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7 Verletzte nach Kampfmittelsprengung im Emsland

Um als Reaktion auf den Moorbrand vor 3 Jahren einen Brandschutzstreifen anlegen zu können, müssen Munitionsreste beseitigt werden. Dabei passierte am Mittwoch das Unglück.

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Helfer bauen vor einer Klinik eine Dekontaminationsschleuse auf. Bei Arbeiten zur Kampfmittelbeseitigung auf der Wehrtechnischen Dienststelle 91 bei Meppen im Emsland sind am Mittwoch sieben Menschen verletzt worden. Foto: dpa / NWM-TV

Helfer bauen vor einer Klinik eine Dekontaminationsschleuse auf. Bei Arbeiten zur Kampfmittelbeseitigung auf der Wehrtechnischen Dienststelle 91 bei Meppen im Emsland sind am Mittwoch sieben Menschen verletzt worden. Foto: dpa / NWM-TV

Bei Arbeiten zur Kampfmittelbeseitigung auf der Wehrtechnischen Dienststelle 91 bei Meppen im Emsland sind am Mittwoch sieben Menschen verletzt worden. Fünf Bundeswehrangehörige und zwei externe Sprengstoffexperten mussten am Abend in ein Meppener Krankenhaus zur Beobachtung gebracht werden. Niemand sei schwer verletzt worden, sagte ein Sprecher der Feuerwehr im Emsland. Vermutlich atmeten die Munitionsexperten Reizgase ein.

Dem Feuerwehrsprecher zufolge waren auf dem Bundeswehrgelände routinemäßig nicht mehr transportfähige Kampfmittel gesprengt worden. Danach sollte kontrolliert werden, ob alle Kampfmittel beseitigt wurden. Dabei habe ein erster Mitarbeiter über Atemwegsprobleme geklagt, danach hätten sich weitere mit Beschwerden gemeldet.

Verletzte mussten dekontaminiert werden

Daraufhin seien der Rettungsdienst der Bundeswehr und die örtliche Feuerwehr verständigt worden. Das Krankenhaus habe dann die Kreisfeuerwehr verständigt, weil die sieben Patienten zunächst gereinigt werden mussten, bevor sie in die Klinik gebracht werden konnten. Es sei eine Dekontaminierungsstrecke aufgebaut worden.

„Wir gehen davon aus, dass es sich um Tränengas gehandelt hat“, sagte ein Sprecher der Wehrtechnischen Dienststelle 91. Die Betroffenen hätten nur leichte Atemwegsreizungen davongetragen. Weil man kein Risiko eingehen wollte, seien sie vorsichtshalber ins Krankenhaus gebracht worden.

Munitionsreste werden für Brandschutzstreifen gesprengt

Die Wehrtechnische Dienststelle 91 im Emsland dient zur Waffen- und Munitionserprobung. Vor drei Jahren gab es auf dem Gelände einen wochenlangen Moorbrand, der bei einem Waffentest ausgebrochen war. Als Reaktion darauf soll deshalb ein Brandschutzstreifen angelegt werden. Aus diesem Grund werden die Kampfmittel in diesem Bereich geräumt.

Unterdessen fordern die Grünen in Bezug auf den großflächigen Moorbrand im Emsland vor drei Jahren ein verstärktes Handeln der Landesregierung. „Die Landesregierung und Umweltminister Lies lassen das Emsland leider total im Stich. Außer markigen Worten nehmen SPD und CDU anscheinend keinen Einfluss auf ihre Parteifreunde in der Bundesregierung“, sagte der Fraktionsvize der Grünen, Christian Meyer. Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) solle den Moorbrand „endlich zur Chefsache machen“, forderte Meyer.

Moorbrand war selbst aus dem Weltall zu sehen

Der sich unterirdisch ausbreitende Moorbrand war Anfang September 2018 bei einem Waffentest auf einem Bundeswehrgelände im Emsland ausgelöst worden. Der Brand schwelte mehr als einen Monat lang. Der Rauch war über weite Teile Nordwestdeutschlands gezogen und auch auf Satellitenaufnahmen aus dem Weltall zu sehen. Zeitweise herrschte in den angrenzenden Gemeinden Katastrophenalarm.

Zuletzt hatte der Landkreis eine zähe Beseitigung der ökologischen Schäden und fehlenden Nachdruck bei den Anstrengungen der Bundeswehr kritisiert. „Ich erwarte vom Bundesverteidigungsministerium, dass ein Schaden, den es selbst verursacht hat, auch kompensiert“, sagte Landes-Umweltminister Olaf Lies (SPD) auf dpa-Anfrage. Hier gebe es eine politische Verpflichtung zu. Das Umweltministerium in Hannover beziffert die damals entstandenen Schäden auf insgesamt 50 Millionen Euro. Bei dem Brand seien mindestens eine halbe Tonne CO2 freigesetzt worden.

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