, so der Eindruck des Visbekers, der während seines Besuchs in Litauen auch in der Hauptstadt Vilnius war. „Der Mittelstand fehlt“, sagt er. Die Landflucht nehme deshalb zu. Bei seinem Besuch des Bürgermeisters von Vilkaviškis äußerte dieser den Wunsch, dass sich mehr Firmen vor Ort ansiedeln sollten – auch gerne aus dem Landkreis Vechta –, damit mehr Arbeitsplätze geschaffen werden. Alfons Hoping ist der Meinung, dass vor Ort geholfen werden sollte, anstatt Facharbeiter abzuwerben. Das helfe Europa seiner Ansicht nach langfristig. In der deutschen Botschaft sprach die Reisegruppe unter anderem über die Flüchtlingssituation an der Grenze zu Belarus wie auch über die Situation der Kinderheime in Litauen.

Vor dem Gebäude der Deutschen Botschaft in Vilnius: Sascha Stelmaszyk (von links), Natalie Calado, Georg Hake und Alfons Hoping. Foto: privatVor dem Gebäude der Deutschen Botschaft in Vilnius: Sascha Stelmaszyk (von links), Natalie Calado, Georg Hake und Alfons Hoping. Foto: privat

Ein großes Anliegen war Alfons Hoping, beim diesjährigen Besuch, beim Holocaust-Mahnmal in Vilkaviškis Blumen niederzulegen. Das hatte er zum 1. Mal besucht. „Das war schon ergreifend“, fasst er seine Eindrücke zusammen. Er hielt dort auch eine kurze Ansprache.

Im Oktober macht sich Alfons Hoping erneut auf den Weg nach Litauen. Das Kinderheim St. Kazimier soll ein neues Auto bekommen, wie er schon einmal verrät. Für einen weiteren Besuch gibt es im kommenden Jahr einen ganz besonderen Anlass. Das Kinderheim feiert sein 25-jähriges Bestehen. Und für Hoping steht fest: „Das wollen wir unbedingt feiern.“

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