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340 Schüler treten in Löningen zum Test an

Massentest hinter der Turnhalle: Das Gesundheitsamt nimmt Abstriche. Erstmals ist in Löningen auch die Bundeswehr im Einsatz.

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Massentest: Im hinteren Bereich der großen Löninger Sporthalle hat das Gesundheitsamt ihr Testzelt aufgebaut. Foto: Willi Siemers

Massentest: Im hinteren Bereich der großen Löninger Sporthalle hat das Gesundheitsamt ihr Testzelt aufgebaut. Foto: Willi Siemers

Die Mädchen und Jungen des neunten Jahrgangs der St.-Ludgeri-Realschule sitzen auf dem Bürgersteig oder stehen in kleineren oder größeren Gruppen zusammen und unterhalten sich. Auf den Parkplätzen warten Mütter oder Väter neben ihren Autos, reden miteinander und hoffen darauf, dass ihre Kindern getestet werden, um sie wieder nach Hause in die Quarantäne zu nehmen. Das eine oder andere Mal geht der Blick auf die Uhr, weil alles doch nicht so zügig nach Terminplan läuft, wie erhofft und erwartet.

Ursache ist nach Informationen von OM online, dass das Gesundheitsamt nicht in ausreichendem Maße Teststäbchen mitgebracht hat. Daher wurde der für Mittwoch geplante Test von Schülern mindestens einer achten Klasse auf den Donnerstag verschoben.

Die Lehrer und die Schüler, die diese Prozedur bereits hinter sich haben, unterhalten sich lebhaft über die Eindrücke des  unangenehmen, aber schnellen Prozederes mit dem Wattestäbchen, das tief in den Rachen für den Abstrich gesteckt wird. Insgesamt 340 Schüler der Realschule und des Copernicus-Gymnasiums wurden am Mittwoch beziehungsweise werden am Donnerstag getestet. Allesamt Jahrgänge, in denen seit der vorletzten Woche positive Befunde innerhalb der rapide steigenden Fallzahlen in der Stadtgemeinde Löningen festgestellt worden sind.

Unterstützung von der Bundeswehr

Neben dem neunten Jahrgang der Realschule sind es alle Klassen 6 und 8 des Gymnasiums, die 7c und die Neuner-Jahrgänge sowie die komplette Oberstufe der Elfer, Zwölfer und Dreizehner. Erstmals ins Geschehen eingegriffen haben am Mittwoch sechs Angehörige der Bundeswehr aus dem Sanitätsbereich. Kurz vor Mittag trafen sie in Löningen ein und unterstützten bereits die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheitsamtes.

Nach Angaben von Landrat Johann Wimberg werden sie vorwiegend im Südkreis eingesetzt. Löningens Bürgermeister Marcus Willen, der sich den Verlauf der Testungen vor Ort anschaute, bedankte sich für die Unterstützung auch der Bundeswehr und des Roten Kreuzes.   Löningen ist nach wie vor das Zentrum des Infektionsgeschehens mit fast 80 aktuell Infizierten und fast 250 Kindern und Erwachsenen, die sich momentan in Quarantäne befinden.

Berieten das weitere Vorgehen beim Massentest:Vertreter der Stadt und der Schulen waren vor Ort. Foto: Meyer brBerieten das weitere Vorgehen beim Massentest:Vertreter der Stadt und der Schulen waren vor Ort. Foto: Meyer

Ausgangspunkt war unter anderem vor 14 Tagen ein Lokalderby zwischen dem SV Evenkamp und dem SC Winkum. Ralf Göken, der Schulleiter des Copernicus-Gymnasiums, sagt, die ersten Schulwochen hätten sich Schüler, Lehrer und Eltern natürlich völlig anders vorgestellt. „Wir alle wollten so richtig mit den kompletten Klassen mit dem Lernen und dem Unterricht durchstarten“. Er hoffe, dass sie mit allen jetzt getroffenen Maßnahmen die Ansteckungswelle so schnell wie möglich in den Griff bekommen werden.

Hoffnungsvoller Blick auf die erste Oktoberwoche

Der Oberstudiendirektor setzt jetzt auf die erste Oktoberwoche, in der in der einen oder anderen noch nicht feststehenden Art und Weise der Unterricht und der Schulalltag hoffentlich wieder anlaufen könne. Das hänge aber natürlich von den Testergebnissen am Mittwoch und am Donnerstag ab, so der Schulleiter.

Während nach den Aufregungen durch die fast explodierenden Zahlen das öffentliche Leben in Löningen langsamer läuft, bewusst auf Abstand geachtet wird und die meisten Menschen zurzeit nur die notwendigen Dinge wie Einkaufen, zum Arzt gehen oder die Kinder von der Schule abholen erledigen, melden die Hausärzte einen großen Andrang bei den Tests auf das Corona-Virus.

Viele Löninger wollen Test auch aus eigener Tasche zahlen

Auch die Nachricht vom Dienstag, dass in Löningen der erste Corona-Tote im Landkreis Cloppenburg zu beklagen ist, sorgt zusätzlich für Unruhe.  Sie seien vom Gesundheitsamt gebeten worden, hier nach Kräften unterstützend tätig zu sein, erklärt Dr. Ansgar Blömer gegenüber OM online. Es gebe in der Praxis seit rund 14 Tagen eine rasant gestiegene Nachfrage nach Tests. Die Untersuchungskosten würden bei einer entsprechenden medizinischen Indikation und bei einem Direktkontakt von der Krankenkasse getragen.

Viele Patienten seien aber auch bereit, die Untersuchungskosten von rund 100 Euro selbst zu tragen, um Gewissheit in dieser Frage zu haben. Er zeigte Verständnis dafür, dass die Menschen dieser Epidemie und der Beschränkungen überdrüssig seien, sich psychisch belastet fühlten und die jungen Leute endlich wieder ihre Kontakte pflegen wollten. Doch jetzt müssten alle vorsichtig sein angesichts des zweiten Platzes bundesweit in der Liste der Fallzahlen Es müsse alles getan werden, um die Verbreitung in den Griff zu bekommen und wieder auf das bisherige niedrige Niveau zu drücken, so Dr. Blömer.

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