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Abfallbilanz im Kreis Cloppenburg: So viel Müll verbraucht jeder Einwohner

Die Kreisverwaltung hat den entsprechenden Bericht für das vergangene Jahr vorgelegt. Demnach sind insgesamt knapp über 90.000 Tonnen an Abfall im Landkreis Cloppenburg angefallen.

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Gelbe Tonne: Der Verbrauch pro Einwohner ist in den beiden vergangenen Jahren im Kreis Cloppenburg gestiegen. Symbolfoto: Hermes

Gelbe Tonne: Der Verbrauch pro Einwohner ist in den beiden vergangenen Jahren im Kreis Cloppenburg gestiegen. Symbolfoto: Hermes

Knapp über 90.000 Tonnen an Abfall sind im vergangenen Jahr im Landkreis Cloppenburg angefallen. Dies geht aus einer Bilanz der Kreisverwaltung hervor, die zuletzt Thema im Fachausschuss war. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Mengenzuwachs von 1188 Tonnen und einer Steigerung von 1,3 Prozent.

Das durchschnittliche Abfallaufkommen pro Einwohner lag 2021 bei 506 Kilogramm. Davon konnten 360 Kilogramm verwertet werden, 146 Kilogramm wurden beseitigt. Die Verwertungsabfälle sind im Vergleich zum Vorjahr um 4 Kilogramm pro Einwohner gestiegen, die Beseitigungsabfälle hingegen um 2 Kilogramm gesunken. Die Abfälle aus der Biotonne landeten mit einem Pro-Kopf-Aufkommen von 102 Kilogramm ganz vorne, gefolgt von den Grünabfällen (64).

Bei der gelben Tonne ist der Wert erneut gestiegen und liegt nun bei 44 Kilogramm pro Einwohner (+3). 2019 hatte der Wert sogar bei nur 35 Kilogramm gelegen. An Hausmüll fielen im vergangen Jahr je Einwohner 146 Kilogramm an, davon landeten durchschnittlich 139 Kilogramm in der schwarzen Restmülltonne.

Während das Abfallaufkommen im Vergleich der Jahre 2019 zu 2020 mit einem Zuwachs von 6,4 Prozent und 5.365 Tonnen seinen bisher größten Anstieg verzeichnete, hat sich das Abfallaufkommen zu 2021 wieder normalisiert. "Zum Jahr 2020 war der Mengenanstieg aufgrund der Corona-Pandemie und dem damit einhergehenden vermehrten Müllaufkommen aufgrund von Homeoffice und Aufräumaktionen besonders hoch", heißt es in der Abfallbilanz.

62.852 Tonnen der Abfälle konnten verwertet werden, dies bedeutet eine leicht gestiegene Recyclingquote von 69,54 Prozent. "In der Regel stammen diese Abfälle aus privaten Haushaltungen", so der Landkreis. Gewerbebetriebe seien nämlich verpflichtet, die bei ihnen anfallenden Abfälle in eigener Regie zu verwerten oder verwerten zu lassen. Der Anteil der verwertbaren Abfälle habe sich in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich positiv entwickelt. Während in den 90er-Jahren und Anfang der 2000er noch mehr Abfälle beseitigt als wiederverwertet worden sind, dominiert heute dieser Anteil deutlich. "2003 überstieg der Verwertungsanteil erstmals den Beseitigungsanteil", so der Kreis weiter.

In 2021 nutzten kreisweit 72,38 Prozent der Haushalte eine Biotonne

In 2021 nutzten kreisweit 72,38 Prozent der Haushalte eine Biotonne. Knapp 1100 Behälter seien im Laufe des Jahres hinzugekommen, was für eine hohe Akzeptanz der Biotonne in der Bevölkerung spreche. Diese Abfälle nehmen mit 17.886 Tonnen die größte Position bei den verwertbaren ein, dahinter folgen Grünabfälle (11.177), Papier (9965) und die gelbe Tonne (7624).

Im Bereich der gelben Tonne hat der Landkreis eine Menge von 7624 Tonnen verzeichnet, was ein Plus von 8,8 Prozent bedeutet. Im Vergleichszeitraum davor gab es sogar eine Steigerung von 17,5 Prozent. Auch 2021 sei eine Ursache womöglich die Corona-Pandemie.  Gründe vermutet der Landkreis beim vermehrten Onlinehandel sowie in der Herstellung von To-Go-Verpackungen und kleinerer Verpackungseinheiten für Singlehaushalte.

Bei Papierabfällen habe sich bereits 2020 ein Mengenrückgang von 5,4 Prozent bestätigt. Auch im vergangenen Jahr 2021 habe die Menge in diesem Bereich um 156 Tonnen abgenommen. Dieser Trend lässt sich nach Angaben des Kreises bundesweit beobachten. Es würden immer weniger Druckerzeugnisse in der Altpapiertonne entsorgt werden, stattdessen steigt der Anteil an Pappe und Kartonagen. Dadurch könne jedoch das Volumen der Papiertonnen nicht voll genutzt werden.

Die Menge an Sperrmüll ist gestiegen

Im vergangenen Jahr hat der Landkreis zudem 2,3 Prozent mehr Sperrmüll verzeichnet, die Menge lag bei 5040 Tonnen. Zwei Jahre zuvor summierte sich diese noch auf 4158 Tonnen. Als Gründe für das höhere Aufkommen nennt die Verwaltung neben der wachsenden Einwohnerstruktur auch Neuanschaffungen nach einer Renovierung oder einem Umzug. "Möglichweise steht auch die Corona-Pandemie und die dadurch vermehrte Zeit für Aufräumaktionen mit den hohen Mengen im Zusammenhang", heißt es in der Bilanz. 2020 haben 9375 Haushalte die Sperrmüllabfuhr genutzt, im Jahr danach waren es 8561 Anmeldungen.

Eine deutliche Zunahme von 47,1 Prozent gab es bei Altreifen, Soweit eine Rückgabe über den Handel nicht möglich ist, können diese bei den Entsorgungszentren gegen Gebühr angeliefert werden. Die Menge ist um 32 Tonnen angestiegen und lag bei 100 Tonnen. "Insbesondere im Jahr 2021 wurden vermehrt größere Mengen Altreifen in der freien Landschaft gefunden und durch die untere Abfallbehörde entsorgt", teilt der Kreis dazu mit.

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