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142 Lehrkräfte und Schüler lassen sich an Liebfrauenschule Cloppenburg typisieren

Die Schülervertretung des Ulf hat die Aktion initiiert und gemeinsam mit dem Verein Leukin durchgeführt. Die Biolehrer hatten die Schüler im Vorfeld über das Thema Stammzellenspende aufgeklärt.

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Mitten in der Mottowoche: Abiturient Lukas Müller lässt sich typisieren.  Foto: Niemeyer

Mitten in der Mottowoche: Abiturient Lukas Müller lässt sich typisieren.  Foto: Niemeyer

Es sind Schicksale wie das des 14-jährigen Fabio aus Cappeln oder des 4-jährigen Lenny aus Ostfriesland, die die Schülervertreter der Liebfrauenschule Cloppenburg dazu bewogen haben, eine Typisierungsaktion in der Schule durchzuführen. Am Ende kann sich die Aktion sehen lassen: 142 potenzielle Spender haben die Schüler in Zusammenarbeit mit der DKMS und dem Verein Leukin typisiert. "Ich muss der Schule ein großes Lob aussprechen", sagte Anna Fennen, die Vorsitzende von Leukin.

Der Initiator der Aktion war Abiturient und Schülervertreter Mussif Shamden. Er war in den sozialen Medien auf den Fall von Fabio aufmerksam geworden und daraufhin auf Schulleiter Andreas Weber zugegangen, mit der Bitte, eine Typisierungsaktion in der Schule durchzuführen, erzählt er. Fabio leidet an einer seltenen Knochenmarkerkrankung und braucht dringend eine Stammzellen-Spende. Dazu muss in der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) ein "genetischer Zwilling" gefunden werden. Je mehr Menschen sich typisieren lassen, desto mehr kommen in die Datei und desto höher ist die Chance auf einen Treffer – und auf eine Genesung Fabios. 

Aufklärung im Biologieunterricht

Anschließend trat Shamden zunächst mit der DKMS und später mit dem Verein Leukin in Kontakt, der die Aktion schließlich mit Schülern und Lehrern auf die Beine stellte. Im Vorfeld hatten die Lehrer ihre Schüler im Biologieunterricht über das Thema aufgeklärt – unter anderem mit Filmen der DKMS. So konnten die Schüler letztlich für sich eine reflektierte Entscheidung treffen, ob sie an der Typisierung teilnehmen wollten. 

Foto: NiemeyerFoto: Niemeyer

Jette Borchers ist dafür zwar noch zu jung, werde sich aber typisieren, sobald sie das Mindestalter erreicht habe, wie sie sagt. Trotzdem half die 14-Jährige am Donnerstag mit, indem sie den älteren Schülern erklärte, wie sie ihre DNA-Proben mit den Wattestäbchen entnehmen können. Der Fall Fabio habe sie und ihre Mitschüler beschäftigt, sagt Jette. Insbesondere, da er auf die Nebenschule (Marienschule) gehe. Deshalb sei sie gerne bereit, zu helfen. 

Alle gesunden Frauen und Männer im Alter von 17 bis 55 Jahren können sich als Stammzellspender registrieren lassen, schreibt der Verein Leukin auf seiner Website.

Schon 83.000 Menschen typisiert

Gerade Schulen seien wichtig für die Typisierung, sagt die Leukin-Vorsitzende Fennen. Denn: "Die Schüler bleiben bis zum 61. Lebensjahr in der Datei". Parallel führte ihr Verein am Donnerstag auch Typisierungen an Schulen in Leer, Aurich und Friesoythe durch, so Fennen. Der Verein sei für Typisierungen in ganz Nordwestdeutschland zuständig und werde in der Regel von der DKMS kontaktiert. Leukin wurde vor 26 Jahren von sieben Frauen gegründet, als ein Kind im Bekanntenkreis an Leukämie erkrankte, sagt Fennen. Bis heute habe der Verein, der sich über Spenden finanziert, über 83.000 Menschen typisiert. "Es kann ganz einfach sein, einem Menschen das Leben zu retten", sagt die Leukin-Vorsitzende.

Wie zum Beispiel dem 4-jährigen Lenny aus Ostfriesland. Bereits 2019 war er an Leukämie erkrankt, besiegte nach einer Chemotherapie zwischenzeitlich den Krebs, bis die Krankheit schon 2 Wochen später zurückkam. Ein passender Stammzellenspender könnte ihm das Leben retten.

  • Info: Wer sich typisieren lassen will, kann sich auf der Homepage des Vereins Leukin (www.leukin.net) informieren.

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