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"199 kleine Held*innen": Prominentes Paar gibt im Lohner Kino einen Einblick ins Filmprojekt

Schauspieler Walter Sittler und Regisseurin Sigrid Klausmann-Sittler erläuterten Schülern die Entstehung der Kurzfilme. Organisiert hatte die Aktion der Präventionsrat im Rahmen der Schulkinowochen.

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Fragestunde im Kinosaal: Offen-sympathisch standen der Schauspieler Walter Sittler und Regisseurin Sigrid Klausmann-Sittler Rede und Antwort zum Filmprojekt "199 kleine Held*innen". Foto: Steinke

Fragestunde im Kinosaal: Offen-sympathisch standen der Schauspieler Walter Sittler und Regisseurin Sigrid Klausmann-Sittler Rede und Antwort zum Filmprojekt "199 kleine Held*innen". Foto: Steinke

"199 kleinen Held*innen" eine Stimme geben, ihnen Gehör schenken, stellvertretend für alle Kinder dieser Welt – das ist die Absicht von Schauspieler Walter Sittler (Produzent) und seiner Ehefrau Sigrid Klausmann-Sittler (Regisseurin für Dokumentarfilme). Bei den landesweiten Schulkinowochen stellten die Filmemacher dieses Projekt jetzt im Capitol-Kino in Lohne vor. Initiatoren der Aktion für die Klassen 5 bis 9 waren Christian Meyer und Paul Sandmann vom Präventionsrat der Stadt Lohne.

Ziel der seit 2004 jährlich durchgeführten Schulkinowochen ist es, Schüler für das Medium Kino zu sensibilisieren, erläuterte Projektleiter Jörg Witte (Lindwedel). Die Resonanz in Lohne fiel eher überschaubar aus, was Witte auch darauf zurückführte, dass aus Pandemiegründen die Veranstaltungsreihe 2 Jahre in Folge aussetzen musste.

Kompetent ging das Ehepaar Sittler auf diesen Aspekt ein und erläuterte anschaulich und schülergerecht die Entstehung der Kurzfilme, von der Planung bis hin zu den Effekten. Der Schauspieler hatte 2010 die Idee, aus jedem der damals 199 Länder der Welt ein Kind zu Wort kommen zu lassen – und es dabei auf seinem Schulweg zu begleiten. Mittlerweile sind 37 Kurzfilme entstanden.

Privat und beruflich ein Paar: Schauspieler Walter Sittler und Regisseurin Sigrid Klausmann-Sittler. Foto: SteinkePrivat und beruflich ein Paar: Schauspieler Walter Sittler und Regisseurin Sigrid Klausmann-Sittler. Foto: Steinke

"Nicht ohne uns" heißt der Kinofilm, der 16 von ihnen präsentiert. In Lohne wurden 5 der Kurzfilme beispielhaft vorgeführt. Nach jeweils zwei Episoden besprachen die Filmprofis mit den Schülern das Gesehene, offen-sympathisch auf jede Frage eingehend.

Alle gezeigten Kinder sind zwischen 10 und 12 Jahren alt. Klausmann-Sittler sagte: „Sie sind noch frei in ihren Meinungsäußerungen, ohne taktische Rücksichten.“ Diese Spontanität überzeugte.

Religion spielt für Kinder keine Rolle

Auch wenn die Lebensumstände für Wiktor (Polen), Rania (Jordanien), Cynthia (Burundi) und Miral (Palästina) unterschiedlich sind: Es klang viel Gemeinsames heraus. Jaffer aus dem Irak fasste exemplarisch zusammen: „Ich mag unsere Welt. Kinder können in der Zukunft etwas verändern, dass es uns besser geht, dass jedes Kind zur Schule gehen kann. Ich möchte gerne einmal ein Spiel Real gegen Bayern sehen.“ Große Visionen verbinden sich bei allen mit persönlichen Wünschen.

Die Kinder sind offen. Religion spielt keine Rolle – viel mehr das eigene Umfeld, die Heimat. "Kein Kind wollte seine Heimat verlassen", erzählte Klausmann-Sittler. Eher wollten sie diese mitgestalten – so wie Wiktor, der in Warschau das Baumfällen stoppen will. Oder Cynthia, die anstrebt, in das Parlament ihres Landes einzuziehen. Miral möchte nicht nur Fußball-Nationalspielerin werden, sondern auch in Freiheit leben können. Mauern hindern daran: "Es ist schrecklich, im eigenen Land wie im Gefängnis zu sein."

Die jungen Besucher waren äußerst beeindruckt. "Egal, wie schlecht es ihnen geht, sie lachen", analysierte ein Schüler zutreffend. Nach dem Ziel der Produzenten befragt, meinte Sittler: "Die Erwachsenen sollten den Kindern mehr zutrauen."

Die Arbeit geht weiter. Gerade wurde das Buch zum Projekt "Open your heart" veröffentlicht. Derzeit sind Sigrid Klausmann-Sittler und Walter Sittler auf Sponsorensuche, um eine neue 12-teilige Staffel "Mädchen weinen nicht" in Angriff zu nehmen – vielleicht ein Projekt für die kommenden Schulkinowochen in Lohne.

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