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ADFC kritisiert geänderte Vorfahrtsregel

Fahrradfahrer werden ausgebremst, obwohl sie parallel zur Hauptstraße unterwegs sind. Autofahrer warten häufig trotzdem, was zu Verunsicherungen führt.

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Zu Verkehrsteilnehmern zweiter Klasse werden Fahrradfahrer degradiert, meint der ADFC Cloppenburg.   Foto: Vorwerk

Zu Verkehrsteilnehmern zweiter Klasse werden Fahrradfahrer degradiert, meint der ADFC Cloppenburg.   Foto: Vorwerk

Die geänderte Vorfahrt für Radfahrer an einigen stark befahrenen Kreuzungen im Landkreis Cloppenburg lässt den Mitgliedern des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) auch knapp 1 Jahr nach der Neuordnung keine Ruhe.

Im Januar hatte die OM-Medien unter anderem auf die Zustände an der Landesstraße in Westeremstek zur Anschlussstelle Emstek-West verwiesen. Fahrradfahrer müssen den motorisierten Verkehr passieren lassen, obwohl sie augenscheinlich parallel zur Vorfahrtsstraße unterwegs sind. Gleichwohl warten die Autofahrer, weil sie es anders gewohnt sind. Das Ergebnis: Unsicherheit auf beiden Seiten. „Radfahren wird zum Individualverkehr zweiter Klasse. Mehr warten! Die Flüssigkeit des Autoverkehrs hat Vorrang. Radverkehr hat meist Nachrang“, heißt es in einer Stellungnahme des ADFC-Kreisverbandes.

Beim Landkreis auf Neubewertung gedrungen

Der Club nennt als Beispiele darüber hinaus die Kreuzung Linderner Damm/B 213 in Löningen, Lüscher Straße/Zur Burg/Elstener Straße sowie Wißmühler Straße/Elstener Straße in Elsten und darüber hinaus als jüngste Neuerung den Abzweig zur Kellerhöher Straße an der Bundesstraße 213 in Hoheging.

Der ADFC hat nach eigenen Angaben in den vergangenen Monaten mehrfach mündlich und schriftlich beim Landkreis auf diese Situation hingewiesen und auf eine Neubewertung gedrungen – ohne Erfolg. Mit dem Verweis auf die Straßenverkehrsordnung, dass ein Radweg, der um mehr als 5 Meter im Einmündungsbereich verschwenkt, als untergeordnet einzustufen ist, sehe man beim Landkreis keinen Handlungsspielraum. Dafür hätte man bei den Sanierungsarbeiten den Radweg verlegen müssen, was im Zuge von Erhaltungsmaßnahmen aber nicht vorgesehen ist.

Zum Unmut des Radfahrer-Vereins: „Der ADFC Cloppenburg bedauert, dass einer behindernden Regelung derart breiter Raum gegeben wird. Andernorts wird zielgerichtet in die Beschleunigung des Radverkehrs – etwa in Radschnellwege investiert; hier werden Radverkehrsanlagen geschaffen, die den Radverkehr verlangsamen.“

Erziehung zum sorglosen Abbiegen befürchtet

Die Interessenvertreter befürchten sogar noch eine andere Entwicklung: „Autofahrer werden zum sorglosen Abbiegen erzogen. Grundsätzlich muss der abbiegende, einmündende und kreuzende Verkehr den Vorrang des Radverkehrs neben der Vorfahrtsstraße achten. Tut er dies nicht, trägt der Radfahrer zwar das größte Risiko an seiner Person, die zivilrechtliche Alleinschuld trifft aber regelmäßig den die Vorfahrt missachtenden Autofahrer. Unter Umständen wird er sogar bestraft. Diese Regelung im Bewusstsein der Autofahrer schafft Schutz für Radfahrer, denn sie begrenzt die Macht des Stärkeren.“

Trotz der vermeintlich klaren Regelungen ist an den genannten Kreuzungen eine Menge Unsicherheit geschaffen worden. Täglich ist dutzendfach zu beobachten, dass Radfahrer und Autofahrer dort halten und sich erst über Zeichen miteinander verständigen müssen, um die Weiterfahrt zu organisieren.

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