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3 Wochen fürs Klima in die Pedale treten

In Garrel haben sich die ersten Teilnehmer der Aktion Stadtradeln angemeldet. Es machen noch weitere Kommunen aus dem Landkreis mit.

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Runde Sache: Beim Stadtradeln steigen Menschen drei Wochen lang aufs Rad um – dem Klima zuliebe. Das Auto soll nach Möglichkeit in der Garage bleiben. Symbolfoto: Hermes

Runde Sache: Beim Stadtradeln steigen Menschen drei Wochen lang aufs Rad um – dem Klima zuliebe. Das Auto soll nach Möglichkeit in der Garage bleiben. Symbolfoto: Hermes

Mehr als 70 Garreler haben sich bereits registriert. Sie wollen vom 23. Mai bis zum 12. Juni kräftig in die Pedale treten und möglichst viele Kilometer bei der Klimaschutzaktion "Stadtradeln" sammeln. Die Gemeinde Garrel ist in diesem Jahr zum ersten Mal mit von der Partie, nachdem die CDU-Fraktion eine Teilnahme beantragt hatte, die schließlich von der Politik beschlossen wurde.

Die Aktion mit Teilnehmerkommunen aus dem gesamten Bundesgebiet gibt es bereits seit 2008. In diesem Jahr nehmen 1533 Städte und Gemeinden teil. Bei dem Wettbewerb geht es darum, 21 Tage lang möglichst viele Alltagswege klimafreundlich mit dem Fahrrad zurückzulegen. Dabei gilt: Jeder Kilometer zählt. Mitmachen können alle, die in der Gemeinde Garrel leben, arbeiten, einem Verein angehören oder eine Schule besuchen.

Die Gründe, mitzuradeln sind vielfältig: "Etwa ein Fünftel der klimaschädlichen Kohlendioxid-Emissionen in Deutschland entstehen im Verkehr, sogar ein Viertel der CO₂-Emissionen des gesamten Verkehrs verursacht der Innerortsverkehr“, heißt es in einer Pressemitteilung der Gemeinde Garrel. Wenn circa 30 Prozent der Kurzstrecken bis sechs Kilometer in den Kommunen mit dem Fahrrad statt mit dem Auto gefahren würden, ließen sich etwa 7,5 Millionen Tonnen CO₂ vermeiden.

Die ersten Teams wurden gegründet

Mehrere Stadtradel-Teams in Garrel haben sich bereits gegründet. Wer bei der Aktion mitmachen möchte, kann einem dieser Teams beitreten oder ein eigenes ins Leben rufen. Unter anderem wollen zum Beispiel die Gemeindeverwaltung, die zweite Herrenmannschaft des BV Varrelbusch und die DLRG-Ortsgruppe mit Teams an den Start gehen. "Aber vor allem geht es darum, möglichst viele Menschen für das Umsteigen auf das Fahrrad im Alltag zu gewinnen und dadurch einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten", sagt Bürgermeister Thomas Höffmann.

Um auf die Bedürfnisse der Radfahrenden aufmerksam zu machen, richtet sich das Stadtradeln auch an die Kommunalpolitiker. "Sie sind die Entscheidungsträger/-innen, wenn es um die Radinfrastruktur und damit praktischen Klimaschutz vor Ort geht", heißt es auf der Homepage des Stadtradelns. "Während der Aktion nehmen sie selbst die Lenkerperspektive ein und erfahren, wo die Kommune schon fahrradfreundlich ist und wo noch nachgebessert werden muss."

  • Beim Stadtradeln tritt Garrel in der Kategorie der Kommunen zwischen 10.000 und 49.999 Einwohnern an.  
  • Im vergangenen Jahr hat Tuttlingen in dieser Kategorie den ersten Platz belegt mit 679.418 geradelten Kilometern, gefolgt von Leer (490.162 Kilometer) und Rottenburg am Neckar (394.873 Kilometer).
  •  2020 haben sich insgesamt 545.988 Teilnehmer aus 1482 Kommunen aufs Rad geschwungen. Zwischen Mai und Oktober legten sie mehr als 115 Millionen Kilometer mit dem Rad zurück und vermieden damit knapp 17.000 Tonnen CO₂ im Vergleich zur Autofahrt.

"Wir haben gut ausgebaute Radwege. Verbessern kann man aber immer", sagte Garrels Erster Gemeinderat, Karl-Heinz Focken, auf Nachfrage. Nun gelte es abzuwarten, auf welches Interesse die Aktion stoßen wird. "Ich hab mich auch schon angemeldet", sagte Focken. Er fahre ohnehin jeden Tag "bei Wind und Wetter" mit dem Rad. Außer der Gemeinde Garrel nehmen noch Barßel, Friesoythe, Löningen und die Stadt Cloppenburg als Kommunen aus dem Landkreis Cloppenburg teil. "Eine Konkurrenz untereinander haben wir nicht", so der Erste Gemeinderat.

Wenn die Resonanz auf das Stadtradeln in Garrel groß ausfalle, könne er sich vorstellen, die Aktion in den kommenden Jahren etwas größer aufzuziehen. "Es gibt ganze Marketingabteilungen, die sich damit befassen. So groß haben wir das hier nicht aufgehängt", sagte Focken. "Wenn man sieht, dass viele Leute mitmachen, muss man mal gucken, wie man das ausdehnt." Denkbar sei etwa, flankierende Veranstaltungen zu organisieren oder Preise auszuloben. "Dann hat man ja auch einen gewissen Mehrwert, wenn mehr Leute aufs Fahrrad umsteigen."

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