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Abivorbereitung geht am besten in der Schule

Das Kultusministerium hat den Präsenzunterricht für komplette Abiturkurse ermöglicht. Während sich andernorts Widerstand dagegen regt, sehen Friesoyther Abiturienten darin durchaus Vorteile.

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Stehen hinter dem Präsenzunterricht: Abiturientinnen und Abiturienten der beruflichen Gymnasien Friesoythe. Foto: Stix

Stehen hinter dem Präsenzunterricht: Abiturientinnen und Abiturienten der beruflichen Gymnasien Friesoythe. Foto: Stix

Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne hat es den Gymnasien landesweit ermöglicht, vom Wechsel zwischen Präsenz- und Distanzunterricht (Szenario B) abzuweichen. Bei ausreichenden räumlichen Kapazitäten ist es demnach zulässig, "komplette Klassen bzw. Kurse in der Schule zu unterrichten", sofern der Mindestabstand eingehalten werde.

Während diese ministerielle Hintertür beispielsweise an Oldenburger Gymnasien zu heftigen Protesten führt, sind die Abiturientinnen und Abiturienten an den beruflichen Gymnasien der BBS Friesoythe und am Albertus-Magnus-Gymnasiums mit der Maßnahme größtenteils einverstanden. „Wir können uns so besser auf das Abitur vorbereiten“, sagt etwa Christoph Thomann, Abiturient und Mitglied der Schülervertretung am Albertus-Magnus-Gymnasium (AMG). "Bislang sind noch keine Beschwerden bei der Schülervertretung eingegangen, die meisten sind damit zufrieden."

"In der Schule mit allen zusammen fällt es leichter, Themen zu verstehen als im digitalen Unterricht zu Hause."Laura Jannink, Abiturientin

Natürlich müsse das jeder für sich selbst entscheiden, betont Thomann. Für ihn jedenfalls habe die Abiturvorbereitung derzeit Priorität. Und die funktioniere seiner Ansicht nach im durchgängigen gemeinsamen Präsenzunterricht am besten. "Insgesamt fühlen wir uns den Umständen entsprechend gut vorbereitet", sagt er.

Ein Urteil, dem sich auch die Abiturientinnen und Abiturienten der BBS anschließen. Laura Jannink etwa betont die Chance, die der gemeinsame Unterricht bringt. "In der Schule mit allen zusammen fällt es leichter, Themen zu verstehen als im digitalen Unterricht zu Hause", sagt sie. Das liege allerdings nicht daran, dass die Lehrkräfte im Distanzunterricht weniger engagiert seien, versichert Domenico Laut. "Wir wissen, dass die sich alle Mühe geben, aber Homeschooling ist einfach nicht so leicht", hat er festgestellt.

Präsenzunterricht gleicht Nachteile aus dem Frühjahr aus

Gleichzeitig wird deutlich, dass die Schülerinnen und Schüler den Präsenzunterricht auch als Möglichkeit sehen, Nachteile aus dem ersten Lockdown auszugleichen. "Anders als andere Landkreise waren wir hier wegen der hohen Inzidenzzahlen im Frühjahr schon einmal für längere Zeit im Wechselunterricht und damit immer wieder im Homeschooling", sagt etwa Tom Reeke. Der momentan praktizierte durchgängige Präsenzuntericht sei für die Vergleichbarkeit des Abiturs auf Landesebene wichtig.

"Ich gehe zur Schule, damit ich mein Abi so gut wie möglich machen kann."Chiara Nordbruch, Abiturientin

Alle Abiturienten machen indes deutlich, dass die Entscheidung für den Präsenzunterricht jeder für sich selbst treffen müsse. So wie Chiara Nordbruch beispielsweise, die lange mit sich gerungen hat. "Ich habe Risikopersonen zu Hause und deswegen einen anderen Hintergrund", erzählt sie. Auch wenn es keine Präsenzpflicht gebe, habe sie sich gegen den digitalen Unterricht zu Hause entschieden. "Eigentlich wäre mir Distanzunterricht lieber, aber es ist halt nicht das Gleiche wie wenn man vor Ort ist", sagt sie. "Ich gehe zur Schule, damit ich mein Abi so gut wie möglich machen kann."

Eine Entscheidung, die auch Jana Strauch getroffen hat. Sie sei zwiegespalten, sagt sie, sehe aber, dass fortlaufender Präsenzunterricht ohne Phasen im Homeschooling das Beste sei. "Ich habe zu Hause weniger mitbekommen und deshalb das Gefühl, dass es für mich besser ist, in die Schule zu gehen. Aber ich habe Bauchschmerzen dabei."

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