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8000 Kilometer: Cloppenburger starten in die "Baltic Sea Rallye"

Alex Budde und Martina Vossmann starten am Samstag ihre Rundreise durch Nord- und Osteuropa. Die Tour war bereits vor zwei Jahren geplant, Corona hatte diese bislang verhindert.

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Kurz vor der Tour: Am Freitag geht es für Alex Budde und Martina Vossmann nach Hamburg, dort wird gestartet.   Foto: Hermes

Kurz vor der Tour: Am Freitag geht es für Alex Budde und Martina Vossmann nach Hamburg, dort wird gestartet.   Foto: Hermes

8000 Kilometer in 16 Tagen: Alex Budde und Martina Vossmann machen sich am Freitag auf die Reise, einen Tag später starten die Cloppenburger von Hamburg aus in die Winter-Edition der "Baltic Sea Rallye". Die Strecke führt durch neun Länder, die Teilnahme war schon vor über zwei Jahren geplant. Corona hatte aber bislang einen Strich durch die Rechnung gemacht. 

Budde und Vossmann werden auf ihrer Rundreise Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland, Estland, Lettland, Litauen und Polen durchqueren. "Ursprünglich war auch Russland dabei. Dort darf man zurzeit aber nur mit dem Flugzeug einreisen", erzählt Budde. Gestartet wird am Samstagvormittag beim Fischmarkt in Hamburg, dort gibt es dann auch das Roadbook mit der Route und Aufgaben, die unterwegs erledigt werden müssen.

Was sie erwartet, wissen beide nicht, sie haben sich aber bereits Videos von vergangenen Touren angeschaut. Sicher ist offenbar eine Drift-Challenge auf einem Eissee in Schweden. Während sich Budde schon darauf freut, sagt Vossmann mit einem Lachen: "Da bin ich dann eher nur als Zuschauerin dabei". Ein Höhepunkt der Reise dürfte auch der Stopp beim Nordkap sein, die Teilnehmer dürfen mit ihrem Fahrzeug bis zur Weltkugel vorfahren und dort ein Foto machen. 

Zu zweit auf engem Raum: Die beiden werden die nächsten 16 Tage im Bulli verbringen. Foto: HermesZu zweit auf engem Raum: Die beiden werden die nächsten 16 Tage im Bulli verbringen. Foto: Hermes

Budde hat sich bereits seit über 2 Jahren auf die Tour vorbereitet, mit 3 Freunden wollte er die Sommervariante absolvieren. Dies soll auch in diesem Jahr noch nachgeholt werden. "Ich wollte das aber auch einmal im Winter sehen und erleben", sagt der Cloppenburger. Dass sie zu zweit fahren werden, sei vor rund 3 Monaten klar gewesen. "Ich bin abenteuerlustig und verrückt. Wenn man schon mal so eine Chance hat, will man sie auch nutzen", so Vossmann. Sie sei schon aufgeregt, die erste Nervosität habe sich allerdings schon wieder gelegt. Der Adrenalinspiegel dürfte am Freitag und Samstag kurz vor dem Start dann wieder in die Höhe schnellen.

Sie müssen täglich 500 bis 600 Kilometer zurücklegen

"Das wird bestimmt spektakulär", sind sich beide sicher. Besonders freuen sie sich auf die Lofoten, Polarlichter sowie die Eis- und Schneelandschaften. In Lappland sind Temperaturen bis minus 30 Grad angesagt, übernachtet wird im Auto: "Das ist zumindest der Plan." Eine Standheizung sorgt für Abhilfe, zudem ist der aufwändig umgebaute T4-Bulli gedämmt. Im Gepäck sind Ski-Anzüge, Thermo-Schlafsäcke und eine Wärmflasche. Wie sich die Zeit zu zweit auf so engem Raum auswirken wird, können beide noch nicht einschätzen. Sei sind aber guter Dinge, geprobt wurde jedenfalls mit einem Wohnmobil in Dänemark. 

So sah der Bulli im Dezember 2019 aus. Foto: Hermes
So sah der Bulli im Dezember 2019 aus. Foto: Hermes
Neu aufgebaut: Das Team hat zahlreiche Stunden investiert.
Neu aufgebaut: Das Team hat zahlreiche Stunden investiert.
Hebebühne: Das Fahrzeug hat das Rund-um-Paket bekommen.
Hebebühne: Das Fahrzeug hat das Rund-um-Paket bekommen.
Ursprüngliches Team: Tobias Konnemann, Sascha Fichte und Alexander Budde (von links). Es fehlt Stefan Weikard. Foto: Hermes
Ursprüngliches Team: Tobias Konnemann, Sascha Fichte und Alexander Budde (von links). Es fehlt Stefan Weikard. Foto: Hermes

Größere Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie müssen sie nicht beachten, in vielen der Länder habe es bereits weitreichende Lockerungen gegeben. Gefahren wird nach Karte, es gibt kein GPS, kein Navi und keine Autobahn: "Wir machen das wie früher und schreiben uns einige Orte heraus. Dann wird man den Weg schon finden", sagen beide mit einem Lächeln. Manchmal gebe es aber auch nur eine Straße, sie müssen jedenfalls täglich 500 bis 600 Kilometer schaffen.

Damit sich die Teilnehmer die Wartezeit verkürzen konnten, hatte der Veranstalter bereits im Vorfeld Aufgaben gestellt, die freiwillig und passend zu jedem Land absolviert werden konnten. So musste man für Schweden vor einem weltweit bekannten Einrichtungskonzern einen Kaffee in seinem Rallye-Fahrzeug trinken. Außerdem stand auch eine Tour im Wikinger-Kostüm auf einem Stand-up-Paddle auf dem Programm. Für die Aufgaben während der Rallye gibt es Punkte: "Die Wertung ist uns allerdings egal, wir wollen die Zeit genießen. So ein Abenteuer kann uns keiner mehr nehmen".


Fakten:

  • Der Allrad-Bulli hat 78 PS, gemeinsam hat die Gruppe ihn wieder flott gemacht.
  • Das Fahrzeug mit Baujahr 1995 hat rund 70.000 Kilometer gelaufen, wurde jedoch seit vielen Jahren nicht mehr gefahren.
  • In den Aus- und Umbau haben die Schrauber über 1000 Arbeitsstunden investiert. "Es wird Zeit, dass es losgeht", sagt Alexander Budde.

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