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365.000 Liter Wasser fließen über Feuerwehrschlauch ins Böseler Bad

Nach 3 Tagen ist das Becken gefüllt. Die Gemeinde öffnet ab dem 14. Juni 2 Wochen lang zunächst nur für Schwimmkurse. Kinder ab 6 Jahren sind eingeladen.

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Hahn aufgedreht: Schwimmmeister Matthias Raker füllt das Böseler Hallenbad drei Tage lang mithilfe eines Feuerwehrschlauchs. Das Leitungswasser wird danach unter anderem mit Chlor versetzt. Foto: Wimberg

Hahn aufgedreht: Schwimmmeister Matthias Raker füllt das Böseler Hallenbad drei Tage lang mithilfe eines Feuerwehrschlauchs. Das Leitungswasser wird danach unter anderem mit Chlor versetzt. Foto: Wimberg

Der neongelbe C-Schlauch ist nagelneu und eine Leihgabe der Feuerwehr. Seit Freitag ist er angeschlossen und bis Sonntag werden daraus rund 365.000 Liter Wasser sprudeln. 6 Monate war das Becken des Böseler Hallenbades leer. Für die Dichtungsringe in den Ablaufrohren in jedem Fall zu lange. Sie sind komplett eingetrocknet „und das habe ich so noch nie erlebt“, berichtet Matthias Raker und verbucht diese Erfahrung unter Corona-bedingte Kuriositäten.

Eine Fachfirma hat kurzfristig für Abhilfe gesorgt, damit der Schwimmmeister weiter arbeiten und am Montag die Anlage wieder starten kann. Das beim Einlassen 10 Grad kalte Wasser wird auf 30 erwärmt und mit Chlor versetzt. Filtermaterialien sind darüber hinaus auszutauschen. Grundsätzlich muss vor jeder Inbetriebnahme eine Probe entnommen, beim Landeshygieneinstitut eingereicht und die Analyse abgewartet werden.

Schwimmkurse haben Vorrang

„Ich kann mich vor Anmeldungen kaum retten“, kommentiert der Raker Mails und Anrufe von Eltern, die ihre Kinder für Schwimmkurse registrieren lassen möchten. Und den Mädchen und Jungen räumt die Gemeinde Bösel nun Vorrang ein: So öffnet das Bad ab dem 14. Juni   nachmittags zunächst ausschließlich für den Schwimmunterricht.

"Wir sind fast zwei Jahre in Verzug."Schwimmmeister Matthias Raker

Gefragt sind Kinder ab dem 6. Lebensjahr und älter, eine Warteliste mit rund 100 Namen hat Priorität und wird abgearbeitet. „Wir sind fast 2 Jahre im Verzug“, betonte der Schwimmmeister, der über die Mitte Juni geltenden Hygienebestimmungen noch informiert. 8 bis 10 Grundschüler können in einem Kursus teilnehmen. Rund 70 Prozent kommen insgesamt aus Bösel und Petersdorf, 30 aus den Nachbargemeinden. Und die Verantwortlichen bitten um Verständnis, dass Kinder ab 4 Jahren, wie häufig gewünscht und angefragt, noch nicht berücksichtigt werden können. Grundsätzlich legten viele Eltern großen Wert darauf, dass ihr Sprössling schwimmen lernt. „Wenn jemand es nicht lernt, dann meistens aus dem einen Grund, weil die Familie nicht mitzieht“, so der Schwimmmeister.

Er hofft, dass sich „die Lage so langsam wieder auf ein normales Szenario bewegt“ und auch die Böseler Schwimmhalle in gewohnter Weise für die Öffentlichkeit, die Rheumaliga, fürs Aqua-Jogging und vieles mehr zur Verfügung stehen kann.

Schlauch fürs Ablassen nicht mehr erforderlich

Im November lässt er dann wieder das Wasser für die jährlichen Wartungsarbeiten ab. Ein Feuerwehrschlauch ist dafür nicht erforderlich: Über einen Pumpensumpf gelangen die 360 Kubikmeter in den Schmutzwasserkanal. Der C-Schlauch, den die Böseler Kameraden fürs Einlassen eigens vorbeigebracht haben, wird nach Gebrauch zur Feuerwehrtechnischen Zentrale gebracht, dort gereinigt und getrocknet, um ihn dann wieder in den Dienst einer Feuerwehr zu stellen.

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