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Adventsböllern im Sternbusch: Bürgerartillerie lässt es krachen

Die Cloppenburger Bürgerartillerie hat am Samstag zur Einstimmung auf die Weihnachtszeit zum Adventsböllern eingeladen. Die Veranstaltung hatte reichlich Zündstoff.

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Viel Rauch und Pulverdampf gab es am Wochenende auf der Sportanlage des SC Sternbusch – Zusammen mit 50 Schützen stimmte die Bürgerartillerie Cloppenburg lautstark in die Adventszeit ein. Foto: Heidkamp

Viel Rauch und Pulverdampf gab es am Wochenende auf der Sportanlage des SC Sternbusch – Zusammen mit 50 Schützen stimmte die Bürgerartillerie Cloppenburg lautstark in die Adventszeit ein. Foto: Heidkamp

Krachende Explosionen waren am Samstagnachmittag nicht nur im Cloppenburger Stadtgebiet zu hören, das Böllern war sogar bis in den Landkreis Vechta zu hören. "Eine Freundin aus Bakum rief gerade an und sagte, dass das Knallen auch bei ihr Zuhause zu hören ist", sagte eine Besucherin.

Die Bürgerartillerie Cloppenburg hatte zur Einstimmung auf die Weihnachtszeit zum Adventsböllern auf das Gelände des SC Sternbusch an der Sevelter Straße eingeladen. Und dort ließen es die 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer so richtig krachen. Mit einem Salut aus den elf Schaftböllern wurde das Spektakel eröffnet. Schnelle und langsame Reihe, Lauffeuer oder Salut hießen die Befehle, die von der Kommandantin der Bürgerartillerie, Ute Jansen, erteilt wurden.

Mit ihren Hand- und Schaftböllern sowie mit den Kanonen beeindruckten die Teilnehmer aus Vechta, Essen, Markhausen, Varrelbusch, Bremen-Farge, Hunteburg und aus Cloppenburg die Besucher nicht nur durch die Lautstärke, sondern auch durch die Präzision, mit denen die Schüsse abgegeben wurden.

Bis zu 320 Gramm werden an Pulver verschossen

Während die Hand- und Schaftböller Gewehren und Pistolen ähneln, die schmuckvoll verziert sind, ähneln die Standböller Kanonenrohren, die fest auf dem Boden stehen. Sie werden wahlweise elektrisch oder manuell gezündet. Gefüllt werden die Böller mit speziellem Böllerpulver. Abhängig von ihrer Größe wird jeweils eine abgewogene Mende an Pulver in die Geräte geschüttet, der Lauf anschließend mit einem Holzkeil "verdämmt".  Ein Zündhütchen sorgt für die Entzündung des Pulvers. Zwischen 30 bis hin zu 320 Gramm werden dabei verschossen. Die Menge von 320 Gramm aber bleibt den großen Kanonen vorbehalten. "Eine Art grobes Schwarzpulver", erklärte Jörg Ostermann von der Bürgerartillerie.

"Durch den lauten Knall entsteht ein Bass im Bauch, der sich ganz langsam ausbreitet. Wie habe ich das vermisst"Frank Hadeler

Wegen der Verwendung des Pulvers müssen die Schützen einen speziellen Lehrgang besuchen und dort einen Sprengstoffschein erwerben. Den Lehrgang darf wiederum nur besuchen, wer eine Unbedenklichkeitsbescheinigung vorlegen kann. Die Böller werden außerdem regelmäßig vom TÜV geprüft und dabei "amtlich beschossen". "Es ist alles sehr streng überwacht", erklärte Jörg Ostermann.

Wie beliebt die Sportart ist, zeigt sich alleine daran, dass die Bürgerartillerie bereits 49 Mitglieder hat, die Hälfte davon sind aktiv. Schon vor dem Abfeuern kribbelte es bei den Schützen, die nicht nur den Knall, den  Pulverdampf und den Geruch von Schwarzpulver lieben. "Durch den lauten Knall entsteht ein Bass im Bauch, der sich ganz langsam ausbreitet. Wie habe ich das vermisst", beschreibt Frank Hadeler seine Leidenschaft für das Böllern und gerät dabei ins Schwärmen. Denn durch die Corona-Pandemie litt er zwei Jahre lang an Schwarzpulverentzug.

Foto: HeidkampFoto: Heidkamp

Salve aller Geräte beendete die lautstarke Veranstaltung

Für seine Unterstützung bei der Vereinsgründung der Bürgerartillerie wurde Werner Stadtsholte mit dem großen Verdienstorden ausgezeichnet. "Werner hat uns an die Hand genommen und ist mit Wilhelm Jansen (fehlte bei der Veranstaltung) dafür verantwortlich, dass sich die Bürgerartillerie so entwickelt und im 3. Zug eine Heimat gefunden hat. Ohne sie würde es den Verein überhaupt nicht geben", betonte Jörg Ostermann.

Eine Salve aller Geräte beendete die lautstarke Veranstaltung, bei der rund 50 Gäste das Geschehen verfolgte. Einen Dank richtete Kommandantin Ute Jansen an den SC Sternbusch, der für die Verpflegung sorgte.

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