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875 Jahre Holthausen: Die Feierlichkeiten finden 2022 statt

Die Corona-Pandemie verhindert, dass das Jubiläum in diesem Jahr angemessen gewürdigt werden kann. Das große Fest der Dorfgemeinschaft ist aber nur aufgeschoben, nicht aufgehoben.

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Ein Jubiläum im Stillen: Holthausen besteht 2021 seit 875 Jahren. Die Bauerschaft geht unter anderem auf die Hofstelle Tabke-Haskamp zurück, die im 13./14. Jahrhundert auf die – im Bild zu sehenden – Hofstellen Gottke-Haskamp (heute Heinz Gottke-Haskamp), Haskamp (heute Josef und Rainer Bornhorn) sowie Tapke-Haskamp (heute Franz-Josef Athmann) aufgeteilt wurde. Foto: große Osterhues

Ein Jubiläum im Stillen: Holthausen besteht 2021 seit 875 Jahren. Die Bauerschaft geht unter anderem auf die Hofstelle Tabke-Haskamp zurück, die im 13./14. Jahrhundert auf die – im Bild zu sehenden – Hofstellen Gottke-Haskamp (heute Heinz Gottke-Haskamp), Haskamp (heute Josef und Rainer Bornhorn) sowie Tapke-Haskamp (heute Franz-Josef Athmann) aufgeteilt wurde. Foto: große Osterhues

Holthausen feiert – aber wegen der Corona-Pandemie nur im Stillen. Die Bauerschaft besteht 2021 seit 875 Jahren. Das geplante Jubiläumsfest, das eigentlich Mitte Juli stattfinden sollte, musste aufgrund der weiterhin ernst zu nehmenden Lage abgesagt werden. Die Dorfgemeinschaft möchte die Feierlichkeiten nach eigenen Angaben nun im August 2022 nachholen.

Walter Scherbring, ehemaliger Vorsitzender des Heimatvereins Steinfeld und früherer Rektor der Don-Bosco-Schule, hat die geschichtliche Entwicklung aufgearbeitet. Nachzulesen ist sie in einer Chronik, die anlässlich des Jubiläums erstellt wurde.

Holthausen – bestehend aus den Orten Holthausen und Haskamp – zählt demnach zu den ältesten Bauerschaften der Gemeinde Steinfeld. Holthausen (auf Plattdeutsch "Holthusen") und Haskamp ("Hascampe" oder "Hasecampe") wurden nachweislich zum ersten Mal in den Jahren 1146 beziehungsweise 1160 in 2 Urkunden des Osnabrücker Bischofs Philipp genannt.

Wer mehr über die Bauerschaft Holthausen erfahren möchte, dem sei die Ende 2020 veröffentlichte Chronik ans Herz gelegt. Foto: Druckerei HeimannWer mehr über die Bauerschaft Holthausen erfahren möchte, dem sei die Ende 2020 veröffentlichte Chronik ans Herz gelegt. Foto: Druckerei Heimann

Während Holthausen nach Angaben des Historikers Clemens Pagenstert auf die Hofstellen Diekmann (heute Franz und Arndt Möhlenhaskamp) und kleine Holthaus (heute Agnes beziehungsweise Christoph Möller) zurückgeht, handelte es sich beim Ort Haskamp ursprünglich um die Hofstelle Tabke-Haskamp, die im 13./14. Jahrhundert auf die Hofstellen Gottke-Haskamp (heute Heinz Gottke-Haskamp), Haskamp (heute Josef und Rainer Bornhorn) sowie Tabke-Haskamp (heute Franz-Josef Athmann) aufgeteilt wurde.

Über Jahrhunderte hinweg prägte die Landwirtschaft das Leben in Holthausen. Erst nach Ende des Zweiten Weltkriegs entstanden planmäßig angelegte Kleinsiedlungen wie "Am Osterberg", "Am Kreuzberg" und "Hövel". Auch im Jahr 2021 gibt es noch 20 Einzelhöfe.

Etwa 625 Menschen nennen Holthausen ihre Heimat

Heute leben etwa 625 Menschen in circa 120 Familien in der Bauerschaft. Sie verteilen sich auf einer Fläche von etwa 700 Hektar, davon sind circa 200 Hektar Moor. Die Holthausener sind stolz auf ihren Fleiß, ihre Bodenständigkeit und ihre Gemeinschaft. Die Dorfgemeinschaft ist traditionsbewusst und gleichzeitig modern. Die Schützenkompanie, die jährlichen Fahrradtouren und die Feste zeugen von einem intakten dörflichen Leben.

Ein weiterer Beleg dafür ist die Silbermedailleim Bundeswettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" (heute "Unser Dorf hat Zukunft"), die die Bauerschaft mit einer überragenden Gemeinschaftsleistung im Jahr 1991 erringen konnte. Bei der Verleihung in Berlin war auch Karl Hürkamp. Er ist seit 50 Jahren der "Burvaogt" (Bezirksvorsteher) der Bauerschaft.

Wer mehr über die Bauerschaft Holthausen erfahren möchte, dem sei die Ende 2020 veröffentlichte Chronik ans Herz gelegt. Das fast 500 Seiten starke Werk – das fast 1000 Bilder beinhaltet – hat der sogenannte Buchvorstand, dem Margarete Vatterott, Heinz Gottke-Haskamp, Christoph Möhlenhaskamp und Konrad Gottke-Haskamp angehörten, in mühevoller, 4-jähriger Detailarbeit erstellt.

Chronik ist weiterhin für 33 Euro erhältlich

Der Schwerpunkt der Chronik liegt in der Darstellung der Familien und ihrer Vorfahren. Auch Erinnerungen an Brauchtümer, Geschichten und Anekdoten und das Plattdeutsche –ein fester Bestandteil der Bauerschaft – haben Eingang in das Werk gefunden.

  • Info: Die Chronik der Bauerschaft Holthausen ist weiterhin beim Landgasthaus Stärk-Berding (Telefon 05492/445) und bei Heinz Gottke-Haskamp (Telefon 05492/7599) erhältlich. Sie kostet 33 Euro.

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