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800 Liter Löschwasser pro Minute: Neuer Saugbrunnen hilft bei Moorbränden

Der jetzt gebohrte Saugbrunnen soll künftig vor allem Feuerwehreinsätze in entlegenen Bereichen des Moores erleichtern. Zur Brandvorsorge wurden aber auch schon andere Dinge unternommen.

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Haben sich vor Ort in dieser Woche die Bohrarbeiten im Moor angeschaut (von links): Stadtbrandmeister Jan-Arthur Müller, Simon Tabeling (Hawita), Bürgermeister Kristian Kater und Josef Gramann (Gramoflor). Foto: Stadt Vechta

Haben sich vor Ort in dieser Woche die Bohrarbeiten im Moor angeschaut (von links): Stadtbrandmeister Jan-Arthur Müller, Simon Tabeling (Hawita), Bürgermeister Kristian Kater und Josef Gramann (Gramoflor). Foto: Stadt Vechta

Im Moor bei Vechta hat die Stadt in dieser Woche einen Brunnen bohren lassen, aus dem die Freiwillige Feuerwehr Löschwasser zur Bekämpfung von Bränden fördern kann. "Dadurch werden Einsätze auch in entlegenen Bereichen des Moores erheblich erleichtert", erläutert Bürgermeister Kristian Kater in einer Pressemitteilung der Stadt. 800 Liter pro Minute könnten aus dem Saugbrunnen entnommen werden. Wenn es ohnehin um jede Minute gehe, müssten die Feuerwehrleute wesentlich weniger Schläuche verlegen. Die Versorgungsstrecke könne um bis zu 1,6 Kilometer verkürzt werden.

Gesamtkosten liegen bei circa 5.000 Euro

Bürgermeister Kater, Stadtbrandmeister Jan-Arthur Müller sowie die Firmenchefs der heimischen Erdenproduktionsbetriebe, Simon Tabeling (Hawita) und Josef Gramann (Gramoflor), haben sich in dieser Woche vor Ort die Bohrarbeiten im Moor angeschaut. Die Stadt Vechta, Hawita und Gramoflor finanzieren gemeinsam den Saugbrunnen zu je einem Drittel der Gesamtkosten von circa 5.000 Euro, informiert die Verwaltung weiter. "Wir werden von den Firmen immer wieder gut unterstützt. Die Bekämpfung von Moorbränden und auch Vorsorgemaßnahmen sind eine Gemeinschaftsaufgabe", erklärt Verwaltungschef Kater.

Die Partner setzen vor allem darauf, die Bevölkerung für die Gefahr von Moorbränden, insbesondere in längeren Trocken- und Hitzephasen, zu sensibilisieren. "Am besten ist es natürlich, wenn ein Brand gar nicht erst entsteht. Dabei kommt es auf das umsichtige Verhalten von uns allen an", sagt Stadtbrandmeister Müller. Zur Vorsorge haben die Feuerwehr, die Firmen und die Stadt gemeinsam laut Mitteilung schon vieles unternommen. Die Unternehmen haben eine Liste mit Ansprechpartnern, die ihnen im Notfall sofort helfen können. Güllefässer mit Wasser und Eimer wurden angeschafft und stehen den Gramoflor- und Hawita-Mitarbeitern immer zur Verfügung, um kleine Brände gleich zu löschen. Davon gibt es ziemlich viele, bis zu 40 im Jahr, wie Simon Tabeling und Josef Gramann berichten.

Stadtbrandmeister spricht von "Materialschlacht"

Doch wenn dies nicht rechtzeitig geschieht, kann schnell ein großer Moorbrand entstehen. Dann muss die Feuerwehr ausrücken. Vor allem in den entlegenen Gebieten mobilisiert sie alle Kräfte, um eine Wasserversorgung zum Löschen herzustellen. Die Feuerwehrleute sind schon mal tagelang im Einsatz, ehe das Feuer komplett unter Kontrolle ist, skizziert Pressesprecher Volker Kläne in der Mitteilung. "Die Einsätze sind nicht nur mit einem logistisch enormen Aufwand verbunden, sondern verlangen den Einsatzkräften auch körperlich alles ab", ergänzt Bürgermeister Kater. Stadtbrandmeister Müller spricht von einer "Materialschlacht". Kilometerlange Schlauchleitungen müssten schnellstmöglich verlegt werden, um an die Feuer zu gelangen. Und trotzdem entstünden langfristige Schäden für Natur – hinzukämen Einsatzkosten und der wirtschaftliche Schaden für die Firmen.

Durch den Saugbrunnen können nun Zeit, Wege und Material gespart werden. Helfen soll demnächst auch eine Einteilung der weitläufigen Moorflächen in Planquadrate. Schließlich gibt es dort keine Straßennamen. Bis das Feuer lokalisiert ist, kann wichtige Zeit verstreichen. Mit Hilfe von zahlreichen beschilderten Orientierungspunkten können auch Spaziergänger im Moor genaue Standortangaben machen, wenn sie einen Brand entdecken und die Feuerwehr rufen.

Der beste Schutz ist umsichtiges Verhalten

Doch der einfachste und beste Schutz, da sind sich alle einig, ist ein umsichtiges Verhalten aller Moorbesucher, damit Brände erst gar nicht entstehen. Die richtigen Verhaltensweisen stehen in der Verordnung des Landkreises Vechta. "An die Vorschriften hat sich jeder zu halten. Wer sie trotz aller Warnungen missachtet, kann mit einer Geldbuße bis zu 5.000 Euro bestraft werden – und auch an den hohen Einsatzkosten beteiligt werden", verdeutlicht Volker Kläne.

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