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10 Tipps, wie Sie zu Hause aktuell Energie sparen können

Die Strom- und Gaspreise im Oldenburger Münsterland haben sich bereits verdreifacht. Ein Ende dieser Preisspirale ist nicht in Sicht. Diese Tipps gibt Klaus Karnbrock vom Caritas-Sozialwerk.

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Wie lässt sich zu Hause Energie sparen? Ein wichtiger Punkt ist, die Elektrogeräte abends komplett auszuschalten. Symbolfoto: dpa

Wie lässt sich zu Hause Energie sparen? Ein wichtiger Punkt ist, die Elektrogeräte abends komplett auszuschalten. Symbolfoto: dpa

Bundesweit müssen einige Haushalte bereits bis zu 500 Prozent mehr für Strom und Gas zahlen. Auch im Oldenburger Münsterland sind die Energie-Preise deutlich angestiegen. Ein Beispiel: Eine 4-köpfige Familie hat durchschnittlich im vergangenen Jahr einen monatlichen Abschlag von 112 Euro für Gas und 107,89 Euro für Strom gehabt. Heute sind im Grundversorgertarif für Gas 273 Euro und für Strom 216 Euro fällig. Klaus Karnbrock vom Caritas-Sozialwerk im Oldenburger Münsterland hat diese Zahlen im OM-Online Podcast vorgestellt. Er sagt: "Die Preise haben sich eine enorm verändert." Karnbrock rechnet damit, dass die Energie-Preise in den kommenden Wochen deutlich ansteigen werden.

Das Caritas-Sozialwerk im Oldenburger Münsterland beteiligt sich seit einigen Jahren am bundesweiten Programm "Der Stromspar-Check". Haushalte, die Transferleistungen beziehen, haben die Möglichkeit, sich hier von Experten beraten zu lassen. Die Hauptfrage dabei ist: Wie lässt sich zu Hause Energie sparen? Im OM-Online-Podcast gibt Karnbrock, der den "Stromspar-Check" vor Ort verantwortet, einige Tipps. Die 10 wichtigsten Empfehlungen im Überblick:

1. Überprüfen Sie die Gewohnheiten im Haushalt: Typisch sei, dass Elektrogeräte grundsätzlich im Standby-Modus auch über die Nacht genutzt werden, sagt Karnbrock. Dies dürfe man nicht unterschätzen. "Dort ist es einfach mal das Ladekabel für ein Handy. Dort ist es der PC, dort ist es der Fernseher, der weiterläuft", sagt der Experte. Das seien praktische Beispiele, wo relativ viel Energie gespart werden kann, wenn abends die Geräte komplett ausgeschaltet werden.

2. Duschen: Ein weiterer wichtiger Punkt ist laut Karnbrock das Duschen. "Grundsätzlich sollte man immer duschen und nicht in die Badewanne gehen", sagt er. Dabei sollte die Duschdauer möglichst kurz gehalten werden. Zudem könne auf die Temperatur geachtet werden. 

3. Wasser sparende Duschköpfe: Ein weiteres Puzzlestück beim Energiesparen ist der Sparduschkopf. Wasser sparende Brausen haben eine Durchflussmenge von etwa 5 bis 6 Litern pro Minute, herkömmliche Duschköpfe verbrauchen mindestens 2 bis 3 Mal so viel. Trotzdem merkt man beim Duschen kaum einen Unterschied zwischen den Modellen.

Zudem: Luft kann beim Senken der Energiekosten helfen. Wenn die Luft mit Wasser gemischt wird, streckt das die Menge Warmwasser, die aus den Leitungen an Spüle und Waschtisch kommt. Dazu braucht man Strahlregler, das sind kleine Siebe, die vor den Wasserhahn geschraubt werden. Sie reduzieren den Durchfluss von Wasser und mischen dabei die besagte Luft in den Wasserstrahl – so benötigt man für den üblich starken Strahl weniger Wasser.

4. Heizungsanlage: "Als Mieter sollte man auf jeden Fall den Vermieter ansprechen und ihn bitten, die aktuelle Heizungsanlage zu warten", betont Karnbrock. Die Reduzierung der Grundeinstellung um 1 bis 2 Grad mache enorme Unterschiede. Dieser Check gelte natürlich auch im eigenen Haus. Viele Heizungsanlagen laufen noch in der Werkseinstellung. Das ist nicht immer optimal. Ist die Vorlauftemperatur zu hoch, überhitzen Räume nicht. Denn hier greift das Thermostat ja regulierend ein. Aber man verbraucht unnötig Energie im System, betonen Experten. Daher gilt: Je niedriger die Vorlauftemperatur sein kann, desto weniger Energiekosten muss man bezahlen.

5. Heizen: "Ich würde eindeutig unterstreichen, dass man sich in der Mietwohnung oder im Eigenheim daran gewöhnen sollte, nicht mehr abends alle Räume zu heizen, sondern sich zentrieren sollte auf wesentliche Bereiche", sagt Karnbrock. Zudem empfiehlt er Zeitschaltuhren.

Doch welche Temperatur ist optimal? 20 bis 22 Grad für Wohnräume wie das Wohn- und Esszimmer sowie für Kinderzimmer und Arbeitsraum, lautet der übliche Tipp. Das erreicht man mit Stufe 3 am mechanischen Thermostat. Im Schlafzimmer reichen die Empfehlungen von 16 bis 18 Grad, das entspricht Stufe 2. Auch in der Küche kann etwas weniger geheizt werden, denn hier produziert man beim Kochen und Backen sowieso Wärme. 18 Grad werden in der Regel genannt (Stufe 2 bis 3). In weniger genutzten Räumen reichen 16 Grad (Stufe 2) aus – aber nicht weniger, sonst droht auf Dauer Schimmelbildung, warnt das Umweltbundesamt.

Gibt Tipps: Klaus Karnbrock (links) vom Caritas-Sozialwerk hier mit einer Kollegin. Archivfoto: WimbergGibt Tipps: Klaus Karnbrock (links) vom Caritas-Sozialwerk hier mit einer Kollegin. Archivfoto: Wimberg

6. Isolierung: Ein wesentlicher Punkt ist laut Klaus Karnbrock die Dämmung beziehungsweise Isolierung. Kann ich eventuell mit einfachen Mitteln noch eine zusätzliche Dämmung einführen? Wie sind die Fenster abgedichtet? Das seien entscheidende Fragen. Praktisch prüfen lasse dies sich, indem eine Zeitung zwischen die Fenster gelegt wird. Zudem schlägt Karnbrock vor: "Kann man mit einfachen Klebemaßnahmen eine bessere Dichtung erreichen?"

Es lohnt sich außerdem laut Experten, nachts die Rollläden herunterzulassen und die Vorhänge zu schließen. Wichtig: Die Vorhänge dürfen nur vor dem Fenster hängen, nicht aber über den Heizkörpern unter dem Fensterbrett.

7. Elektrogeräte: Alte Elektrogeräte können Energiefresser sein. Beispiel Waschmaschine: Wie alt ist das Gerät? Welchen Energieverbrauch hat sie? Kann die Waschmaschine an den Warmwasseranschluss angeschlossen werden? Muss jede Wäsche auch mit den hohen Temperaturen gewaschen werden? Das seien laut dem Energiesparexperten Karnbrock wichtige Fragen. Zudem "10 Grad weniger reicht in vielen Fällen auch aus, um die Kleidung optimal noch zu reinigen", sagt er. 

8. Spülen: Wenn eine Spülmaschine vorhanden ist, sollte man nicht unbedingt per Hand spülen, rät Karnbrock. Denn dabei werde oft mehr Wasser verbraucht, als wenn die Spülmaschine verwendet wird. Karnbrock: "Bitte die Spülmaschine aber dann vollräumen und nicht mit 3 Tellern laufen lassen."

9. Lüften: Lüften ist wichtig, besonders um Schimmel zu verhindern. Experten geben folgende Tipps: Nicht nur kippen. Am effizientesten sei das Querlüften für 5 bis 10 Minuten morgens und abends. Daneben heißt es: Die Heizung sollte während des Lüftens ausgeschaltet werden. Und: Wer viele Pflanzen im Zimmer hat und viele Menschen, sollte auch mehr lüften.

10. Unterstützung: Es gibt es in jeder Kommune Ansprechpersonen des Caritas-Sozialwerkes im Rahmen allgemeiner Sozialberatung, Angebote der Schuldnerberatung oder auch in Lohne oder Friesoythe den Stromspar-Check. Klaus Karnbrock betont: "Dort kann sich jeder kostenlos informieren – unabhängig erst mal davon, in welchen Lebensumständen Sie stehen. Wir lassen niemanden alleine." Bei Leistungsunterstützung rät Karnbrock, sich an das Jobcenter zu wenden. Hier könne ein formloser Antrag gestellt werden, um Leistungen aufgestockt zu bekommen. Weiter Infos gibt es unter: www.stromspar-check.de.

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