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30.000 Euro Zuschuss für die "Lüttke Spälmüse"

Visbeks Rat beschließt eine Unterstützung für die neue Großtagespflege. Stand jetzt gibt es keine Förderung vom Land.  Für Bernhard Schmitz (FDP) ist das ganze Vorhaben ein "finanzielles Debakel".

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Die "Lüttke Spälmüse" gibt es offiziell seit dem 1. September. Foto: Ferber

Die "Lüttke Spälmüse" gibt es offiziell seit dem 1. September. Foto: Ferber

Die neue Großtagespflegestelle "Lüttke Spälmüse" in Visbek erhält  einen Zuschuss von maximal 30.000 Euro. Dies hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen. Nötig geworden war die finanzielle Beteiligung, weil höchstwahrscheinlich keine Fördermittel des Landes Niedersachsen für die Einrichtung fließen werden.

Geld für Erstausstattung und Außenanlagen

Bei der Großtagespflegestelle zusammengeschlossen haben sich die beiden Tagesmütter Doris Mittag und Gerlinde Kretschmer, betreut werden können dort insgesamt 8 Kinder. Für die Erstausstattung und um die Räumlichkeiten sowie die Außenanlagen herrichten zu können, würden Mittel in Höhe von zirka 30.000 Euro benötigt, erklärte Bürgermeister Gerd Meyer (CDU) in der Sitzung. "Diese sollten eigentlich durch Fördermittel des Landes zur Verfügung gestellt werden", so Meyer weiter.

Laut Mitteilung der niedersächsischen Landesschulbehörde könnten aber nur neu geschaffene Betreuungsplätze gefördert werden. Da die beiden Tagesmütter indes vorher bereits in der Betreuung tätig waren, könne hier nun keine Förderung erfolgen. "Das macht unserer Ansicht nach keinen Sinn", zeigte Gerd Meyer sein Unverständnis. Nach der Begründung könnten so nur Projekte gefördert werden, in denen sich neue Tagesmütter zusammenschließen würden, monierte der Verwaltungschef.

Warum Thema nicht in Fachausschüssen behandelt?

Die fehlenden finanziellen Mittel werden jetzt durch die Gemeinde Visbek bereitgestellt. Ratsherr Bernhard Schmidt (FDP) nannte das gesamte Vorhaben ein "finanzielles Debakel". In den kommenden 7 Jahren sei mit Kosten von 114.000 Euro zu rechnen. "Und wir verlieren zwei Betreuungsplätze im Vergleich zur vorherigen Situation mit 2 einzelnen Tagesmüttern", kritisierte der Liberale. Dort hätten die beiden Tagesmütter nämlich jeweils 5 Kinder betreuen können.

Zudem bemängelte Bernhard Schmidt, dass das Thema vorher nicht in den Fachausschüssen, sondern nur im nicht-öffentlichen Verwaltungsausschuss behandelt wurde. Zur Kritik Schmidts nahm der zuständige Amtsleiter Gerd Brengelmann in der Sitzung Stellung: "Ohne die neuen Raumkapazitäten hätten die Tagesmütter im Juli den Betrieb einstellen müssen", machte Brengelmann klar. Dann wären alle 10 Betreuungsplätze verloren gegangen. Hinsichtlich der verkürzten Vorberatungen sagte Amtsleiter Brengelmann, dass kurzfristig für die fehlenden finanziellen Mittel eine Lösung gefunden werden musste. "Deshalb waren die Vorberatungen in den Fachausschüssen nicht mehr möglich."

Absolute Sicherheit über die Ablehnung der Fördermittel hat die Gemeinde Visbek allerdings noch nicht. "Bisher haben wir nur eine mündliche Mitteilung", sagte Bürgermeister Gerd Meyer in der Sitzung. Ein Ablehnungsbescheid liege noch nicht vor. Der Gemeinderat beschloss daher, dass, wenn wider Erwarten doch noch Fördergelder aus Hannover und vom Landkreis Vechta fließen, diese mit dem gezahlten Zuschuss verrechnet werden.

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