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1500 Löninger Schüler und Lehrer marschieren für den Frieden

Dicht dran am Flüchtlings-Geschehen ist aktuell die Gutenberg-Schule. Acht aus der Ukraine geflohene Jungen und Mädchen, die ihre Eltern zurücklassen mussten, besuchen die Hauptschule.

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Friedensmarsch: Zu Löningens größter Demo seit den Krankenhaus-Protesten machten sich 1500 Schüler des Gymnasiums, der Real- und der Hauptschule mit ihren Lehrern auf den Weg. Foto: Willi Siemer

Friedensmarsch: Zu Löningens größter Demo seit den Krankenhaus-Protesten machten sich 1500 Schüler des Gymnasiums, der Real- und der Hauptschule mit ihren Lehrern auf den Weg. Foto: Willi Siemer

Ein eindrucksvolles Zeichen für den Frieden auf der Welt und gegen den Krieg des russischen Staatschefs Wladimir Putin gegen die Ukraine setzten rund 1500 Schüler und Lehrer in Löningen. Sie alle trafen sich am Donnerstagmittag zu einem Friedensmarsch durch die Löninger Innenstadt. Mit kleinen und großen Plakaten, darauf Sprüche und Peace-Zeichen, und DIN-A-4 Zetteln mit der ukrainischen Fahne in ihren Händen zogen die jungen Leute, begleitet von ihren Lehrern, aus dem Schulzentrum über die Bremer Straße durch den Kreisel zum Marktplatz. Die Demo war auf Initiative der Schülervertretung des Copernicus-Gymnasium Löningen (CGL) geplant worden.

Hunderte Schüler schwenken weiße Taschentücher

Während der Umrundung und einer kurzen Pause schwenkten die Teilnehmer weiße Taschentücher als Zeichen für den Frieden. Da keine Reden auf dem Marktplatz vorgesehen waren, hatte jede Schule entweder vor der Demo oder im Anschluss eine Kundgebung organisiert. Das Gymnasium bildete anschließend mit mehr als 800 Schülerinnen und Schülern ein riesiges Peace-Zeichen auf dem Schulhof. Dieter Schmitz hatte für die Realschule Lieder und Gedichte vorbereitet. Michael Jacksons „We are the World“ drücke besonders aus, „dass wir doch alle in der einen Welt leben und niemand in Frieden leben kann, wenn nebenan Krieg geführt wird und Menschen sterben“, so Schmitz.

Unmittelbar betroffen: Zwei Schülerinnen aus der Ukraine besuchen seit einigen Tagen die 10. Klasse der Gutenbergschule. Foto: Willi SiemerUnmittelbar betroffen: Zwei Schülerinnen aus der Ukraine besuchen seit einigen Tagen die 10. Klasse der Gutenbergschule. Foto: Willi Siemer

Er sei beeindruckt von der Teilnehmerzahl, sagte Realschul-Konrektor Sebastian Macke. „Das Leid der Menschen bewegt uns sehr. Es ist jetzt unsere Aufgabe, die Flüchtlinge aufzunehmen, ihnen Sicherheit zu schenken und ihnen zu zeigen, dass sie nicht allein sind auf der Welt“, betonte er auf dem Treffen vor der Demo. Sowohl Macke als auch Dennis Knurbein, der Konrektor der Gutenbergschule, und auch CGL-Schulleiter Ralf Göken betonten, dass der Krieg aktuell eine wichtige Rolle in etlichen Unterrichtsfächern spiele. „Es ist eine zentrale Aufgabe, den Mädchen und Jungen zu helfen, das Weltgeschehen einzuordnen“, betonte Realschul-Rektorin Christiane Dehmel.

Dicht dran am aktuellen Geschehen ist aktuell vor allem die Gutenbergschule, denn inzwischen besuchen acht Mädchen und Jungen aus der Ukraine die Hauptschule. Ein Schüler sei aus einer großen Stadt geflohen und habe Bombeneinschläge erlebt, zwei Geschwister seien mit der Oma gekommen und hätten die Eltern zurücklassen müssen, erzählte Rektorin Anne Berning. Alle seien sehr still und zurückhaltend. Man habe das Gefühl, dass sie noch gar nicht so richtig angekommen seien. Es müsse jetzt darum gehen, ihnen so schnell wie möglich eine Tagesstruktur als Sicherheit zu geben. „Wir sind gerade dabei, unsere Deutsch-Unterrichtsstrukturen für die neuen Flüchtlinge wieder aufzubauen“, so Berning. In den praktischen Fächern nehmen sie regulär am Unterricht teil, in Deutsch, Religion oder Politik erhalten die jungen Ukrainer rund 10 Stunden Sprachunterricht pro Woche. 

CGL-Schülervertretung startet Demo-Initiative

Die Verständigung sei aufgrund nicht das Problem. Jugendliche, deren Eltern einst aus Russland gekommen seine, würden helfen. Es gebe aber durchaus Diskussionen. Einige Schülerinnen und Schüler, deren Eltern aus Russland stammen, fühlten sich ungerecht behandelt, wenn ihnen eine Mitverantwortung für Putins Krieg vorgeworfen werde. Sie fühlten sich als Deutsche.

Zwei der acht Schüler besuchen seit Kurzem die 10a von Konrektor Dennis Knurbein. In den letzten Tagen seien zwei große Plakate gestaltet worden, berichtet er über die Freude aus der Tatenlosigkeit gerissen zu werden. Auf dem einen sei auf der ukrainischen Fahne in kyrillischen Buchstaben das Wort „MIR“ – das heißt "Frieden" – zu lesen. Auf dem anderen stehe ein Sinnspruch von Karl Jaspers „Der Frieden beginnt im eigenen Haus“. 

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

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