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Achtung, Lebensgefahr: Behörden und Schilder warnen vor brüchigem Eis

Am Löninger Merschsee warnen Schilder vor dem Betreten der Eisfläche. Die Behörden betonen: In ganz Niedersachsen ist das Eis auf Seen und Flüssen brüchig. Die Polizei berichtet von ersten Notfällen.

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Gefährliches Terrain: Der Baggersee im Bereich Münzebrocks Mersch am südlichen Löninger Stadtrand  weist trotz der niedrigen Temperaturen noch keine geschlossene Eisdecke auf. Er ist  bereits wenige Meter vom Ufer entfernt bereits etliche Meter tief. Foto: Thomann

Gefährliches Terrain: Der Baggersee im Bereich Münzebrocks Mersch am südlichen Löninger Stadtrand weist trotz der niedrigen Temperaturen noch keine geschlossene Eisdecke auf. Er ist bereits wenige Meter vom Ufer entfernt bereits etliche Meter tief. Foto: Thomann

Während man seit Jahren im Sommer immer wieder mit dem unerlaubten Badebetrieb zu tun hatte, besteht bei den aktuellen Minustemperaturen die Gefahr, dass die Eisflächen von Personen betreten werden. „Wie Fußspuren im Schnee zeigen, wurden die Uferflächen wohl schon von Passanten betreten“, berichtet Dieter Wienken, „deshalb wurden jetzt noch einmal mehrere Warnschilder aufgehängt“.

Besonders die Angler stellen bei ihrem Hobby immer wieder fest, dass die Wassertiefe schon in geringer Entfernung vom Ufer auf mehrere Meter abfällt. Die Maximaltiefe liegt bei etwa 18 Metern. „Bricht hier ein Mensch ein, ist die Überlebenschance nur gering“, betont Wienken.

Warnschilder: An etlichen Stellen hat der Betreiber des Sandabbaus Warnungen vor dem Betreten der Fläche aufgestellt.   Foto: ThormannWarnschilder: An etlichen Stellen hat der Betreiber des Sandabbaus Warnungen vor dem Betreten der Fläche aufgestellt.   Foto: Thormann

Das Betreten der Eisdecke auf den Hasealtarmen birgt ebenfalls große Gefahren, warnt der Fischereiverein Löningen. Hier gibt es Regionen, die einige Meter tief sind. Außerdem können Fische vor allem durch Schlittschuhfahrer in ihrer Winterruhe gestört werden. Wie die Erfahrung zeigt, kann es so bei längerem Eisgang durch Sauerstoffarmut zu Fischsterben kommen.

Auch die Eisfläche des Dümmers soll derzeit nicht betreten werden. Darauf weist die Samtgemeinde Altes Amt Lemförde hin. Das sei „lebensgefährlich“, hieß es aus dem Rathaus, wie das Diepholzer Kreisblatt berichtet. Erste Tests hätten ergeben, dass das Eis schon am Rand des Sees nicht hält. Wiewohl der Dümmer ein Flachsee sei, sei der Wasserstand durch den Regen der vergangenen Wochen derzeit vergleichsweise hoch, heißt es weiter. Auch von Besuchen des Sees rät das zuständige Tourismusmanagement ab. Durch die Schneemassen stünden nicht genügend Parkplätze zur Verfügung und auch auf dem Deichweg rund um den See sei aufgrund des Schnees die Einhaltung von Abstandsregeln schwer einzuhalten, erklärt Jessica Weßling vom Tourismusmanagement.

In ganz Niedersachsen gibt es erste Meldungen von Leichtsinnigen, die die Gefahren völlig unterschätzen: Etwa 50 Schlittschuhläufer und Eishockeyspieler hat die Polizei in Verden von einer Eisfläche geholt. Mit Blick auf das bevorstehende Wochenende warnt auch die Polizei vor dem Betreten von nicht freigegebenen Eisflächen. «Trotz der aktuellen Minusgrade der letzten Tage sind viele Eisflächen noch zu dünn», hieß es. Vor allem auf Seen oder Flüssen bestehe Lebensgefahr.

Menschen laufen Schlittschuh auf einem See. Symbolfoto: dpaMenschen laufen Schlittschuh auf einem See. Symbolfoto: dpa

Vor der Verlockung, sich Schlittschuhe anzuschnallen, warnte am Freitag auch der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) dringend. Als Beispiele wurden dabei Gewässer wie der Ems-Jade-Kanal in Ostfriesland oder der Haren-Rütenbrock-Kanal im Emsland genannt. Es könne passieren, dass sich unter der vermeintlich tragfähigen Eisdecke Hohlräume bilden, wo dann das Eis nicht mehr tragfähig sei, sagte NLWKN-Dezernent Reinhard Backer.

Die Polizei Osnabrück hatte am Donnerstag über eine eingebrochene Person auf dem Vechtesee in Nordhorn berichtet, die von der Feuerwehr gerettet wurde. Auch in Bremerhaven brach ein neun Jahre alter Junge ins Eis ein und musste von der Polizei gerettet werden. In der Gemeinde Wangerland (Landkreis Friesland) geriet ein Achtjähriger bis zu den Schultern ins Wasser und konnte sich nicht selbst retten. Der alarmierte Ortsbrandmeister zog das eingebrochene Kind aus dem kalten Teich. Der Junge kam mit einer starken Unterkühlung ins Krankenhaus.

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