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2300 Schüler demonstrieren in Cloppenburg für den Frieden

Lehrer und Schüler gingen jeweils gemeinsam in einem Friedensmarsch von ihren Schulen aus zum Treffpunkt auf dem Platz vor der Roten Schule. Die Demonstration richtete sich gegen den Krieg.

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"Peace", "paqe", "мир": Die Schüler übersetzten das Wort "Frieden" in mehrere Sprachen und schrieben die Wörter auf ihre Schilder.  Foto: Niemeyer

"Peace", "paqe", "мир": Die Schüler übersetzten das Wort "Frieden" in mehrere Sprachen und schrieben die Wörter auf ihre Schilder.  Foto: Niemeyer

Rund 2300 Schüler aus neun Cloppenburger Schulen haben sich am Dienstagvormittag auf dem Platz vor der Roten Schule in Cloppenburg versammelt, um gegen den Krieg und für den Frieden zu demonstrieren. Die Johann-Comenius-Oberschule hatte die Aktion initiiert. Die Schüler und Lehrer sind jeweils in einem "Stern-Friedensmarsch" von ihren Schulen zum Treffpunkt vor der Roten Schule gegangen.

Die Demonstration war nicht speziell gegen den Ukraine-Krieg gerichtet, sondern gegen den Krieg im Allgemeinen und für den Frieden auf der ganzen Welt, wie die Schulleiterin der Johann-Comenius-Oberschule, Diana von Harten, erklärte. Viele Schüler hätten es schwierig gefunden, nur gegen einen Krieg zu demonstrieren, weil es an so vielen Orten auf der Welt Krieg gebe. Zudem gebe es einige russlanddeutsche Schüler, die sich sonst unter Umständen nicht an der Demonstration beteiligt hätten. "Aber für den Frieden auf der Welt können alle eintreten", sagte von Harten.

Foto: NiemeyerFoto: Niemeyer

Auf der Demonstration waren Schüler jeden Alters, von der 1. bis zur 13. Klasse, vertreten. Einige schwenkten ukrainische Flaggen, viele hielten selbst bemalte Schilder in den Händen, etwa mit der Aufschrift „Lasst mal den Krieg in Frieden“ oder auch einfach nur „Peace“ oder „Frieden“. Eine Schülerin zog eine Musikbox hinter sich her, aus der das Lied „Give Peace a Chance“ von John Lennon schallte. 

Auch Flüchtlingskinder demonstrierten

Auch Ayman Arriouch von der Johann-Comenius-Oberschule demonstrierte gegen den Krieg. "Der Krieg soll auf der ganzen Welt aufhören", sagte der Sechstklässler auf Nachfrage. "Viele Menschen verlieren gerade ihre Familien." Seine Klassenlehrerin Ina Meyer erklärte, dass in der Klasse auch Flüchtlingskinder seien, die Krieg selbst miterlebt hätten. Gemeinsam hätten sie Plakate gestaltet und das Lied "Wozu sind Kriege da?" von Udo Lindenberg gesungen. Meyer zeigte sich von der Größe der Demonstration begeistert. "Sowas Großes habe ich in Cloppenburg noch nicht erlebt", sagte sie. 

Im Unterricht an der Johann-Comenius-Oberschule würde der Ukraine-Krieg im Unterricht viel thematisiert, wie von Harten sagt. Dabei gebe es auch Diskussionen mit Schülern, die eine „andere Meinung“ zum Ukraine-Krieg hätten. Solche Diskussionen dürften und müssten auch sein, betont von Harten. Die Schule unterrichte bereits zwölf ukrainische Flüchtlinge. Weitere würden in den kommenden Tagen erwartet.

Foto: NiemeyerFoto: Niemeyer

Mehrere Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Friedensdemonstration hielten Reden. Darunter auch Sofie Marie Stefan von der Liebfrauenschule. Der Frieden bilde das Fundament für ein selbstbestimmtes und glückliches Leben, sagte die angehende Abiturientin. Er sei eines der höchsten Güter, das jedoch keinesfalls selbstverständlich sei. „In der Ukraine wurde Millionen von Menschen der Boden entrissen“, sagte sie. „Sie fliehen aus ihrem eigenen Land, bangen um ihr Leben und brauchen unsere Hilfe.“ Unzählige Menschen stürben auf brutale Weise, Menschen müssten in den Krieg ziehen, Familie und Freunde würden auseinandergerissen „Auch auf russischer Seite“, wie Stefan betont.

"Stell dir vor, es ist Krieg, und keiner geht hin"

Weitere kurze Reden von Schülerinnen und Schülern des 13. Jahrgangs der Liebfrauenschule drehten sich um die Begriffe Mut, Dialog, Solidarität, Hilfe, Verlust, Freiheit, Gewalt und Zukunft. "Wir müssen versuchen, Gewalt mit Worten und nicht mit Waffen zu stoppen", hieß es etwa. Viele Menschen bewiesen zudem großen Mut, indem sie gegen den Krieg demonstrieren. "Nicht selten riskieren sie ihr Leben, um dieser schrecklichen Situation ein Ende zu setzen." Weiter hieß es: "Wir wünschen allen Menschen in dieser besonderen Zeit ganz viel Kraft, und besonders denen, die momentan aufgrund von Ungerechtigkeit leiden müssen."

Realschüler Julian Siebert sagte, dass sich die Menschen in Deutschland glücklich schätzen könnten, in Frieden zu leben. "Wir können normal auf die Straße gehen, ohne Angst haben zu müssen", sagte der Zehntklässler. "Wir können unsere Meinung sagen und uns passiert nichts." Das sei leider in vielen Ländern nicht selbstverständlich. Siebert beendete seine Rede mit dem Satz: "Stell dir vor, es ist Krieg, und keiner geht hin."

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