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6-spuriger Ausbau der A1 zwischen Lohne/Dinklage und Bramsche hat begonnen

Das Megaprojekt startet. Zunächst wird auf 30 Autobahnkilometern in Fahrtrichtung Osnabrück gebaut. Ab 2023 ist die andere Seite dran. 2025 soll alles fertig sein.

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Ins Rollen gekommen ist der sechsspurige Ausbau der Autobahn 1 im Oldenburger Münsterland. Foto: Berg

Ins Rollen gekommen ist der sechsspurige Ausbau der Autobahn 1 im Oldenburger Münsterland. Foto: Berg

Es ist soweit: Nach vielen Verzögerungen in den vergangenen Jahren und letzten Vorbereitungen im Frühjahr haben jetzt die reellen Bauarbeiten auf der Autobahn 1 begonnen. Beton- und Asphaltfräsen, Bagger, Walzen und Muldenkipper sind aktuell zwischen den Anschlussstellen Lohne/Dinklage und Holdorf im Dauereinsatz, um den alten Fahrbahnbelag abzutragen.

Denn: Bis zum Frühjahr 2025 soll die Hansalinie auf dem insgesamt 30 Kilometer langen Teilstück zwischen Lohne/Dinklage und Bramsche auf 6 Fahrspuren verbreitert werden. Damit der Zeitplan eingehalten werden kann, kämen in Spitzenzeiten 250 Mitarbeiter auf der Baustelle zum Einsatz, heißt es von Behörden und Baufirmen.

"Die Arbeiten liegen im Plan", sagt der Projektleiter der Arbeitsgemeinschaft "A1 Dammer Berge" (Arge), Jens Schulte, nach den ersten Einsatztagen auf der Baustelle in Holdorf. Hinter der Arge stehen das Papenburger Unternehmen Johann Bunte und der österreichische Strabag-Konzern. Bunte war bereits am sechsstreifigen Ausbau der A1 zwischen Bremen und Hamburg maßgeblich beteiligt. Anfang dieses Jahres hatten die beiden Firmen von der neuen Autobahn GmbH des Bundes den Zuschlag für den Ausbau in Südoldenburg bekommen. Das gesamte Auftragsvolumen beläuft sich den Angaben zufolge auf 600 Millionen Euro.

Geben den Takt vor: Elfriede Sauerwein-Braksiek (links) und Stephan Krenz von der Autobahn GmbH des Bundes. Foto: BergGeben den Takt vor: Elfriede Sauerwein-Braksiek (links) und Stephan Krenz von der Autobahn GmbH des Bundes. Foto: Berg

Gebaut wird zunächst auf den Fahrspuren in Richtung Osnabrück. Dort laufen die Arbeiten gleich in drei Abschnitten. Im Bereich von Lohne/Dinklage bis Holdorf wird derzeit der Asphalt abgefräst. Dazu musste zuvor die Verkehrsführung auf das sogenannte 4+0-System geändert werden. Heißt: Der gesamte Verkehr wird in diesem Abschnitt auf die ursprüngliche Richtungsfahrbahn Bremen gelenkt. Dort führen nun je zwei Spuren nach Norden und zwei nach Süden, um auf der anderen Seite bauen zu können.

Diese zwei verengten Fahrspuren je Richtung stünden den Verkehrsteilnehmern während der gesamten Baumaßnahme immer zur Verfügung, betont die Direktorin der zuständigen Autobahn-Niederlassung Westfalen, Elfriede Sauerwein-Braksiek - also auch während der bald beginnenden Sommerferien. Und weiter: Sollten größere Eingriffe nötig sein, würden diese nachts oder am Wochenende ausgeführt.

Verkehr wird in zwei weiteren Abschnitten umgelenkt

Der zweite Abschnitt, in dem schon einiges passiert, reicht von Grandorf bis nördlich der Anschlussstelle Neuenkirchen-Vörden (Höhe Wahlde). Hier werden die Mittelstreifen und Schutzplanken umgebaut. In 14 Tagen soll auch in diesem Bereich der komplette Verkehr auf die östliche Fahrbahnseite gelenkt werden. Weitere zwei Wochen später ist dies auch für die Passage von der Osnabrücker Kreisstraße 147 (Höhe Malgarten) bis zur Anschlussstelle Bramsche geplant.

Zwischen diesen drei Abschnitten gibt es nach Angaben der Autobahn GmbH jeweils sieben Kilometer lange Bereiche, die "zur Erholung der Verkehrsteilnehmer" dienen, auf denen also nicht gebaut wird. Immerhin: "Wir hoffen, dass wir die ersten drei Abschnitte bis zum Jahresende betoniert bekommen", erklärt Arge-Projektleiter Schulte. Im Frühjahr und Sommer 2022 folgen - so der Plan - die zunächst ausgelassenen Zwischenstücke.

Bei Holdorf sind auf der Richtungsfahrbahn Osnabrück schon die ersten Asphaltschichten abgetragen worden. Foto: BergBei Holdorf sind auf der Richtungsfahrbahn Osnabrück schon die ersten Asphaltschichten abgetragen worden. Foto: Berg

Die Arbeiten in Fahrtrichtung Osnabrück könnten also bis Ende kommenden Jahres abgeschlossen sein. Ab 2023 stehen Verbreiterung und Neubau in Fahrtrichtung Bremen an, ebenfalls in mehreren Bauabschnitten, die bis 2025 dauern werden. Neben den Erdarbeiten und dem Bau der Fahrbahnen müssen 14 Brücken und zwei Überführungen über die Autobahn – gemeint sind die Anschlussstellen Lohne/Dinklage und Holdorf – neu gebaut sowie weitere 18 Brückenbauwerke saniert werden. Die Tank- und Rastanlage Dammer Berge soll aber während der gesamten Bauarbeiten geöffnet bleiben.

Übrigens: Nach der Fertigstellung in vier Jahren bleiben die Bauunternehmen weiterhin in der Verantwortung. Das Projekt wurde im Rahmen eines sogenannten Funktionsbauvertrages vergeben. Die Auftragnehmer - also Bunte und Strabag - übernehmen somit nicht nur den Ausbau der Fahrbahnen und Brücken, sondern sind gleichzeitig auch 30 Jahre lang für deren Instandhaltung zuständig. „Funktionsbauverträge schaffen die Möglichkeit, Projekte zügig umzusetzen, indem Anreize für schnelleres Bauen geschaffen werden“, erklärt der Geschäftsführer der Autobahn GmbH, Stephan Krenz. Streckenwartung und Winterdienst bleiben derweil in staatlicher Hand, in diesem Fall bei der Straßenmeisterei Holdorf.

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