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7-Tage-Inzidenz für Kreis Vechta steigt auf 234,6

Nach 194 Neuinfektionen innerhalb von 2 Tagen steigt der Wert am Sonntag erheblich an. In Cloppenburg macht die Zahl ebenfalls einen deutlichen Sprung – und liegt knapp unter der 200er-Marke.

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Symbolfoto: dpa

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Die 7-Tages-Inzidenzen für das Oldenburger Münsterland sind am Sonntag erheblich gestiegen: Für den Landkreis Vechta liegt der Wert nun bei 234,6. Das meldet das niedersächsische Landesgesundheitsamt (NLGA) in Hannover. Am Vortag lag die Zahl der Neuinfektionen binnen einer Woche pro 100.000 Einwohner noch bei 172,3 – und hatte da bereits einen großen Sprung gemacht. Auch im Landkreis Cloppenburg ist die Lage ähnlich: Hier steigt der Inzidenzwert von 158,2 deutlich auf 196,3. Zuvor war er gesunken.

Der Kreis Vechta hat damit am Sonntag die 200er-Marke geknackt, ab der ein Landkreis in Niedersachsen bisher als sogenannter Corona-Hotspot galt. Cloppenburg liegt nur knapp darunter. Was hat das für Auswirkungen für das Oldenburger Münsterland? Zunächst keine, denn in der aktuellen Corona-Verordnung des Landes spielt eine 7-Tage-Inzidenz von über 200 derzeit nur eine untergeordnete Rolle. So sollen etwa die geplanten Modellprojekte für Öffnungen gestoppt werden, sobald ein Landkreis diese Marke überschreitet – sofern die hohe Inzidenz nicht auf einen bestimmten Infektionsherd oder auf die vielen Tests im Zuge des Modellprojekts zurückzuführen ist. Für die Modellprojekte hatten sich auch Kommunen aus dem Oldenburger Münsterland beworben. Eine 2. Auswahlrunde für weitere Teilnehmer soll noch folgen – auch hier mit einer Inzidenz unter 200 als Voraussetzung.

Unterdessen sieht die Corona-Verordnung allerdings schon viel früher Handlungsbedarf seitens der Landkreise bei hohen 7-Tage-Inzidenzwerten: Ab einer Inzidenz von über 100 an 3 Tagen in Folge, haben die Kreisverwaltungen weitere Anordnungen zu treffen – etwa Betretungsverbote für bestimmte öffentliche Plätze. Liegt ein Landkreis zudem an 3 aufeinanderfolgenden Tagen über dem 150er-Grenzwert, wird der Kreis laut aktueller Corona-Verordnung des Landes Niedersachsen in die Pflicht genommen, mit einer Ausgangssperre auf die Infektionszahlen zu reagieren.

Die Vechtaer Kreisverwaltung hatte aber zuletzt nach einer juristischen Prüfung als Reaktion auf ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg kurz vor der geplanten Einführung wieder Abstand von einer nächtlichen Ausgangssperre genommen. Andere Maßnahmen hat der Landkreis seitdem nicht ergriffen. In Cloppenburg läuft die derzeitige Verfügung über die Ausgangsbeschränkung in der Nacht von Sonntag auf Montag um Mitternacht aus. Mit Blick auf ein Urteil des Oberwaltungsgerichtes Lüneburg wird die Ausgangssperre aber nicht verlängert.

Wie berichtet, hatte das Landesgesundheitsamt aufgrund der Meldeverzögerungen darauf hingewiesen, dass die Fallzahlen derzeit nur bedingt interpretierbar sind. Das Problem: Solange die Ostertage in den Zeitraum der vergangenen 7 Tage fallen, geben die 7-Tage-Inzidenzen kein realistisches Bild der Lage ab. Denn über die Feiertage waren zahlreiche Labore geschlossen, es wurden weniger Tests durchgeführt und diverse Gesundheitsämter hatten daher verzichtet, die Infektionszahlen zu melden.

Dazu gehören auch die Landkreise Cloppenburg und Vechta: Die Cloppenburger Kreisverwaltung hatte an Ostersonntag und -montag auf die tägliche Meldung verzichtet, in Vechta war dies nur am Ostermontag der Fall. Erst wenn diese Tage wieder aus dem Berechnungszeitraum der 7-Tage-Inzidenz herausfallen und die üblichen Meldeverzögerungen über das Wochenende nicht mehr ins Gewicht fallen, sind die Werte für das Oldenburger Münsterland wieder belastbar. Ein steigender Trend lässt sich durch die hohe Zahl der in den vergangenen 2 Tagen gemeldeten Neuinfektionen aber bereits erkennen.

Die Zahlen für den Landkreis Vechta im Detail: Die 7-Tage-Inzidenz ist im Vergleich zum Vortag (172,3) stark gestiegen – auf 234,6. Grund für diesen großen Sprung dürfte die hohe Zahl der am Freitag und Samstag registrierten Neuinfektionen sein: Das Vechtaer Gesundheitsamt hat am Freitagnachmittag 100 Neuinfektionen und am Samstag 94 weitere Fälle gemeldet. Die aktuelle Berechnung des Landegesundheitsamtes basiert auf 335 Neuinfektionen in den vergangenen 7 Tagen. In der aktuellen Statistik des Landesgesundheitsamtes werden zudem 7006 Gesamtfälle aufgeführt – das sind 94 mehr als am Vortag.

Für die Einstufung als Hochinzidenzkommune werden diese jeweils tagesaktuell gemeldeten 7-Tage-Inzidenzen veröffentlicht (nachträgliche Korrekturen werden nicht berücksichtigt):

  • Montag (5. April): 172,3
  • Dienstag (6. April): 162,4
  • Mittwoch (7. April): 158,9
  • Donnerstag (8. April): 147,0
  • Freitag (9. April): 139,3
  • Samstag (10. April): 172,3
  • Sonntag (11. April): 234,6

Die Zahlen für den Landkreis Cloppenburg im Detail: Die 7-Tage-Inzidenz ist im Vergleich zum Vortag (158,2) auf 196,3 gestiegen. Die aktuelle Berechnung des NLGA basiert auf 335 Neuinfektionen in den vergangenen 7 Tagen. In der aktuellen Statistik des Landesgesundheitsamtes werden 9342 Gesamtfälle aufgeführt – das sind 86 mehr als am Vortag. Das Cloppenburger Gesundheitsamt hat in seinem Corona-Update am Samstagnachmittag 68 Neuinfektionen und 9338 Gesamtfälle gemeldet. Am Freitag waren es 125 neue Fälle.

Für die Einstufung als Hochinzidenzkommune werden diese jeweils tagesaktuell gemeldeten 7-Tage-Inzidenzen veröffentlicht (nachträgliche Korrekturen werden nicht berücksichtigt):

  • Montag (5. April): 204,5
  • Dienstag (6. April): 182,8
  • Mittwoch (7. April): 164,6
  • Donnerstag (8. April): 147,1
  • Freitag (9. April): 174,0
  • Samstag (10. April): 158,2
  • Sonntag (11. April): 196,3

Die 7-Tage-Inzidenzen in den Nachbarlandkreisen:

Die landesweite 7-Tagesinzidenz ist im Vergleich zum Vortag (94,7) gestiegen – auf jetzt 106,4. Demnach haben die niedersächsischen Gesundheitsämter binnen 24 Stunden 1600 Neuinfektionen nach Hannover gemeldet. Die Zahl der Todesfälle, die in Zusammenhang mit einer Infektion stehen, ist um 6 auf 5017 gestiegen. Die 7-Tage-Inzidenzen in den Nachbarlandkreisen:

  • Landkreis Osnabrück: 89,6
  • Landkreis Oldenburg: 131,4 (Hochinzidenzkommune)
  • Landkreis Diepholz: 75,5
  • Landkreis Emsland: 153,2 (Hochinzidenzkommune)
  • Landkreis Ammerland: 69,7
  • Landkreis Leer: 147,0 (Hochinzidenzkommune)

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