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Zweiter Band von "Langförden Gestern und Heute" erscheint in Kürze

In dem neuen Bildband dreht sich alles um die fünf Bauerschaften Holtrup, Calveslage, Bergstrup (mit Vardel), Spreda und Deindrup, die 1974 mit Langförden in die Stadt Vechta eingegliedert wurden.

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Der Mühlenteich im Jahr 1959, im Hintergrund die Mühle. Foto: Heimatverein Langförden

Der Mühlenteich im Jahr 1959, im Hintergrund die Mühle. Foto: Heimatverein Langförden

Das bewährte Duo Heinz Hartmann und Willi Baumann hat wieder zugeschlagen und wurde dabei von Reinhold Bothe unterstützt. Sie präsentieren jetzt den zweiten Bildband zur Geschichte Langfördens. Das Werk wird den Titel "Langförden Gestern & Heute. Die Bauerschaften!" tragen. "Jede Bauerschaft hat ein eigenes Kapitel bekommen", sagt Willi Baumann, Leiter des Offizialatsarchivs in Vechta, und jedem werde ein Kartenausschnitt von Langförden vorangestellt, sodass der Leser sich orientieren kann. Ebenfalls an den Anfang gestellt ist ein Foto des St.-Laurentius-Brunnen, der von dem Bildhauer Karl-Josef (Kajo) Dierkes geschaffen wurde. Genauer gesagt, der Ausschnitt des Brunnens, der den Ortsnamen und seine urkundliche Ersterwähnung darstellt.

Es gibt wieder viel zu entdecken: Eine Ziegelei in Bergstrup, welche 1979 bei der Renovierung des Langfördener Doms die Innenwände lieferte oder die Firma Kathmann in Calveslage. Bei letzterer ging auch bundesdeutsche Prominenz ein und aus, von Bundespräsident Heinrich Lübke bis hin zu Hardy Krüger senior. Letzterer sondierte die Möglichkeiten einer wirtschaftlichen Zusammenarbeit für seine Farm im ostafrikanischen Tansania. Das ehemalige Firmengelände Kathmann bildete die Grundlage des heutigen Gewerbegebietes.

Der erste Band erschien Ende 2021 und war „innerhalb weniger Wochen vergriffen“, berichtet Willi Baumann. Entsprechend motiviert machte man sich beim herausgebenden Heimatverein Langförden an die Arbeit für Band 2. Heinz Hartmann durchsuchte sein Bildarchiv und das des Heimatvereins und filterte so etwa 470 Fotografien heraus, welche den Wandel in den Bauerschaften besonders gut dokumentieren. Auf nun 348 Seiten – also über 70 mehr als beim ersten Band – bekommen die Leser eine Vorstellung von den eher landwirtschaftlich und industriell geprägten Bauerschaften. Dabei stehen die Fotos klar im Vordergrund.

Die kreativen Köpfe hinter Band 2: (von links) Willi Baumann, Heinz Hartmann und Reinhold Bothe. Foto: HeinzelDie kreativen Köpfe hinter Band 2: (von links) Willi Baumann, Heinz Hartmann und Reinhold Bothe. Foto: Heinzel

"Es ist wichtig, dass auch Menschen zu sehen sind", sagt Heinz Hartmann. Und so finden sich auch Aufnahmen aus den Gaststätten und Tante-Emma-Läden der Ortschaften. Ziel der Arbeit war es, stets dem Titel des Buches "Gestern & Heute" gerecht zu werden und diese beiden Seiten gegenüberzustellen. "Das klappte leider nicht immer", räumt Heinz Hartmann ein. Es handele sich auch um keine Chronik, sondern eine Auswahl, die einen Eindruck vermitteln will, aber nicht den Anspruch auf Vollständigkeit erhebt.

Für die Texte war wieder Willi Baumann zuständig. Etwa ein halbes Jahr arbeitete er daran und besuchte auch die einzelnen Orte. Er habe den zweiten Band sozusagen mit dem Fahrrad erkundet, meint er schmunzelnd. Auf diesen Touren führte er zudem das eine oder andere Zeitzeugengespräch, beispielsweise mit Franz-Josef Borgerding oder Gertrud Berding aus Vardel. Nach aktuellen Zahlen leben in dieser Ortschaft derzeit 6 Personen, dabei hatte die Bauerschaft einmal eine eigene Schule und mehr als 200 Einwohner.

Borgerdings Mühle mit dem Mühlenteich im Vordergund als Gegenstück zum Bild von 1986.
Heimatverein Langförden
Der St.-Laurentius-Brunnen zeigt die ursprünglichen Ortsnamen und deren erste urkundliche Erwähnung.
Heimatverein Langförden
Das Brautpaar Landwirt Josef Vaske aus Calveslage und Landwirtstochter Clara Prüllage aus Bünne in der von Ludwig Kathmann gefahrenen vierspännigen Kutsche auf dem Weg zur Trauung in der Pfarrkirche Langförden (1959).
Heimatverein Langförden
Ein Blick in die Landschaft der Tante-Emma-Läden in den Bauerschaften. In der Mitte die Inhaberin Maria Wulfing geb. Gramann, als Bedienungskraft hinter der Theke ihre 2004 verstorbene Schwester Paula Hodes, rechts Elsbeth Ostmann (1995).
Heimatverein Langförden
Anschlussgleis der Bahnstrecke Ahlhorn-Vechta für die Geflügelzucht Kathmann, hier Auslieferung von Bruteiern des von Josef Kathmann 1958 entwickelten ersten deutschen Hybrid-Huhns KATH-LINE.
Heimatverein Langförden
Günter Diekmann (rechts im Bild), der die von seinem Vater gegründete Schmiede übernahm und zu einem Metallbaubetrieb erweiterte, in geselliger Skatrunde an der Theke in der seit 1969 von seiner Frau Wilma geführten Gaststätte Zur Schmiede“.
Heimatverein Langförden
Der Musikverein Langförden auf dem Visbeker Damm beim Festmarsch zum Schützenplatz in Holtrup, vorneweg der langjährige Dirigent Josef Ostendorf (verst. 1970), im Hintergrund das Schulgebäude (links) und das Haus Nemann (1969).
Heimatverein Langförden

Grundlage für Textarbeit waren neben den Gesprächen Presseberichte über die Bauerschaften sowie vorhandene Literatur wie etwa die Langfördener Ortschronik von 1990, die Publikation zum 800-Jährige Bestehen von Deindrup sowie das Dörperblatt der Dorfgemeinschaft Deindrup-Spreda. Damit konnte er das Skelett aus Bildmotiven sozusagen mit Leben und Informationen füllen. "Der Bildband wird erst durch diese genau recherchierten Informationen und Beschreibungen richtig wertvoll", sagt Heinz Hartmann.

Bei der Umsetzung des Projektes arbeiteten sie wieder mit der Druckerei Heimann zusammen. Aktuell werden die letzten Korrekturfahnen gegengelesen. Das Werk soll bis zum Tag der offenen Tür am 20. November 2022 im Langfördener Spieker erhältlich sein und dort auch für 20 Euro verkauft werden.

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