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38 Tage Stillstand: So sieht die Stau-Bilanz für die Autobahnen in OM aus

Auch wenn die Werte auf den ersten Blick erschrecken mögen: Anzahl, Dauer und Länge der Fahrzeugschlangen auf A1 und A29 sind im Vorjahresvergleich stark gesunken.

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Viel Geduld mussten Reisende im Jahr 2020 auch auf den Autobahnen vor Ort haben. Der Grund: Insgesamt 1404 Staus. Foto: dpa/Kaiser

Viel Geduld mussten Reisende im Jahr 2020 auch auf den Autobahnen vor Ort haben. Der Grund: Insgesamt 1404 Staus. Foto: dpa/Kaiser

Wer über die Autobahn eigentlich flott von A nach B kommen möchte, braucht auch vor Ort mitunter viel Geduld: Die Gesamtlänge der Staus, die sich im vergangenen Jahr auf den Autobahnen 1 und 29 im Oldenburger Münsterland bildeten, reichte von hier bis nach Zentral-Kasachstan. Heißt: Die Fahrzeugschlange hatte eine Gesamtlänge von insgesamt 4.023 Kilometern.

Immerhin: Im Jahr 2019 waren es sogar 5.535 Kilometer. Das entspricht einem satten Minus in Höhe von fast 30 Prozent, wie aus der Datenbank des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs (ADAC) hervorgeht, die von OM online regional ausgewertet wurde. 

Zusammengenommen ereigneten sich den Angaben zufolge zwischen Neuenkirchen-Vörden und dem Ahlhorner Dreieck auf der A1 sowie zwischen dem Ahlhorner Dreieck und Ahlhorn auf der A29 exakt 1.404 Staus – etwa 340 weniger als im Vorjahr. Darin standen die Autofahrerinnen und Autofahrer alles in allem 909 Stunden. Umgerechnet sind das fast 38 Tage. 2019 waren es sogar 53 Tage.  

Mit dieser Entwicklung steht die Region nicht alleine da. Insgesamt haben sich die Fahrzeuge auf den niedersächsischen Autobahnen im Jahr 2020 auf 73.249 Kilometern gestaut. Das sind nach ADAC-Angaben sogar 46 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Abschnitt auf der A7 zwischen Berkhof und Schwarmstedt war demnach mit 3.681 Staukilometern niedersächsischer Spitzenreiter.

Ganz weit vorn lag aber auch die A1: Zwischen Osnabrück-Hafen und dem Kreuz Lotte/Osnabrück gab es baustellenbedingt 3.292 Kilometer Stau, der zweithöchste Wert in Niedersachsen, sagte Verbandssprecher Nils Linge. Bei der Anzahl der Staus erreichte dieser Abschnitt mit 1.452 Meldungen sogar den ersten Platz. Insgesamt summierten sich die Staukilometer auf der A 1 auf 21.140. Das sind 40 Prozent weniger als 2019.

Quellen der ADAC-Staubilanz sind die Landesmeldestellen der Polizei sowie Livedaten von Navigationsgeräten und Smartphone-Apps. Gezählt wurde nach eigenen Angaben jede Meldung, die Stau oder stockenden Verkehr beinhaltete.

Meiste Staus zwischen Lohne/Dinklage und Holdorf

Zu den Details vor Ort: In Sachen Staulänge stechen im Oldenburger Münsterland zwei Abschnitte besonders hervor. Dabei handelt es sich um den Bereich zwischen den Anschlussstellen Lohne/Dinklage und Holdorf sowie Holdorf und Neuenkirchen-Vörden – und zwar sowohl in nördlicher als auch südlicher Richtung. Allein dort kamen jeweils fast 1.000 Stau-Kilometer zusammen.

Bei der Anzahl der Staus ergibt sich das gleiche Bild. Nur im Bereich zwischen Lohne/Dinklage, Holdorf und Neuenkirchen-Vörden wurden pro Abschnitt 3-stellige Gesamtzahlen registriert (siehe auch Grafik). Zwischen Lohne/Dinklage und Holdorf ereignete sich – rein rechnerisch – fast jeden Tag ein Stau, insgesamt 329. Und: In jenem Abschnitt dauerte der Stillstand mit 266 Stunden auch am längsten

Deutlich weniger Stress hatten die Autofahrer im nördlichen Bereich der hiesigen Region. Die Staulänge von lediglich 9 Kilometern zwischen Cloppenburg und dem Dreieck Ahlhorner Heide war sogar die zweitniedrigste auf dem gesamten niedersächsischen Abschnitt der Hansalinie – also von Hamburg bis zur Landesgrenze nach Nordrhein-Westfalen. Gleiches gilt für die Dauer von nur zwei Stunden.

Weniger Verkehr als auf der stark frequentierten Hansalinie ist generell auf der A29 unterwegs. Stauschwerpunkt im Bereich zwischen dem Ahlhorner Dreieck und Oldenburg war im vergangenen Jahr das Teilstück von Sandkrug bis zum Kreuz Oldenburg-Ost mit 125 Fahrzeugschlangen, einer Dauer von insgesamt 72 Stunden sowie einer Länge von 148 Kilometern. Das kleine Teilstück im Kreis Cloppenburg – zwischen Ahlhorner Dreieck und Ahlhorn – kam dagegen relativ glimpflich davon. So wurden etwa in nördlicher Richtung 73 Staus mit einer Dauer von 16 Stunden und einer Länge von 27 Kilometern erfasst.

Hauptursache für den Rückgang: Corona-Pandemie

Hauptursache für den erheblichen Staurückgang war nach ADAC-Angaben das geringere Verkehrsaufkommen, das bundesweit rund 12 Prozent unter dem Vorjahresniveau lag. Das wiederum war viel Homeoffice und wenig Reiseverkehr geschuldet, also den Auswirkungen der Corona-Pandemie. Wenn es Staus gab, dann vor allem in oder vor den Baustellenbereichen. So musste die A1 auch vor Ort im vergangenen Jahr wegen Sanierungsarbeiten mehrfach teilweise oder voll gesperrt werden.

Und noch eins wird aus den Daten ersichtlich: die Notwendigkeit des sechsspurigen Ausbaus im Bereich zwischen den Anschlussstellen Lohne/Dinklage und Bramsche (wir berichteten mehrfach). Also genau dort, wo auch im vergangenen Jahr wieder die meisten Staus gezählt wurden. Im April sollen die Arbeiten an dem knapp 30 Kilometer langen Abschnitt nach diversen Zeitverzögerungen endlich beginnen. Dauer: Viereinhalb Jahre. Kosten: 600 Millionen Euro. Stauwahrscheinlichkeit während der Arbeiten: hoch

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