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100 Jahre DRK: Bundesbereitschaftsleiter aus Markhausen feiert via Bildschirm

Seit 2013 besetzt Martin Bullermann den höchsten ehrenamtlichen Posten im Präsidium und stellt für eine dritte Amtszeit zur Wahl. Das Jubiläum hätte eigentlich in Bamberg gefeiert werden sollen.

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Vor dem Berliner Hauptsitz: Auch dort hat Martin Bullermann ein Büro. Fotos/Montage: cl/Jörg Müller

Vor dem Berliner Hauptsitz: Auch dort hat Martin Bullermann ein Büro. Fotos/Montage: cl/Jörg Müller

Kanzlerin Angela Merkel und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder gratulieren aus der Ferne. Mediziner und Moderator Eckart von Hirschhausen hält einen Vortrag. Auch die Grußworte weiterer Gäste werden per Video eingespielt. „Und Musik gibt es natürlich auch“, berichtet Martin Bullermann.

Eigentlich wäre er in Bamberg gewesen, um persönlich mit Präsidium und Politprominenz auf 100 Jahre Deutsches Rotes Kreuz (DRK) anzustoßen. Stattdessen sitzt er zu Hause vor dem Bildschirm. Wie so oft. Am offiziellen „Tag des DRK“ (8. Mai) verfolgt er den digitalen Festakt zum Jubiläum, in den vergangenen Monaten diskutierte und organisierte er in unzähligen Online-Konferenzen, mal mit kleinen Teams, mal in großer Runde.

„Das Reisen fehlt mir schon sehr“, gesteht der Bundesbereitschaftsleiter, der seit 2013 die höchste ehrenamtliche Position besetzt, die das DRK zu vergeben hat. Und um diesen Posten gewissenhaft auszuüben und die Interessen von rund 450.000 Ehrenamtlichen verantwortungsvoll zu vertreten, ist der Markhauser, der von 4 Stellvertretern unterstützt wird, außerhalb von Corona an rund 40 Wochenenden in ganz Deutschland unterwegs. Sitz der Führungsgremien ist Berlin, wo sich Bullermann ebenfalls regelmäßig aufhält.

Oldenburger Verband ist der zweitälteste

19 Landesverbände gehören zum Dachverband, der 1921 im Bamberger Brückenrathaus als eingetragener Verein mit föderalen Strukturen gegründet wurde. Rot-Kreuz-Organisationen existierten jedoch schon lange zuvor. Und dass der Oldenburger Verband mit 157 Jahren nach Württemberg der zweitälteste ist, „macht mich schon stolz und das erwähne ich immer gerne“, sagt Bullermann schmunzelnd, der die „eigenen Leute“ ohnehin hinter sich weiß, aber auch ansonsten einen guten Ruf genießt, was nicht zuletzt die Wiederwahl in die  2. Amtsperiode bewies.

Doch aufgrund der Eigenständigkeit, die das föderale System gewährleistet, braucht es ein Netzwerk, Strategien, Führungsstärke sowie nicht zuletzt menschliche Qualitäten und Kompromissbereitschaft, um vieles und im besten Fall harmonisch unter einem Hut zu vereinen. Martin Bullermann weiß, dass Akzeptanz eng mit Kompetenz verbunden ist. Der 54-Jährige agiert klar strukturiert, auf Augenhöhe und kann durchaus deutlich werden.

Damit das so bleibt, hat er sich gegen eine geplante Hauptamtlichkeit seines Präsidiumspostens ausgesprochen. „In einem Abhängigkeitsverhältnis wäre es nämlich vorbei mit dem offenen Wort.“ Somit ist er weiterhin als Lagermeister bei einem Unternehmen für Stallbauten in Lohn und Brot und dankt nicht nur seinem Arbeitgeber, sondern auch vielen anderen Betrieben dafür, dass sie Mitarbeiter für die Ausübung ihres sozialen Ehrenamtes freistellten.

Sich freiwillig zu engagieren, hat in der Krise zugenommen. Was jedoch bleibt, ist der Umstand, sich nicht mehr langfristig binden zu wollen, sondern vielmehr für eine Phase oder ein Projekt Einsatz zu zeigen. „Das ist nicht beklagenswert und darauf muss und kann man sich einstellen“, so Bullermann, der sich auch für eine staatliche Anerkennung für überdurchschnittliches Engagement beispielsweise in Form von Rentenpunkten ausspricht.

Für Verdienste mehrfach ausgzeichnet

Nach wie vor setzt er sich für den Abbau bürokratischer Hürden ein und reformiert mit seinen Kollegen zurzeit die Sanitätsausbildung. Im Oktober endet die 2. Amtszeit des vielfach für seine Verdienste ausgezeichneten Bundesbereitschaftsleiters. Folgt darauf Nummer 3? „Einmal stelle ich mich zumindest noch zur Wahl“, kündigt der Markhauser an, der von den Landesverbänden bestätigt werden muss. Ein paar Ziele und Ideen habe er noch, „die ich gerne noch umsetzen möchte“, begründet er die erneute Kandidatur, ohne thematisch ins Detail gehen zu wollen.

Überzeugt zeigt sich Martin Bullermann davon, dass das DRK auch noch in den kommenden 100 Jahren Bestand haben wird. Die 7  Grundsätze Menschlichkeit, Unparteilichkeit, Neutralität, Unabhängigkeit, Freiwilligkeit, Einheit und Universalität bleiben für ihn feste Größen. „Wir sehen den Menschen immer als Menschen und wir treten weltweit für Hilfe und soziale Werte ein.


Zur Person:

  • Martin Bullermann ist 1983 ins DRK eingetreten. 23 Jahre war er in seinem Heimatort Bereitschaftsleiter und 8 Jahre Landesbereitschaftsleiter, bevor er 2013 auf die Bundesebene wechselte.
  • Zurzeit unterstützt er das Team des Cloppenburger Impfzentrums und hält auch seiner Bereitschaft tatkräftig die Treue, sofern es seine Zeit erlaubt.
  • Außerhalb des DRK ist Bullermann leidenschaftlicher Theater- und Doppelkopfspieler.

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