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Abriss des Garreler Jugendtreffs angeschoben

Wirtschaftlich ist ein Erhalt des Gebäudes nicht sinnvoll, und der Brand im Frühjahr hat die Situation noch verschärft. Die Abbruchkosten werden mit 30.000 Euro beziffert.

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Das Ende naht: Der Garreler Fachausschuss hat den Abriss des ehemaligen Jugendtreffs empfohlen. Foto: Vorwerk

Das Ende naht: Der Garreler Fachausschuss hat den Abriss des ehemaligen Jugendtreffs empfohlen. Foto: Vorwerk

Den Abriss des ehemaligen Jugendtreffs in Garrel haben die Mitglieder im Planungs- und Verkehrsausschuss einstimmig angeschoben. "Wir finden es schade, dass ein historisches Gebäude weichen soll. In diesem Fall können wir dem aber zustimmen", erklärte Sonja Schmidt (SPD). Fraktionsübergreifend herrschte bei diesem Thema Einigkeit. "Es ist richtig, das Gebäude nicht kostspielig wieder aufzubauen und es stattdessen der Städtebausanierung zuzuführen", stellte sich auch Dirk Koopmann für die CDU hinter einen Abriss. Die Wirtschaftlichkeit sei anderenfalls nicht gegeben, ergänzte Arnold Hannöver (BfG). 

Für die weitere Umsetzung von Maßnahmen im Rahmen der Städtebausanierung erstellt die Verwaltung in Zusammenarbeit mit dem Planungsbüro aktuell für den Bereich alter Busbahnhof und Schulvorplatz die Ausbaupläne. Hiervon betroffen ist auch das Grundstück des ehemaligen Jugendtreffs. Das Gebäude befindet sich aktuell nach dem Brand im Frühjahr dieses Jahres in einem noch schlechteren Erhaltungszustand. Durch das Feuer wurde das Nebengebäude vollständig zerstört. Das Hauptgebäude ist ebenfalls stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Nach Auffassung der Verwaltung kann das Gebäude wirtschaftlich nicht mehr im Bestand erhalten und einer neuen Nutzung zugeführt werden.

Nach dem Abriss, der mit Abbruchkosten in Höhe von 30.000 Euro kalkuliert wird, soll die Nachnutzung der frei werdenden Fläche im Rahmen der Städtebausanierung überplant werden. "Es würde sich dort unter anderem die Anlegung von Fahrradabstellplätze und je nach Platzverfügbarkeiten die Herstellung von Parkplätzen anbieten", heißt es in der Vorlage für die Ausschussmitglieder.

Befestigte Veranstaltungsfläche statt Kulturpavillon

Garrel wächst und damit auch das kulturelle Angebot in der Gemeinde. Was fehlt, ist ein Kulturpavillon, der fest im Dorfpark installiert wird, für Konzerte genutzt werden kann, aber auch für Lesungen, Comedy, Theater und Gottesdienste. Das meint zumindest die SPD-Fraktion im Rat der Gemeinde Garrel und hat einen entsprechenden Antrag gestellt. Als Beispiele wurden ähnliche Gebäude auf Föhr, in Neuharlingersiel und auf Borkum genannt. Diese haben eine Größe von 50 bis 60 Quadratmetern. Eine Nachfrage beim Musikverein habe ergeben, dass mindestens 60 Quadratmeter erforderlich seien, so Sonja Schmidt am Donnerstag im Fachausschuss.

Statt eines Gebäudes würde es ausreichen, eine befestigte Veranstaltungsfläche zu schaffen, meinte Dirk Koopmann (CDU). „Dazu sollen Strom- und Wasseranschlüsse und sanitäre Anlagen sowie besonders auch eine behindertengerechte Toilette in die Planungen aufgenommen werden“, formulierte er den Gegenantrag der Christdemokraten. Etwaige Lärmaspekte seien dabei zu berücksichtigen. Dem konnte sich auch Ausschussvorsitzender Arnold Hannöver anschließen. „Die genannten Beispiele sind Zentren, in denen der Tourismus boomt. Wir sind gerne bereit, die Kultur zu fördern, müssen aber auch Garrel bleiben“, so Hannöver. Ein Kompromiss, mit dem am Ende alle Ausschussmitglieder leben konnten, denn die Beschlussempfehlung der CDU verließ das Gremium einstimmig.

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