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Abschied von der Bilal-i-Habesi Moschee

Der Islamische Kulturverein Lohne freut sich auf den Neubau, der bis zum ersten Halbjahr 2024 fertig sein soll. Zur Überbrückung dienen Container.

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Vorstand und Hodscha nehmen Abschied von ihrer Moschee: Dirk Vulhop (Öffentlichkeitsbeauftragter, von links), Ahmet Öncü (1. Vorsitzender), Tuba Alalmis, Mehmet Oruc (Hodschas), Cengiz (Sozialwart) und Nimet Güner (Sekretärin). Foto: Steinke

Vorstand und Hodscha nehmen Abschied von ihrer Moschee: Dirk Vulhop (Öffentlichkeitsbeauftragter, von links), Ahmet Öncü (1. Vorsitzender), Tuba Alalmis, Mehmet Oruc (Hodschas), Cengiz (Sozialwart) und Nimet Güner (Sekretärin). Foto: Steinke

„Mit einem weinenden und einem lachenden Auge,“ so Dirk Vulhop, nehme der Islamische Kulturverein Lohne Abschied von der Bilal-i-Habesi Moschee am Mühlenkamp in Lohne. Der Öffentlichkeitsverantwortliche erläutert, dass die Gebäude in die Jahre gekommen seien und durch den Neubau der Moschee sowie des angrenzenden Hauses mit zwei Wohneinheiten ersetzt werden.

Die Moschee war einst mit viel Herzblut in kompletter Eigenarbeit errichtet worden. Begonnen hatte alles 1990 mit einem kleinen Gebetsraum neben dem Gemüseladen Koç an der Wicheler Straße. 2 Jahre später erwarben mehrere türkische Familien zusammen die ehemalige Eierkartonfabrik und spätere Kfz-Werkstatt am Mühlenkamp. Zudem wurde zeitnah der Islamische Kulturverein gegründet, der die Besitzrechte des Grundstücks und die Trägerschaft der Moschee übernahm. In Eigenregie wurde die Moschee eingerichtet. So hatte Vulhops Ehefrau Melanie die Idee, die Außenfassade anschaubar zu gestalten. Gesagt, getan: Dirk und sie griffen zum Pinsel.

Gestalteten einst die Außenwand der Moschee: Melanie und Dirk Vulhop.  Foto: SteinkeGestalteten einst die Außenwand der Moschee: Melanie und Dirk Vulhop.  Foto: Steinke

Der heutige Vorsitzende Ahmed Öncü erklärt lächelnd: „Wenn zwei Türken an einem Ort wohnen, bauen sie eine Moschee.“ Er fügt hinzu: „Der Bedarf war da. Wir brauchten einen Ort, an den wir uns auch gebetsmäßig zurückziehen können.“ Spätestens als 2009 ein Wasserschaden die Moschee außer Betrieb setzte, wurde der Wunsch deutlich, ein „würdiges Gebetsgebäude“ zu errichten. Die konkreten Pläne liefen 2015 an, als klar wurde, dass der Zustand der Gebäude eine Renovierung nicht mehr zuließ, was ein technischer Brandschaden 2019 bestätigte. Da war das Genehmigungsverfahren bereits angelaufen. „Der Lohner Stadtrat hat alles sehr positiv aufgenommen,“ freut sich Vulhop.

Konkret konnte es losgehen, als am 30. April 2021 die Baugenehmigung des Landkreises Vechta eintraf. In der Vorwoche fand das letzte Freitagsgebet mit Hodscha Mehmet Oruc, der vor Kurzem aus der Türkei eintraf, statt. Das Wasser war bereits abgeschaltet. Anschließend wurde begonnen, das Dach zu entfernen, das eine Firma für ein eigenes Gebäude erworben hat. Ab Mittwoch wird die Moschee abgetragen, ehe Anfang August der Neubau durch eine Lohner Firma beginnt. Insgesamt wurden fast alle Gewerke ortsnah vergeben.

Die Moschee, entworfen von Architekt Fikret Kirnak (Quakenbrück), passt sich dem Gesamtbild der Siedlung an. Äußere Zeichen sind ein 17 Meter hohes Minarett und eine lichtdurchflutete Glaskuppel mit 10 Metern Durchmesser. An der Seite entstehen neue Parkplätze. Weiter ist ein Spielplatz angedacht, der öffentlich zugänglich sein wird. Eine Photovoltaikanlage sorgt für Nachhaltigkeit.

Lichtdurchflutete Kuppel: So soll die neue Moschee 2024 aussehen. Grafik: privatLichtdurchflutete Kuppel: So soll die neue Moschee 2024 aussehen. Grafik: privat

Die Moschee wird zweigeschossig errichtet. Darüber freut sich Tuba Alalmis mit den islamischen Frauen. Das Obergeschoss wird Frauensache sein, mit Küche, Büro und der Empore (159 Quadratmeter) im Gebetsraum, sodass von dort aus Frauen an den Gebeten teilnehmen können. Der Gebetsraum selbst hat eine Größe von 259 Quadratmetern. Zudem gibt es im Untergeschoss ein Schulungszimmer, einen Waschraum mit Dusche, eine weitere Küche und Büro, sowie einen Sozialraum.

Bis zum ersten Halbjahr 2024 erhoffen sich die Lohner Muslime, die aus mehr als 20 Nationen kommen, die Fertigstellung. Zur Überbrückung werden für die fünf täglichen Gebete zwei Container in Blickrichtung Mekka aufgestellt. Die Finanzierung des Baus, der 1,3 Millionen Euro kosten soll, ergibt sich, betont Üncü, ausschließlich aus Spenden: „Wir nehmen keine öffentlichen Gelder in Anspruch. Geholfen wird uns solidarisch auch von vielen anderen Moscheen.“

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