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165 Jahre St.-Franziskus-Hospital: Was die Klinik mit einem Orden in Münster verbindet

Zwei Ordensschwestern der Mauritzer Franziskanerinnen gründeten 1856 das Krankenhaus. Noch heute ist mit Schwester Ludwigia eine Vertreterin der Gemeinschaft in Lohne tätig.

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Zum Dank gibt es einen Blumenstrauß: (von links) Geschäftsführer Thomas Meyer, Schwester M. Ludwigia, Pflegedirektorin Annedore Dierksen und Ärztlicher Direktor Dr. Jörg Sommer. Foto: Seeger

Zum Dank gibt es einen Blumenstrauß: (von links) Geschäftsführer Thomas Meyer, Schwester M. Ludwigia, Pflegedirektorin Annedore Dierksen und Ärztlicher Direktor Dr. Jörg Sommer. Foto: Seeger

Zum Geburtstag gab es am Freitagvormittag eine Runde Butterkuchen für alle: Das St.-Franziskus-Hospital in Lohne besteht im Februar 2021 seit 165 Jahren. Anlässlich dieses besonderen Datums erinnert die Klinikleitung um Geschäftsführer Thomas Meyer an die Anfänge und die Entwicklung des Krankenhauses zu einem Zentrum der Regel- und Schwerpunktversorgung mit überregionaler Bedeutung.

Eng verbunden mit der bewegten Geschichte des St.-Franziskus-Hospitals, das heute jährlich mehr als 8.000 stationäre und rund 30.000 ambulante Patienten versorgt, sind die Ordensschwestern aus der Gemeinschaft der Mauritzer Franziskanerinnen (Münster).

Provinzoberin Schwester Herbertis erinnert auf Anfrage an die Gründungsjahre des Lohner Krankenhauses. Sie zitiert dazu aus der Chronik: Auf Bitte der Bevölkerung waren im Februar 1856 die ersten beiden Ordensschwestern nach Lohne entsandt worden. Damals wütete eine Typhusepidemie in der Region. Die jungen Ordensschwestern widmeten sich aufopfernd den Kranken.

Zu Hochzeiten waren im Schnitt mindestens 10 Ordensschwestern in Lohne aktiv

"Sie erhielten auch viel Unterstützung aus der Bevölkerung in Form von Geld, Lebensmitteln und ehrenamtlichem Engagement", sagt Schwester Herbertis, die die Anfänge der Klinik als typisch für die damalige Zeit beschreibt. "Als Franziskanerinnen leben wir in Gemeinschaft, teilen das tägliche Leben miteinander, das Geschenk des Glaubens und die Sendung, Christi heilende Gegenwart zu bringen."

Die Provinzoberin aus Münster sagt, die Zusammenarbeit zwischen der Klinikleitung und den Mauritzer Franziskanerinnen verlaufe "bis heute sehr gut". Zu Hochzeiten waren in Lohne im Schnitt mindestens 10 Mauritzer Franziskanerinnen tätig. Heute fehlt der Ordensgemeinschaft indes der Nachwuchs.

Schwester Ludwigia hält die Stellung

Die Letzte, die die Fahnen der Mauritzer Franziskanerinnen am Lohner Krankenhaus hoch hält, ist Schwester Ludwigia. Die gebürtige Telbrakerin, die schon ihr diamantenes Ordensjubiläum feiern durfte, ist seit dem 1. April 1999 im St.-Franziskus-Hospital tätig.

Sie war lange in der Krankenhausseelsorge aktiv und verrichtet heute den Sakristeidienst, betreut die Kapelle, achtet auf die Blumen im Eingangsbereich der Klinik und hat laut eigener Aussage "immer ein offenes Ohr für die Patienten". Die bescheidene Frau will kein Aufhebens um ihre Person machen. Im Fokus der Öffentlichkeit zu stehen, ist der Ordensschwester zuwider. Sie sagt lieber: "Es ist schön, dass ich diese lange Tradition der Mauritzer Franziskanerinnen im Lohner Krankenhaus einige Zeit begleiten durfte."

Geschäftsführer Meyer weiß um die Bedeutung und den Einfluss, den die Mauritzer Franziskanerinnen auf die Entwicklung des St.-Franziskus-Hospitals hatten. Er sagt: "Vor allem dem Orden der Gemeinschaft der Krankenschwestern nach der III. Regel des heiligen Franziskus, Münster-Mauritz, ist das St.-Franziskus-Hospital durch die Gründung und Begleitung der Gesundheitsversorgung in den vergangenen 165 Jahren tief verbunden." Er dankt stellvertretend Schwester Ludwigia für ihren jahrzehntelangen Einsatz.

Die bewegte Geschichte des St.-Franziskus-Hospitals

Ein Rückblick auf die Entwicklung des St.-Franziskus-Hospitals: 1859 erfolgte die Fertigstellung des zweistöckigen Krankenhauses, welches bereits 20 Jahre später vergrößert wurde. Während des Ersten Weltkrieges richtete die Klinikleitung in einem Teil des Lohner Krankenhauses ein Lazarett mit 40 Betten ein. Während der 1960er und 70er Jahre wurde die Klinik mehrfach modernisiert.

1970 wurde das St.-Franziskus-Hospital dann als Fachkrankenhaus eingestuft. Neben Investitionen in die technische Ausstattung konnte 1985 der Grundstein für einen Erweiterungsbau gelegt werden. Auch im neuen Jahrtausend ging die Entwicklung des Lohner Krankenhauses weiter. 2006 feierten die Mitarbeiter die Einweihung des neuen OP-Traktes und freuten sich über den Abschluss umfassender Sanierungsarbeiten.

Traditionelle Werte und moderne Medizin zeichnen die Lohner Klinik aus

Heute ist das St.-Franziskus-Hospital unter anderem in der ärztlichen und pflegerischen Ausbildung aktiv. Insbesondere im Rahmen des Kompetenzzentrums Demenz einschließlich dem Umbau und der Sanierung der Geriatrie entwickelte das Lohner Krankenhaus in den vergangenen Jahren einige Modellprojekte zu aktuellen gesellschaftlichen Themen.

Meyer hebt hervor, dass sich das St.-Franziskus-Hospital seit jeher durch eine Kombination aus traditionellen Werten und moderner Medizin auszeichne. Gleichwohl sich die äußeren Umstände im Laufe der Zeit veränderten, eines sei gleich geblieben: "Immer war es oberstes Gebot des Lohner Krankenhauses, den Menschen der Region die bestmögliche medizinische Versorgung und Pflege bieten zu können." Schwester Ludwigia stehe sinnbildlich für dieses Credo.

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