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Abschied nach 32 Jahren: Visbeker Bauamtsleiter wechselt in den Ruhestand

Karl-Josef Klossok hat viele Bauprojekte in den vergangenen drei Jahrzehnten in der Gemeinde begleitet. Besonders schätzte er an seiner Arbeit aber den Kontakt zu den Menschen.

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Der Ordner für die Übergabe liegt bereit: Karl-Josef Klossok war 32 Jahre lang der Visbeker Bauamtsleiter. Nun wechselt er in den Ruhestand.  Foto: C. Meyer

Der Ordner für die Übergabe liegt bereit: Karl-Josef Klossok war 32 Jahre lang der Visbeker Bauamtsleiter. Nun wechselt er in den Ruhestand.  Foto: C. Meyer

135 Bauleitpläne, 128 Bauausschüsse, fünf Bauausschussvorsitzende und vier Bürgermeister – das sind nur ein paar beeindruckende Zahlen, die Karl-Josef Klossok aus seiner langjährigen Tätigkeit als Bauamtsleiter in Visbek vorweisen kann. In 32 Jahren passiert so einiges. Man lernt Menschen kennen, sieht Leute kommen und gehen. Doch Karl-Josef Klossok war in dieser Zeit eine Konstante im Visbeker Rathaus. Damit ist allerdings nun Schluss. Der 62-Jährige wechselt zum Ende des Jahres in den Ruhestand.

Überkommt ihn bereits die Wehmut? Bei einem Treffen an einem seiner letzten Arbeitstage überlegt er, ist unschlüssig. Schließlich gibt es noch einiges für die Übergabe vorzubereiten. Er habe seinen Beruf immer sehr gerne ausgeübt, sagt Karl-Josef Klossok. Die Kolleginnen und Kollegen werde er wohl am meisten vermissen, sagt er. Die nicht mehr täglich sehen zu können, werde ihm schwerfallen, ist er sich sicher.

Und dieser Personenkreis ist mit den Jahren gewachsen. Am 1. Januar 1990 begann Klossok seine Arbeit als Leiter des Visbeker Bauamts. Damals sei das Team deutlich kleiner gewesen im Vergleich zu heute. „Zweieinhalb Kollegen“, sagt Klossok. Er, ein Techniker und „eine Kollegin, die ich mir mit dem Hauptamtsleiter teilen musste“. Mittlerweile arbeiten acht Personen im Bauamt. Dazu neun Kollegen beim Bauhof – früher seien es zwei gewesen, erinnert sich Klossok.

Klossok liegt das Zwischenmenschliche am Herzen

Das Zwischenmenschliche, ein harmonisches Miteinander – das liegt Karl-Josef Klossok am Herzen. Ihm sei es immer wichtig gewesen, dass „die Menschen das Rathaus zufriedener verlassen, als sie es betreten haben“. Er gibt zu, das sei nicht immer der Fall gewesen. Es habe auch Streit gegeben. Er habe aber immer versucht, zu vermitteln, was er für richtig hielt.

Die Art der Kommunikation habe sich in den 30 Jahren durchaus verändert. „Die Menschen sind kritischer geworden“, so die Beobachtung des Noch-Bauamtsleiters. Er betont, dass das keine Wertung sei, sondern lediglich eine Feststellung. Woran macht er das fest? Unter anderem sei die Klagefreudigkeit gestiegen, nennt Klossok ein Beispiel. Früher habe es keine Klagen gegen Bebauungspläne gegeben, sagt er. „Heute gibt es ein bis zwei im Jahr.“ Der Kontakt zu den Menschen sei formaler geworden. Früher habe sich das eine oder andere noch in einem persönlichen Gespräch klären lassen.

Visbek hat sich in den 30 Jahren stark entwickelt

Allerdings dürften die Ansprüche auch gestiegen sein. Schließlich hat sich die Gemeinde Visbek in den 30 Jahren merklich entwickelt. Karl-Josef Klossok erinnert sich da beispielsweise an die gewerbliche Entwicklung, die er begleiten durfte. Am Visbeker Damm, so schildert er, habe es zu seinen Anfangszeiten die Firmen Rehau und Schickling gegeben. „Die Tischlerei Harting siedelte sich gerade an.“ Im Vergleich zu 1990 leben auch rund 2000 Menschen mehr in Visbek.

Auf welche Projekte blickt er gerne zurück? Was waren besondere Herausforderungen? Beim Gewerbegebiet Siedenbögener Esch (Wildeshauser Straße) seien „alle Raffinessen des Planungsrechts gefordert“ gewesen, sagt Klossok. Sich bei einer Bauleitplanung nicht angreifbar zu machen, das richtige Maß zu finden, das sei durchaus schwierig gewesen. Doch diesen Herausforderungen habe er sich gerne gestellt. Auch die Entwicklung der Kommunalen Entlastungsstraße und die Dorferneuerungen in Rechterfeld und Visbek, zählt er auf. Dass es seit Mitte der 90er Jahre die Möglichkeit für junge Menschen gibt, in den Bauerschaften zu bauen, empfinde er als Erfolg.

Arbeit in einem guten Team 

Allerdings, und das betont er immer wieder, sei das nicht alles sein Verdienst, sondern er durfte die Projekte begleiten. Er habe das Glück gehabt, immer ein gutes Team um sich herum zu haben, sagt Klossok. Darauf könne sein Nachfolger, Frank Wahls, bauen. Generell habe er es geschätzt, bei einer Gemeinde gearbeitet zu haben, in der er etwas bewegen durfte. „Am Geschehen teilhaben“, sagt er. Es habe viele „Auf und Abs“ gegeben, aber es sei nie langweilig gewesen. Und: „Es kam immer anders, als man dachte“, sagt er und lacht. Mit den Jahren sei er aber gelassener geworden.

Gibt es schon Pläne für die Zukunft? Das werde er in letzter Zeit öfter gefragt, sagt Karl-Josef Klossok: „Was machst du denn jetzt?“ Er lasse die Situation erst einmal auf sich zukommen. Gemeinsam mit seiner Frau habe er sich eine längere Reise vorgenommen – so wie es die Pandemie zulässt. Erst einmal werde er genießen, morgens in Ruhe frühstücken zu können. Konnte er das etwa bislang nicht? Er lacht. „Ich bin kein Morgenmensch.“ Er sei morgens „immer auf dem letzten Drücker gewesen“.


Zur Person:

  • Karl-Josef Klossok ist 62 Jahre alt, verheiratet und wohnhaft in Vechta.
  • Von 1976 bis 1978 hat er die Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten beim Landkreis Vechta absolviert.
  • Von 1980 bis 1983 absolvierte er das Studium zum Diplom-Verwaltungswirt in Oldenburg.
  • Bis 1989 arbeitete er beim Landkreis Vechta in verschiedenen Positionen, zuletzt beim Ordnungsamt.
  • Ab 1990 war er Bauamtsleiter der Gemeinde Visbek.
  • Ab 2014 war er Erster Gemeinderat.
  • In seiner Freizeit macht er gerne Sport, wie Fahrradfahren, Gymnastik und Joggen. Seit zwölf Jahren zählt er die Jagd zu seinen Hobbys.

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