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812 Neuinfektionen binnen 24 Stunden: Coronazahlen im OM steigen rapide weiter

Im Kreis Cloppenburg ist mit über 2000 aktiven Coronafällen eine neue Höchstmarke erreicht worden. Der Kreis Vechta meldet mit 413 neuen Infektionen ebenfalls einen neuen Spitzenwert.

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Symbolfoto: dpa

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Die Omikron-Variante treibt die Coronazahlen im Oldenburger Münsterland weiter in noch nie dagewesene Höhen. Auch am Freitag melden die beiden Gesundheitsämter in Cloppenburg und Vechta neue Höchstwerte. Im Cloppenburger Gesundheitsamt ist die telefonische Kontaktnachverfolgung nicht mehr zu bewältigen. Deshalb wird jetzt auf SMS umgestellt. Außerdem gibt es neue Quarantänebestimmungen für Schüler. Die aktuelle Lage in beiden Landkreisen im Überblick.

Die Corona-Lage im Landkreis Cloppenburg:

Dem Cloppenburger Gesundheitsamt liegen am Freitag 399 neue positive Testergebnisse vor. Demgegenüber stehen 191 Personen, die seit Freitag als genesen gelten. Die Zahl der aktiven und nachgewiesenen Infektionen im Landkreis Cloppenburg erreicht damit einen neuen Höchstwert und steigt erstmals über die 2000er-Marke - auf jetzt 2029 (Vortag: 1821).

Die 399 neuen Fälle werden abermals aus allen 13 Städten und Gemeinden gemeldet. Allein in der Stadt Cloppenburg sind es 116 neue Coronafälle (aktuell 480 aktive Infektionen), in Friesoythe sind es 67 (aktuell 300 aktive Infektionen) und in Molbergen 50 (aktuell 190 aktive Infektionen). Die übrigen Fälle verteilen sich relativ gleichmäßig auf die anderen zehn Kommunen.

In Anbetracht des hohen Niveaus, auf dem sich täglichen Fallzahlen mittlerweile bewegen, passt die Cloppenburger Kreisverwaltung die Kontaktnachverfolgung an. "Derzeit gehen mehr positive Fälle ein, als telefonisch kontaktiert werden können", berichtet Kreissprecher Sascha Sebastian Rühl am Freitagnachmittag. Ab Montag werde das System daher auf SMS-Benachrichtigungen umgestellt. Das Verfahren sei "extra für die durch die Omikron-Variante erwarteten hohen Fallzahlen geschaffen worden", so Rühl.

Jede positiv getestete Person werde, sobald sie vom Gesundheitsamt erfasst worden sei, mit einer Kurznachricht auf die beim Test angegebene Handynummer kontaktiert. "Die Kurzmitteilung weist die Person auf die Pflicht zur Isolierung und die Pflicht Kontaktpersonen zu informieren hin. Gleichzeitig enthält sie den Link zu einer Internetseite des Gesundheitsamtes, auf der die eigenen Daten und die der Kontaktpersonen übermittelt werden müssen", erklärt der Kreissprecher. Auf dieser Internetseite sei es dann auch möglich, sich für eine 10-tägige oder 7-tägige Quarantäne mit Freitestung zu entscheiden. "Negative PCR- oder Schnelltest-Ergebnisse aus einer anerkannten Teststelle können per E-Mail an negativtestung@lkclp.de geschickt werden", berichtet Rühl. 

Neue Quarantäneregel für Schüler im Kreis Cloppenburg

Der Landkreis Cloppenburg ändert außerdem die Quarantänebestimmungen für Schüler: "Auch sie müssen in 5-tägige Quarantäne, sollte sich eine positiv getestete Person in ihrem Haushalt befinden", erklärt Rühl. Wenn sie nach diesem Zeitraum noch symptomfrei seien und eine Schule mit regelmäßiger Testpflicht besuchen, können sie negativ getestet wieder den Unterricht gehen. Von dieser Regelung sind nicht Schüler betroffen, die geboostert sind oder Kontakt zu einer infizierten Person außerhalb des eigenen Haushaltes hatten.

Am Freitag sind im Landkreis Cloppenburg die Zahlen in den Krankenhäusern gestiegen: Aktuell werden 9 infizierte Patienten stationär behandelt (Vortag: 6). Davon liegt ein Patient auf der Intensivstation.


Die Corona-Lage im Landkreis Vechta

Das Vechtaer Gesundheitsamt meldet am Freitagnachmittag 413 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Das ist ein neuer Höchstwert. Den neuen Fällen stehen 138 Personen gegenüber, die seit Freitag als genesen gelten. Unterm Strich bleibt der Kreis Vechta damit im Gegensatz zum Landkreis Cloppenburg noch knapp unter der 2000er-Marke bei den aktiven und nachgewiesenen Infektionen – mit 1971 (Vortag: 1696).

Die neuen Fälle werden allen Städten und Gemeinden gemeldet. Allein in der Stadt Vechta sind es 111 Neuinfektionen (aktuell 556 aktive Coronafälle) und in der Stadt Lohne 93 Neuinfektionen (aktuell 417 aktive Coronafälle). Aus Damme werden 57 Neuinfektionen gemeldet (aktuell 257 aktive Coronafälle). Die übrigen Fälle verteilen sich relativ gleichmäßig auf die anderen sieben Kommunen.

Auch im Landkreis Vechta sind die Krankenhauszahlen nun gestiegen: Aktuell werden 17 infizierte Patienten stationär behandelt (Vortag: 12). Davon werden zwei Patienten aktuell auf der Intensivstation beatmet.

Kritik aus den Kreishäusern in Richtung Hannover und Berlin

Kritik in Richtung Landes- und Bundespolitik kommt am Freitag derweil aus beiden Kreishäusern. Dabei geht unter anderem um die Änderung des Impfstatus bei jenen, die das Vakzin von Johnson & Johnson erhalten haben.  "Alle Personen, die nach Johnson & Johnson mit einem weiteren Vakzin geimpft worden sind, sollten so lange als geboostert gelten, bis sie nach drei Monaten ihre Drittimpfung bekommen können“, fordert Landrat Tobias Gerdesmeyer.

Anlass für die Herabstufung des Impfstatus waren neue Empfehlungen des Paul-Ehrlich-Institutes, nachdem eine einmalige Impfung mit Johnson & Johnson nicht als vollständiger Impfschutz gewertet werden könne (OM Online berichtete bereits Ende Dezember). Wer danach eine weitere Impfung mit einem mRNA-Impfstoff bekommen hat, gilt damit nun nicht mehr als geboostert, sondern vielmehr als "grundimmunisiert".

"Auch im Landkreis Vechta haben sich viele Bürger mit Johnson & Johnson im Vertrauen darauf impfen lassen, dass sie nach der zweiten Impfung als geboostert gelten", berichtet Gerdesmeyer. Dass der Booster-Status diese Woche ohne jede Übergangsfrist vom Land zurückgenommen wurde, sorge für Unverständnis. Für sie gelte jetzt wieder die Testpflicht in den auf 2G-Plus beschränkten Bereichen. 

Auf die Neuregelung weist auch die Cloppenburger Kreisverwaltung hin. Gleiches gilt für den von 180 auf jetzt 90 Tage verkürzten Genesenen-Status. Rühl mahnte, den eigenen Status zu prüfen, ehe es zu Problemen bei etwaigen Corona-Kontrollen komme.

In Cloppenburg sieht man es vor allem kritisch, dass die Impfquote seit dem 20. Dezember nicht mehr aktualisiert werde. "Leider stellt das Niedersächsische Sozialministerium aufgrund eines Personalmangels keine Impfstatistik mehr zur Verfügung", moniert Kreissprecher Rühl. Deshalb habe man im Cloppenburger Kreishaus zurzeit nur einen Überblick auf die Daten der eigenen mobilen Impfteams - und die sehen wie folgt aus: 

Mit Stand vom 20. Januar haben die Impfteams im Kreis Cloppenburg  1835 Erst-, 1697 Zweit- und 18.156 Booster-Impfungen durchgeführt. Bei der Sonderimpfaktion im Landkreis Cloppenburg für 5- bis 11-Jährige mit dem für Kinder zugelassenen Vakzin von Biontech/Pfizer wurden bisher 736 Impfungen verabreicht.

Neue Zahlen aus den Gesundheitsämtern werden wieder am 24. Januar erwartet.

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