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Zwei Musiker wollen mit "Down" hoch hinaus

3 Monate feilten Adam Veldt und DJ Lukem an der Coverversion und überzeugten damit Sony Music, eines der weltweit gr��ßten Plattenlabels. Ab heute gibt es Down als Slaphouse-Version.

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Haben die Pandemie kreativ genutzt: Shaheen Khan alias "Adam Veldt" (links) und Lukas Kaemnick alias DJ "Lukem". Foto: privat

Haben die Pandemie kreativ genutzt: Shaheen Khan alias "Adam Veldt" (links) und Lukas Kaemnick alias DJ "Lukem". Foto: privat

Freitag, der 19. März, ist ein guter Tag für Lukas Kaemnick und Shaheen Khan; in der Region vielleicht eher als DJ Lukem und Adam Veldt bekannt. Letzterer gewann 2017 den Tante-Mia Talent-Contest und durfte auf dem Festival auflegen. Die beiden veröffentlichen nun ihr Cover von Jay Seans „Down“ und zwar über eine Tochterfirma von Sony Music. Vom Stil her gehört die Coverversion zur EDM-Subkategorie Slaphouse. Hier haben die Lieder in der Regel 120 bis 140 Beats per Minute (BPM). Christoph Heinzel sprach mit den beiden Musikern über die Geschichte hinter dem Cover-Song.

Wo wird der Song veröffentlicht?
Auf allen gängigen Musik-Streaming-Plattformen - also beispielsweise Spotify, unter „Lukem, Adam Veldt, Junar – Down (feat. Skies).

Was zeichnet Slaphouse aus?
Lukem: In der Regel ist es ein treibender Bass mit einer coolen Stimme.
Adam Veldt: Aber auch schöne und gefühlvolle Melodien.

Warum haben Sie sich das Lied „Down“ herausgesucht?
Lukem: Prinzipiell waren wir seit 2017 auf der Suche nach einem Projekt, wo wir unsere Leidenschaft für Musik richtig demonstrieren und damit eine entsprechende Aufmerksamkeit generieren können. Für genau diese Zwecke ist das Covern eines erfolgreichen Songs hervorragend geeignet.

Gibt es etwas, was Sie mit „Down“ verbinden und wie kam es zu der Coverversion?
Lukem: Mich hatte Ende Oktober 2020 Skies, ein Sänger aus Boston, über Instagram angeschrieben und gefragt, ob er mit mir ein Musikprojekt umsetzen könnte und schlug dann „Down“ vor.
Adam Veldt: Das hat von Anfang an gepasst. Skies macht genau wie wir beide aus Leidenschaft Musik – und zwar neben einem Hauptberuf. Er heißt eigentlich Serge Korjian und ist Kardiologe.

Das heißt, Sie beide gehen ihrer Musikleidenschaft sozusagen in der Freizeit nach und nicht als Hauptberuf?
Lukem: Genau. Ich selbst arbeite für den Lebensunterhalt halbtags. Die andere Zeit investiere ich in meine Musikkarriere. 2020 habe ich mit Smashing Records sogar ein eigenes Label für junge Künstler gegründet. Adam Veldt und mich verbindet aber das langfristige Ziel mit unserer Musik eine breite Masse anzusprechen und später von unserer Musik leben zu können.

Hat die Pandemie das Projekt irgendwie beeinflusst?
Lukem: Wir hatten mehr Zeit, uns auf das Wesentliche zu konzentrieren. Durch die Einschränkungen der Pandemie waren wir häufiger zu Hause und haben noch mehr an unserer Musik gearbeitet.
Adam Veldt: Durch die Pandemie wird gerade so viel wie noch nie auf der Welt gestreamt. Das ist für uns eine großartige Gelegenheit, uns einen Namen zu machen. Wenn wir das schaffen, kann es sein, dass es nach der Pandemie mit den Bookings noch besser läuft.

Wie wichtig ist denn in Zeiten von Spotify eine große Plattenfirma im Hintergrund zu haben? Welche Vorteile habe ich davon?
Lukem: Ganz viele! Je größer das Label, desto größer auch die Reichweite auf solchen Portalen. Plattenfirmen haben dort ihre eigenen Kanäle. Auf diesen veröffentlichen sie Playlisten. Und die sind momentan das Wichtigste im Streaming. Mit ihren umfangreichen Marketingbudgets können die großen Labels ihre Playlisten gut pushen. Für uns letztlich auch eine Chance, dass namhafte DJs auf unsere Musik aufmerksam werden und unseren Song spielen. Für uns bedeutet es letztlich höhere Aufrufzahlen, eine größere Fanbase und mehr Aufmerksamkeit.
Adam Veldt: Und natürlich steigert es die eigene Motivation.

Adam Veldt (links) und DJ Lukem wollen mit Sony Music in den Streaming-Himmel abheben. Foto: privatAdam Veldt (links) und DJ Lukem wollen mit Sony Music in den Streaming-Himmel abheben. Foto: privat

Das klingt wie ein Lottoschein mit besseren Chancen. Über Spotify verdienen Sie doch nicht viel, oder?
Lukem: Aktuell verdient man für 1000 Streams in den USA 3,50 Dollar und in Deutschland sind es 2,80 Euro. Sprich: Eine Million Streams wären 2.800 Euro. Eine Million Streams werden die meisten aber nie in ihrem Leben erreichen. Da muss man schon viel Glück haben.

Mit was für Streamingzahlen rechnen Sie?
Adam Veldt: Wir rechnen mit 150.000 bis 250.000 Streams im ersten Monat.
Lukem: Wenn wir ganz viel Glück haben, vielleicht auch in der ersten Woche. Die Woche nach dem Release ist immer entscheidend. Läuft es hier mit einem geringen Werbeaufwand richtig gut, dann ist das Label bereit, diesen Trend mit entsprechenden Investitionen zu stützen und verfestigen. Streamingzahlen bauen sich ja über Monate auf. Daher ist die kontinuierliche Unterstützung eines großen Labels über Werbemaßnahmen und Playlisten so wichtig.

Wann war die Coverversion fertig, mit der Sie sich bei den Plattenlabels beworben haben?
Lukem: Los ging es Ende Oktober 2020. Unsere Version stand Ende Januar 2021.
Adam Veldt: Bei „Down“ haben wir so viel Herzblut hineingesteckt, dass wir ihn nicht einfach so veröffentlichen wollten, sondern den Song wirklich bis zur Perfektion bringen wollten.
Lukem: Aus dem Grund ist später Liam Lohse (JUNAR) zu uns gestoßen. Er hat das Ganze sozusagen geglättet und die verbliebenen  Kanten geschliffen.
Adam Veldt: Mit dem Ergebnis haben wir uns bei FRQNCY / One-Seven-Music, einem Sublabel von Sony Music Dänemark, beworben. Die Zusage war der Wahnsinn. Das hätten wir uns so niemals erträumt.

Ist die Zusammenarbeit mit Sony auf diesen Song begrenzt?
Adam Veldt: Ja, es geht erst einmal nur um den Song „Down“. Aktuell genießen wir es ungebunden zu sein.
Lukem: Wir wollen dranbleiben und haben das Glück, dass uns der Chef des Labels auch immer wieder ein paar Karriere-Tipps gibt.

Gibt es eine Botschaft, die Sie mit der Geschichte zum Song vermittelt möchten?
Adam Veldt: Oft hören wir: Uns ist langweilig, wir können nichts machen. Uns beiden war während der Pandemie nie langweilig. Wir haben unsere Leidenschaft ausgelebt und Musik produziert. Man kann alles machen, man muss es nur wollen.

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