Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Ahmadiyya Gemeinde lädt in Moschee ein

Die Vechtaer Religionsgemeinschaft feierte jetzt mit Freunden, Nachbarn und allen Interessierten den Beginn des neuen Jahres. Die Mitglieder engagieren sich in vielen sozialen Bereichen.

Artikel teilen:
Zum neuen Jahr: Imam Syed Salman Shah richtet Grußworte an die Gäste. Foto: Stilkenböhmer

Zum neuen Jahr: Imam Syed Salman Shah richtet Grußworte an die Gäste. Foto: Stilkenböhmer

Gäste waren am Freitag in der Bait-ul-Qaadir Moschee der Ahmadiyya Gemeinde willkommen. Auch Vertreter der Parteien waren der Einladung gefolgt, bei der auch ein gemeinsames Essen auf dem Programm stand. Die Religionsgemeinschaft wollte mit Freunden, Nachbarn und allen Interessierten den Beginn des neuen Jahres feiern. Ziel ist es, den interkulturellen Dialog und damit auch das gemeinsame Miteinander zu vertiefen.

„Assalamualaikum“, gleichbedeutend mit „Friede sei mit Ihnen“, begrüßte Talha Butt die Anwesenden nach einer Rezitation aus dem Koran mit deutscher Übersetzung. Ein „Moin“ nach südoldenburgischer Sitte durfte auch nicht fehlen. Rund 20 weitere Familien waren über einen Livestream dazugeschaltet und hörten in der ersten Reihe den Gastrednern zu. Die Gäste zogen ihre Schuhe im Vorraum aus und durften auf Stühlen Platz nehmen.

Aufgrund der politischen Lage konnten die ursprünglich eingeladenen Mitglieder des Bundestages Silvia Breher (CDU), Christina-Johanne Schröder (Bündnis90/Die Grünen)und Amira Mohamed Ali (Die Linke) nicht persönlich erscheinen, sondern entsendeten Vertreter und bestellten Grüße. „Wir streben einen harmonisierenden Frieden an, bei dem gegenseitiges Wertschätzen an der Tagesordnung steht“, erklärte Talha Butt. Die Ahmadiyya Gemeinschaft setze sich für andere ein. Das werde an dem Motiv „Liebe für alle, Hass für keinen“ deutlich.

Gemeinde setzt sich in sozialen Belangen ein

Auch während der Pandemie erfolgt gegenseitige Unterstützung durch das Organisieren von Essen, Anpacken bei Problemen oder einfach nur Zuhören. Auch Obdachlose werden versorgt. Eine Kampagne gegen Rassismus läuft mit mehr als 500 Veranstaltungen für den interreligiösen Dialog. Während der Veranstaltung wurde auch ein Video gezeigt, das die bundesweiten Aktivitäten der Gemeinde zusammenfasste.

Auch Bundeskanzler Olaf Scholz sei sich der wichtigen Funktion der Ahmadiyya Gemeinschaft bewusst: „Sie setzt sich in besonderer Weise für das Zusammenleben und den Dialog ein.“ Dies bestätigt Theologe und Imam Saud Ahmed mit weiteren Aktivitäten. „Die Moschee ist 365 Tage im Jahr offen.“ Die Mitglieder sammeln auch Spendengelder für lokale Hilfsorganisationen, eine Flyeraktion soll Vorurteile gegenüber dem Islam abbauen. Bis jetzt besuchten vier Schulklassen die Moschee, um mehr über die Religion und Kultur zu lernen.

Bernhard Schwarting vertrat den Bürgermeister und bestellte Grüße im Namen der Stadt Vechta. Dies ist nicht sein erster Besuch, bereits 2016 nahm er an der Eröffnungsfeier teil. „Ich bin bis heute beeindruckt von der großen Eigenleistung, die in diesem Bau steckt“, fasste er zusammen. Demokratie, Gleichheit und Freiheit seien gemeinsame Werte, und die Veranstaltung sei ein wichtiger Schritt, sich in anderen Kulturkreisen zurechtzufinden.

Andreas Aehlen vertrat die SPD Vechta und erwähnte neben weiteren Grüßen der Partei auch den Wunsch nach einer überparteilichen Aktion, um zu zeigen, dass die Ahmadiyya Gemeinde zu Vechta gehöre. Die Videobotschaft von Amira Mohamed Ali wurde digital übermittelt: „Ich danke sehr für die Einladung und die Gelegenheit, hier zu sprechen“. Wenn sie gefragt würde, wie wichtig der Zusammenhalt in einer Gesellschaft sei, wäre ihre Antwort: „das Wichtigste“.

"Während wir versuchen, das Vergangene zu verstehen, müssen wir vorwärtsgehen und neue Ziele verfolgen. Der Islam möchte, dass wir im Wettlauf gegen die Zeit für das Gute einstehen."Imam Syed Salman Shah

Trotz aller Unterschiede sei es wichtig, Verständnis füreinander aufzubringen. Die Abgeordnete der Linken sieht mit großer Sorge ein wachsendes Maß an gesellschaftlicher Spaltung, an Antisemitismus, Ausländerfeindlichkeit und Islamophobie. Man müsse sich politisch für Vielfalt engagieren. „Ich bin Muslima und die erste an der Spitze einer Parteifraktion. Mein Wunsch ist, dass dies normal wird.“ Sie stehe für Chancengleichheit, egal welcher Herkunft man sei oder welcher Religion man angehöre.

Auch Imam Syed Salman Shah hieß die Gäste willkommen. Er sieht trotz Krisen Hoffnungsschimmer und Lichtblicke. „Während wir versuchen, das Vergangene zu verstehen, müssen wir vorwärtsgehen und neue Ziele verfolgen. Der Islam möchte, dass wir im Wettlauf gegen die Zeit für das Gute einstehen“, erklärte er.

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Ahmadiyya Gemeinde lädt in Moschee ein - OM online