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Ab jetzt klingelt es an den Dinklager Geschäften

Mithilfe sogenannter "Funk-Klingeln" sollen Menschen mit Behinderung oder Senioren auf sich aufmerksam machen können. Die Initiatoren wollen damit auch mehr Selbstständigkeit ermöglichen.

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Erst klingeln, dann kommt Hilfe: In 20 Dinklager Geschäften sind die Funk-Klingeln nun angebracht.   Foto: Böckmann

Erst klingeln, dann kommt Hilfe: In 20 Dinklager Geschäften sind die Funk-Klingeln nun angebracht.   Foto: Böckmann

Die Stadt Dinklage ist wieder ein Stück barrierefreier geworden: An etwa 20 Geschäfts- und Restauranteingängen sind Funk-Klingeln installiert worden, damit Menschen mit Behinderung oder auch Senioren auf sich aufmerksam machen können. Hintergrund der Gemeinschaftsaktion des Teilhabekreises Dinklusiv und der Bürgeraktion: Viele Geschäfte in Dinklage sind nur über Stufen zu erreichen sind.

Funk-Klingeln sind am "praktikabelsten"

"Mit einfachen Mitteln kann eine einfache Wirkung erzielt werden", findet Dinklusiv-Projektleiter Heinz Fischer. Denn die Stufen vor den Geschäften zu verändern, sei ein schwieriges Unterfangen. "Die Lösung mit den Funk-Klingeln ist deshalb am praktikabelsten", meint Fischer. So können etwa die teils barrierefreien Hintereingänge der Geschäfte genutzt werden oder zumindest eine Beratung draußen vor der Tür stattfinden. "Der nächste Schritt wäre dann, dass sich die Geschäfte mobile Rampen zulegen, damit zum Beispiel Rollstuhlfahrer die Stufen hochfahren können."

Ladenbesitzer Frank Beckermann freut sich über die Klingel. "Erst letztens hatten wir die Situation, dass wir eine ältere Dame nicht gehört haben." Das könne jetzt vermieden werden. Für Rollstuhlfahrer habe er zudem eine mobile Rampe parat.

Das Klingeln klappt: Darüber freuen sich: (von links) City-Manager Alexander Bartz, Politiker Nils Röbke-Stadtsholte und Dinklusiv-Projektleiter Heinz Fischer.     Foto: KessenDas Klingeln klappt: Darüber freuen sich: (von links) City-Manager Alexander Bartz, Politiker Nils Röbke-Stadtsholte und Dinklusiv-Projektleiter Heinz Fischer.     Foto: Kessen

Nils Röbke-Stadtsholte, Dinklager Ratsherr und selbst Rollstuhlfahrer, weist auf das Bedürfnis hin, selbstständig zu sein. „Die Barrierefreiheit ermöglicht uns genau diese Selbstständigkeit“, sagt er. Es gehe aber nicht nur um Menschen mit Behinderung, sondern auch um ältere Personen oder Leute, die etwa mit dem Kinderwagen unterwegs sind.

Außerdem ist auf dem Schild eine Blindenschrift aufgedruckt. "So sollen alle mitgenommen werden", sagt Röbke-Stadtsholte. Dinklusiv-Leiter Fischer dankte Marianne Strieker vom Behindertenbeirat des Landkreises Vechta, die das Projekt bei der Blindenschrift und bei der Farbauswahl der Schilder (für die notwendigen Kontraste zur besseren Erkennung) unterstützte.

Vorher Befragung im Kardinal-von-Galen-Haus 

Grundlage der Aktion ist eine Befragung in den Wohngruppen des Kardinal-von-Galen-Hauses, in der diese Barrieren bei den Geschäftseingängen von vielen Bewohnern angemerkt worden waren. City-Manager Alexander Bartz zeigte sich von den Funk-Klingeln angetan: "Das ist ein tolles Projekt, so soll Zusammenarbeit in Dinklage aussehen." Durchgeführt und finanziert wurde die Umsetzung durch die Stadt Dinklage, die Bürgeraktion und Dinklusiv.

  • Info: Für die Geschäfte ist die Beteiligung kostenlos. Weitere Ladenlokalbesitzer, Arztpraxen oder Einzelhändler, die bei dem Projekt mitmachen möchten, können sich beim Teilhabekreis "Dinklusiv" melden.

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