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Albert-Schweitzer-Realschule wächst um eine Etage

Die Stadt Lohne investiert etwa 2,25 Millionen Euro. Die Schule braucht mehr Platz für das Vorhaben. Denn sie will neue pädagogische Konzepte umsetzen können.

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Berichten über die Baufortschritte: (von links) die kommissarische Schulleiterin Christin Fragge, der stellvertretende Abteilungsleiter Hochbau Martin Hinxlage und Bürgermeister Tobias Gerdesmeyer. Foto: Timphaus

Berichten über die Baufortschritte: (von links) die kommissarische Schulleiterin Christin Fragge, der stellvertretende Abteilungsleiter Hochbau Martin Hinxlage und Bürgermeister Tobias Gerdesmeyer. Foto: Timphaus

Von der Klapphakenstraße aus ist es mittlerweile nicht mehr zu übersehen: Der Fachklassentrakt der Albert-Schweitzer-Realschule in Lohne wächst in die Höhe. Die Stadt lässt den westlichen Gebäudeteil der Bildungseinrichtung um eine Etage aufstocken, um dem gestiegenen Raumbedarf und den Veränderungen im pädagogischen Raumkonzept Rechnung zu tragen.

Über die Fortschritte und die Pläne der Schule informierten Martin Hinxlage, stellvertretender Leiter der Abteilung Hochbau im Rathaus, und die kommissarische Schulleiterin Christin Fragge jüngst während eines Pressegesprächs. Ebenfalls bei dem Termin anwesend war Lohnes Bürgermeister Tobias Gerdesmeyer, der das Vorhaben als ein "Herzensanliegen" bezeichnete.

Der Verwaltungschef skizzierte die Genese der Albert-Schweitzer-Realschule. Nach seinen Angaben war sie viele Jahre in allen Jahrgangsstufen stabil 2-zügig. Aufgrund dieser Struktur habe man jedoch bei der Schwerpunktbildung in den Klassen 9 und 10 nur 2 Profile anbieten können, erläuterte Fragge. "Das war im Vergleich zur größeren Realschule ein Nachteil", sagte Gerdesmeyer.

Änderung der Schulbezirke steigert Schülerzahlen

Um die Albert-Schweitzer-Realschule zu stärken, hatte der Stadt zum Schuljahr 2017/2018 eine Änderung der Schulbezirke beschlossen. Seitdem wechseln Schüler der Ketteler-Schule, der Gertrudenschule und der Grundschule Brockdorf nach der 4. Klasse an die Bildungseinrichtung, die den Namen des legendären "Urwaldarztes" und Friedensnobelpreisträgers trägt.

In diesem Zusammenhang hielt Gerdesmeyer ein Plädoyer für das 3-gliedrige Schulsystem, das kreisweit nur noch in Lohne und Damme praktiziert wird. "Etwa 35 Prozent der Schüler besuchen im Anschluss an die Jahrgangsstufe 4 eine der 2 Realschulen." Fragge ergänzte, dass im weiteren Verlauf etwa 50 Prozent dieser Jugendlichen auf eines der Gymnasien wechseln. "Wir pflegen eine gute Zusammenarbeit mit der Realschule, den Handelslehranstalten und der Adolf-Kolping-Schule, dem Gymnasium und der Stegemannschule", sagte die kommissarische Schulleiterin.

Von der Idee bis zur Umsetzung vergeht ein Jahr

Laut Fragge zählt die Albert-Schweitzer-Realschule aktuell knapp 350 Schüler. "Es stehen momentan minus 1 Klassenräume zur Verfügung, wenn man es mathematisch ausdrückt." Da zu Beginn des kommenden Schuljahres 2021/22 aller Voraussicht nach auch ein 3-zügiger Jahrgang 5 zu erwarten sei, spitze sich die Situation weiter zu. "Es wird eng", konstatierte Fragge.

Im November 2019 hatte der mittlerweile pensionierte Schulleiter Rainer Hausfeld die Stadt auf die Entwicklungen hingewiesen. Im Juni 2020 folgte der politische Beschluss zur Erweiterung durch eine Aufstockung des Fachklassentraktes. Im November desselben Jahres begannen die Arbeiten. "Von der Idee bis zur Umsetzung verging gerade einmal ein Jahr. Das ist ein Rekord", urteilte Gerdesmeyer.

Hinxlage merkte lapidar an: "Der Druck war groß." Positiv wirkte sich nach seinen Worten aus, dass eine mögliche Aufstockung bereits beim Bau des Gebäudeteils im Jahr 2006 berücksichtigt worden war. "Kurz hatten wir auch über einen Anbau nachgedacht, aber das hätte zusätzliche Fläche gekostet."

Ein Puffer für weitere Entwicklungen

In dem neuen Geschoss entstehen je 3 Klassen- und Gruppenräume, ein Besprechungszimmer, 5 Abstell-, Technik- und Putzmittelräume sowie je ein Zimmer für Schulsozialarbeit, Schülerfirma und eine Workstation. Eine Raumeinheit (Klassen- und Gruppenraum) wird als Reserve für Fachunterricht vorgehalten. Durch die großzügige Planung erhält die Realschule einen Puffer für weitere Entwicklungen.

Dabei geht es auch um die Pädagogik der Zukunft. Laut Fragge erfordern kooperatives Lernen, der verstärkte Fokus auf Gruppenarbeiten, das Tablet-gestützte Lernen, Ganztag und Inklusion ein Mehr an Räumen. "Heute wird eigentlich für jedes Klassenzimmer auch ein Gruppenraum eingeplant."

"Quadratisch, praktisch, gut."Martin Hinxlage, stellvertretender Abteilungsleiter Hochbau zur Aufstockung der Albert-Schweitzer-Realschule Lohne

Laut Hinxlage sollte die Aufstockung ursprünglich im laufenden Betrieb erfolgen – was durchaus eine Herausforderung dargestellt hätte. "In diesem Fall hat sich die Corona-Pandemie aber einmal positiv ausgewirkt. Wir können ungehindert arbeiten." Noch vor Weihnachten 2021 sollen die ersten Unterrichtsstunden in den neuen Klassenzimmern abgehalten werden.

Der stellvertretende Abteilungsleiter Hochbau bestätigte auf Nachfrage, dass das Projekt nach dem Motto "quadratisch, praktisch, gut" zu bewerten sei. An den Stirnseiten des Gebäudes entstehen das Treppenhaus und außen eine Fluchttreppe. Ein Fahrstuhl wird ebenfalls eingebaut.

Die Stadt lässt das Dach begrünen und eine Photovoltaik-Anlage installieren, mit der laut Schätzung etwa 70 bis 80 Prozent des Energiebedarfs der Realschule gedeckt werden kann. Ein weiteres Plus: Das neue Geschoss kann an die bestehende Heizungsanlage (Baujahr 2006) angeschlossen werden.

Aktuell kalkuliert die Stadt mit Kosten von etwa 2,25 Millionen Euro zuzüglich Mobiliar. Hinxlage schränkte jedoch ein: Die Preiserhöhungen in der Baubranche seien für die noch ausstehenden Gewerke bisher nicht berücksichtigt.

Noch vor Weihnachten sollen die ersten Unterrichtsstunden in den neuen Klassenräumen abgehalten werden. Foto: TimphausNoch vor Weihnachten sollen die ersten Unterrichtsstunden in den neuen Klassenräumen abgehalten werden. Foto: Timphaus

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