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40 Jahre Ehrenamt: Charlotte Conredel hilft Menschen in Not

Seit 40 Jahren arbeitet die 70-Jährige mit Menschen in schwierigen Situationen zusammen und versucht, ihnen eine Perspektive aufzuzeigen.

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Hilft gerne anderen Menschen: Charlotte Conredel. Foto: Bernhardt

Hilft gerne anderen Menschen: Charlotte Conredel. Foto: Bernhardt

"Ich möchte eine Spur für meine Kinder legen, etwas, worauf sie stolz sein können. Und das geht nur über das Herz", sagt Charlotte Conredel. Das Leben der 70-Jährigen dreht sich darum, anderen Menschen in schwierigen Situationen zu helfen. Seit fast 40 Jahren versucht sie, für Hilfsbedürftige eine Stütze zu sein und ihnen eine Perspektive zu geben. Diese Form des sozialen Engagement bereitet der Cappelnerin große Freude. 

Der Wunsch, anderen Menschen zu helfen, kam bei Conredel bereits früh auf. Sie wuchs in einem Ärztehaushalt im Sauerland auf. "Wenn Not war, wurde geholfen", erzählt sie. Nach diesem Leitmotto lebt die 70-Jährige bis heute. 

Alles begann mit der Ausbildung zur Übungsleiterin im Breitensport für Kinder und Erwachsene. Seit 1983 leitet sie verschiedene Gruppen, bis sie beim Seniorensport blieb. Einmal die Woche trifft sie sich mit den Seniorinnen und Senioren im Cappelner Pfarrheim. "Der Sport mit den Senioren bereitet mir besonders viel Spaß. Viele haben keine Partner mehr, daher ist es umso schöner, den Leuten zuzuhören und mit ihnen ein Pläuschchen zu halten", erzählt Conredel. 

Nachdem ihr Schwiegervater an Demenz erkrankte, begann Conredel im Jahr 2002 eine Hospizausbildung in Schwichteler. Die erlernten Fähigkeiten hätten ihr dabei geholfen, die Schwiegereltern zu pflegen und zu begleiten, berichtet sie. Auch wenn sie die Fähigkeiten nur zu Hause anwendete, ist sie bis heute passives Mitglied der Hospizstiftung für den Landkreis Cloppenburg. 

Conredel begibt sich mit Demenzkranken auf eine Ebene

Anschließend machte sie im Jahr 2006 eine Ausbildung zur Validationsanwenderin nach Naomi Feil. Validation ist eine Kommunikationsmethode, die den Umgang mit dementen Menschen erleichtern soll. Das Ziel dieser Methode ist es, Demenzkranken mit Würde und Respekt gegenüberzutreten, Vertrauen zu schaffen und ihnen ihr Selbstwertgefühl zurückzugeben. Das war Conredel besonders wichtig. Sich auf die gleiche Ebene mit Dementen zu begeben, habe sie in ihrer persönlichen Entwicklung gestärkt, berichtet sie. Abschließend machte sie im Jahr 2009 noch eine Ausbildung zur Betreuungshelferin für Demenzkranke. 

Im Jahr 2013 kam dann ein neuer Abschnitt dazu: Sie machte eine Ausbildung zur Kriseninterventionshelferin beim Deutschen Roten Kreuz. Bis zum Dezember 2021 gewann die gebürtige Sauerländerin hier viele Eindrücke und erlebte viele Ereignisse. Bei ihrem ersten Einsatz im Jahr 2013 starb ein 17-Jähriger bei einem tragischen Verkehrsunfall. Anschließend schrieb sie ihre Gedanken und das Erlebte auf. "Das wichtigste ist: Man darf nicht in der Situation bleiben", berichtet sie. Doch diese Art der Arbeit hinterlasse Spuren. Bis heute bekomme die 70-Jährige Briefe von Menschen, denen sie geholfen hat. Das mache sie besonders glücklich. "Es ist schön zu wissen, dass man den Menschen in einer schwierigen Lage eine Perspektive geben konnte", so Conredel. 

Ihre Inspiration ist die Familie

Inspiration für ihre Arbeit erhalte sie durch ihre Familie. "Ich habe es schon immer so vorgelebt bekommen. Ich habe keine Sänger oder Schauspieler als Vorbilder gehabt, sondern nur meine Familie", berichtet die zweifache Mutter. Als Ausgleich zu ihrem sozialen Engagement tourt die 70-Jährige gerne zusammen mit ihrem Mann im Wohnmobil um die Welt. "Schöne Orte entdecken, Wein trinken und einfach mal an nichts denken. Das ist für mich mein Ausgleich", sagt sie. 

Trotz des bereits 40-jährigen Engagements denkt die 70-Jährige noch nicht ans Aufhören. "Ich werde mir immer wieder neue Aufgaben und Herausforderungen suchen", berichtet Conredel. Für sie sei es eine Herzensangelegenheit. 

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