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25 Jahre im Amt: Das sind die Aufgaben einer Gleichstellungsbeauftragten

Seit 25 Jahren ist Maria Hackstedt die Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Garrel. Dabei ist sie sich sicher: "Viele wissen nicht, was ich mache und was zu meinen Aufgaben gehört."

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Seit 25 Jahren im Amt: Erster Gemeinderat Karl-Heinz Focken (links) und Bürgermeister Thomas Höffmann gratulieren der Gleichstellungsbeauftragten Maria Hackstedt. Foto: Danke

Seit 25 Jahren im Amt: Erster Gemeinderat Karl-Heinz Focken (links) und Bürgermeister Thomas Höffmann gratulieren der Gleichstellungsbeauftragten Maria Hackstedt. Foto: Danke

Immer nah am Menschen sein, zuhören, Zeit schenken: Das ist Maria Hackstedt nach wie vor wichtig, wenn sie ihre Aufgabe als ehrenamtliche Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Garrel ausführt. Seit 25 Jahren bekleidet sie das Amt, ein Ende ist noch nicht in Sicht. Als Dank gab es jetzt im Rathaus während einer kleinen Feierstunde eine Urkunde und einen Blumenstrauß – überreicht von Bürgermeister Thomas Höffmann und dem Ersten Gemeinderat Karl-Heinz Focken.

An ihr Vorstellungsgespräch erinnert sich die Mutter von 4 Kindern noch gut. Rudi Bley war Bürgermeister und Ludger Mayhaus Gemeindedirektor. "1997 wurde in der Stellenbeschreibung nach einer Frauenbeauftragten, wie es seinerzeit noch hieß, gesucht. Ich weiß aber noch sehr genau, dass ich bereits im Vorstellungsgespräch deutlich gemacht habe, dass ich mich im Sinne einer Gleichstellungsbeauftragten verstehe", erzählt Hackstedt. Der Gesetzestext sei schon damals so formuliert gewesen. Am 1. Januar 1998 erhielt die Garrelerin, die auf einem Bauernhof in Ermke groß geworden ist, ihr eigenes Büro im Rathaus.

Maria Hackstedt leistet Rats- und Gremienarbeit

"Alle Kommunen mit einer Einwohnerzahl unter 20.000 hatten die gesetzliche Verpflichtung, Frauenbeauftragte einzustellen, und zwar ohne Entgelt im Ehrenamt. In Gemeinden und Städten, die mehr als 20.000 Einwohner hatten, wurden die Stellen hauptamtlich ausgeschrieben. Die zu leistende Arbeit unterschied sich aber nicht voneinander", berichtet die Garrelerin.

Ihr Aufgabengebiet ist vielfältig. Seit 25 Jahren nimmt sie an nahezu allen Rats- und Verwaltungsausschusssitzungen und je nach Themenlage auch an Ausschusssitzungen teil, zwar nicht als stimmberechtigtes Mitglied, aber immer beratend, wenn es um ihren Fachbereich geht.

Als Gleichstellungsbeauftragte unterliegt sie der Schweigepflicht

Jeden Dienstag bietet sie Beratungsgespräche im Rathaus an, Kernzeit ist von 10 bis 12 Uhr. "Doch ich bin meist deutlich länger vor Ort. Ich schreibe E-Mails, führe Gespräche, lese und werte Fachliteratur aus oder arbeite mit den anderen Fachbereichen, etwa dem Sozial- oder dem Personalamt, eng zusammen", informiert Hackstedt.

Kommen Menschen mit ihren Sorgen und Nöten zu ihr, findet eine Erstberatung statt, "in der sich herauskristallisiert, wo das Problem liegt. Dann sehe ich es als meine Aufgabe an, die entsprechende Person an kompetente Fach-Beratungsstellen zu vermitteln." In einigen Fällen reiche allerdings auch schon ein möglich umfassendes Erstgespräch aus, um ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erreichen. "Selbstverständlich unterliegen alle besprochenen Inhalte der Schweigepflicht", betont sie.

Sie nimmt an Informationsveranstaltungen, Regionalkonferenzen und Fortbildungen teil

Zudem nimmt die gebürtige Ermkerin an allen Vorstellungsgesprächen innerhalb der Verwaltung teil. "Meine Aufgabe ist es, Auswahlkriterien unter geschlechtergerechtem Blickwinkel zu sehen." Aktuell gibt es 37 Mitarbeiter im Rathaus, 22 Frauen und 15 Männer. "Die Zahlen zeigen, die Männer sind unterrepräsentiert. Deshalb wurde zum August wieder ein männlicher Azubi eingestellt." Grundsätzlich sei das Verhältnis zwischen Mann und Frau ausgewogen, allerdings müsse sich in den Führungspositionen noch einiges ändern. Bislang seien alle Leitungsstellen im Garreler Rathaus von Männern besetzt. "Ich versuche daher daraufhin zu wirken, dass bei gleicher Qualifikation das benachteiligte Geschlecht bevorzugt eingestellt wird." 

Aufgrund ihrer jahrelangen Tätigkeit ist Hackstedt inzwischen sehr gut vernetzt "und es bedarf keiner großen Recherche mehr, um ein fachkompetentes Angebot zu machen", sagt sie.

Zudem nimmt sie an diversen Informationsveranstaltungen, Regionalkonferenzen oder an Fortbildungen teil. Auch hat sie in den 25 Jahren sämtliche Treffen des Arbeitskreises der Gleichstellungsbeauftragten auf Kreisebene besucht.

1991 gründete sie erste Mutter-Kind-Gruppe in Garrel

Weitere Aufgaben prägen ihr Handeln. Seit 2015 hilft sie im Internationalen Café mit, "hier liegt das Augenmerk besonders auf Frauen. Annäherung und Hilfestellung können durch viele Gespräche und im Miteinander der Kulturen geschehen. Die Zeit dort ist wertvoll, auch um den Horizont zu weiten in Bezug auf andere Kulturen", findet sie. 1991 gründete sie die erste Mutter-Kind-Gruppe in Garrel. Mittlerweile gibt es die Gruppen in allen Ortsteilen der Gemeinde.

Abschließend sagt sie: "Garrel ist ein Ort, in dem Menschen gerne leben. Mein Mann und ich sind vor 32 Jahren mit 2 Kindern von Osnabrück nach Garrel gezogen, wo 2 weitere Kinder unsere Familie größer und glücklicher gemacht haben. Diese Gemeinde ist für uns Heimat geworden."

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