Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

501 Bäume bei Aktion in Goldenstedt gepflanzt

Der Baumverein Vechta rief zu der Pflanzaktion auf, zahlreiche Helferinnen und Helfer kamen. Verein und Gemeinde erklären zudem die Hintergründe der Zusammenarbeit.

Artikel teilen:
Fleißige Helferinnen und Helfer: Landtagsabgeordneter André Hüttemeyer, Holger Ziefus, Johannes Babilon, Ilka Middelbeck (alle Baumverein Vechta) und Goldenstedts Bürgermeister Alfred Kuhlmann pflanzten Bäume in Goldenstedt. Foto: Baumverein Vechta

Fleißige Helferinnen und Helfer: Landtagsabgeordneter André Hüttemeyer, Holger Ziefus, Johannes Babilon, Ilka Middelbeck (alle Baumverein Vechta) und Goldenstedts Bürgermeister Alfred Kuhlmann pflanzten Bäume in Goldenstedt. Foto: Baumverein Vechta

Genau 501 Bäume sind am Reformationstag auf einem ehemaligen Kartoffelacker an der Bundeskanzler-Kohl-Straße in Goldenstedt gepflanzt worden. Zahlreiche Helferinnen und Helfer beteiligten sich an der Aktion, die vom Baumverein Vechta initiiert wurde.

Wie aus einer Pressemitteilung des Vereins hervorgeht, haben an die 200 Menschen mit einem Spendenbeitrag von 5 Euro pro Baum die Pflanzaktion auf der Ausgleichsfläche unterstützt. Dies hatte zuweilen für Irritation gesorgt. Wenn es sich um eine Ausgleichsfläche der Gemeinde handelt, muss diese doch selbst für die Kosten bei einer Bepflanzung aufkommen, oder nicht? Richtig, bestätigt Maria Buschenhenke, Klima- und Naturschutzmanagerin der Gemeinde Goldenstedt, auf Nachfrage.

Spendengeld fließt in Vereinsarbeit

Das Spendengeld ging auch gar nicht an die Gemeinde, sondern an den Baumverein Vechta, stellt Holger Ziefus auf Nachfrage klar, der zugibt, dass das Ganze womöglich unglücklich im Vorfeld kommuniziert wurde. Er versichert, dass sich die Gemeinde Goldenstedt an den Spenden nicht finanziell bereichert. Tatsächlich handele es sich bei den 5 Euro um einen "symbolischen Beitrag", sagt er. Die angepflanzten Bäume seien ohnehin pro Stück teurer gewesen. Die Restkosten übernehme die Gemeinde Goldenstedt, sagt Buschenhenke.

Also zum besseren Verständnis von Anfang an: Bei der 17.142 Quadratmeter großen Fläche an der Bundeskanzler-Kohl-Straße handele es sich um eine Ausgleichsfläche, die ohnehin ökologisch aufgewertet werden muss, um entsprechende Ausgleichspunkte gutgeschrieben zu bekommen, erklärt die Klima- und Naturschutzmanagerin. Eine Aufforstung, wie sie jetzt auf circa 4000 Quadratmetern stattgefunden hat, sei jedoch nicht zwingend notwendig gewesen.

Aber: Der Baumverein Vechta habe im Vorfeld diverse Kommunen kontaktiert und Flächen für eine mögliche Baumbepflanzung angefragt, sagt Holger Ziefus. Der Verein habe schließlich keine eigenen Flächen. Die Gemeinde Goldenstedt sei diesem Wunsch nachgekommen und konnte eine Fläche zur Verfügung stellen. Das Spendengeld pro Baum soll insgesamt der Vereinsarbeit zugutekommen, stellt Ziefus klar.

Gemeinde wertet restliche Fläche ebenfalls auf

Für Maria Buschenhenke sei die Zusammenarbeit mit dem Baumverein eine "Win-Win-Situation" gewesen. Die weitere Pflege des neuen Waldes verbleibt in Goldenstedt. So lässt die Gemeindeverwaltung unter anderem um die Bäume einen Wildschutzzaun errichten, sagt Maria Buschenhenke. Die restliche Fläche werde ebenfalls noch ökologisch aufgewertet. Wie aus der Pressemitteilung des Baumvereins zu der Pflanzaktion hervorgeht, habe sich die Freiwillige Feuerwehr Goldenstedt spontan dazu bereiterklärt, die bepflanzte Fläche zu bewässern und sich auch das kommende Jahr darum zu kümmern.

Die Biologische Schutzgemeinschaft Hunte Weser-Ems (BSH), vertreten durch Christiane Lehmkuhl, brachte sich laut Mitteilung bereits im Vorfeld in die Planung der Aktion ein und beteiligte sich vor Ort ebenfalls an der Bepflanzung. Angepackt haben auch Bürgermeister Alfred Kuhlmann, die Landtagsabgeordneten André Hüttemeyer (CDU, Vechta) und Stephan Christ (Grüne, Cloppenburg) sowie etwa 16 Personen aus der benachbarten Unterkunft für geflüchtete Menschen, die spontan dazukamen. Bernhard Aumann steuerte torffreie Bio-Substrate bei, die den Boden, wie es in der Mitteilung weiter heißt, beim Humusaufbau aktivieren.

Zusätzlich zu den 500 im Vorfeld bestellten Bäumen wurde ein sogenannter Urwaldmammutbaum (Metasequoia) gepflanzt, lässt der Verein wissen. Der Ableger stamme von einem Cloppenburger Baum, der vor 42 Jahren gepflanzt wurde. "Lange galt diese Art als ausgestorben, bis vor etwa 50 Jahren noch einige wenige in Asien gefunden wurden", wird Holfer Ziefus zitiert.

Die nächste Pflanzaktion in 2023 hat bereits einen Termin: "Am 31. Oktober wird wieder gepflanzt", verkündet Co-Vorsitzende des Vereins, Ilka Middelbeck, abschließend in der Mitteilung.

So verpassen sie nichts mehr. Mit unseren kostenlosen Newslettern informieren wir Sie über das Wichtigste aus dem Oldenburger Münsterland. Jetzt einfach für einen Newsletter anmelden!

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

501 Bäume bei Aktion in Goldenstedt gepflanzt - OM online