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5 Storchenküken sind tot

Die Experten in Barßel rätseln über die Ursachen eines traurigen Bildes: Alle 5 Jungtiere im Nest des Freundeskreises der Freiwilligen Feuerwehr sind umgekommen. Gibt es zu viele Nester im Umfeld?

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Natur: Die Altstörche könnten aus Nahrungsmangel ihren Nachwuchs verspeist haben. Foto: C. Passmann

Natur: Die Altstörche könnten aus Nahrungsmangel ihren Nachwuchs verspeist haben. Foto: C. Passmann

Es ist schon eine Enttäuschung für den Freundeskreis der Freiwilligen Feuerwehr Barßel und alle Storchenfreunde. Noch bis vor wenigen Tagen hatte das Storchenpaar mit 5 Kleinen für reichlich Nachwuchs gesorgt. Doch nun ist das Nest bei der Ebkensschen Windmühle, das die Mitglieder des Freundeskreises vor Jahren aufgestellt haben, verwaist. Alle 5 Jungstörche sind tot. Das zeigt auch die Storchencam der Gemeinde Barßel.

Über die Gründe dafür lässt sich nur spekulieren. „Ob die Ursache wittterungsbedingt ist oder im Nahrungsmangel zu finden ist, kann ich nicht sagen“, erklärt Barßels ehemaliger Gemeindebrandmeister und Initiator der Nester bei der Mühle, Heino Weyland.

Altstörche sichern ihr eigenes Überleben

Es könne aber auch am Kronismus liegen. Futtermangel, Stress durch Kämpfe und eine zu hohe Anzahl an Nachwuchs bei Nahrungsknappheit, aber auch Krankheiten können bei Störchen Kronismus auslösen. Die Altvögel bemerken eine Schwäche und zu langsames Wachstum bei den betroffenen Küken oder sind schlichtweg überfordert. „Kronismus und Abwurf sichern das eigene Überleben. Aber auch wenn es sehr bedauerlich ist, so ist nun mal die Natur“, sagt Weyland.

Enttäuscht zeigt sich auch Hans Appiß, Storchenvater aus Leer. Die Ostfriesen pflegen einen guten Kontakt zum Barßeler Freundeskreis. Auch er sieht verschiedene mögliche Ursachen: „In den vergangenen Tagen war das Wetter sehr kalt und nass. Das könnte zum Tod der Kleinen geführt haben.“ An einen Nahrungsmangel glaubt Appiß hingegen nicht, weil die Natur um Barßel eigentlich Nahrung genug vorhalte. Allerdings bemängelt der Storchenvater in diesem Zusammenhang, dass es vielleicht zu viele Storchennester im Umkreis gebe. „Es scheint schon Mode geworden zu sein, dass jeder in seinem Garten ein Storchennest aufstellt“, so Appiß. Der Nachwuchs braucht viele Kleinsttiere, dass nützen auch dicke Frösche in den Gräben nichts“, sagt Appiß. Sind nicht genügend Kleintiere da, killt der Altstorch regelrecht seine Jungen – das sei eben die Natur.

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