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„Wir sind Südoldenburg. Wir können das.“

Christian Bitter ist stolz auf seine Heimat. 40 Porträts, 40 Gedanken zur Heimat, das ist die Idee der OV-Serie Heimat.Los.

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Christian Bitter ist 52 Jahre alt. Er ist Geschäftsführer einer Werbeagentur.

„Ich habe festgestellt: Erst wenn man mal weg war, schärft sich der Blick für den Begriff Heimat. Und es schärft sich der Blick dafür, dass es hier bei uns verdammt gut läuft.

Dass es hier so gut läuft, hat seine Gründe: Vor 60 Jahren war die Region noch kreuzarm. Dann wurde aus der Not eine Tugend gemacht, der Spieß umgedreht. Aus kleinster Landwirtschaft auf kargen Böden wurde die Wachstumsbranche Ernährungswirtschaft, aus Korkenmachern eine erstaunliche Kunststoffindustrie.

Dennoch hat die Region bei Auswärtigen nicht immer den besten Ruf. Das hat aber die Menschen nicht auseinandergerissen, sondern sie eher noch mehr zusammengeschweißt. Wir sind Südoldenburg. Wir können das. Das ist unsere Identität – und die gefällt mir. Die Menschen sind geerdet und ehrlich. Es ist keine Kunstwelt; diese Welt ist real.

Gleiches gilt für die Landschaft. Flaches und weites Land, viel Ruhe, im Grunde nichts Besonderes. Was manche als provinziell empfinden mögen, finde ich schön. Ist es zu eng? Mir nicht. Es ist doch toll, beim Bäcker oder auf der Straße mit Namen begrüßt zu werden.

Weg war ich zwischendurch auch. Studium im Münster, Volontariat bei einer Musikzeitung in Krefeld, Werbetexter in Düsseldorf. Ich will diese Zeit gar nicht missen. Der Niederrhein zum Beispiel ist dem Oldenburger Münsterland durchaus artverwandt. Dennoch habe ich mich schon damals immer auf das Wochenende in Vechta gefreut. Beschreiben würde ich dieses Gefühl nicht als heimatlos, sondern eher als heimatfern.

Wenn ich Heimat an einem konkreten Ort festmachen müsste, ist das die ehemalige Dienstwohnung meiner Eltern in Vechta. Dieser riesige Garten mitten in der Stadt: Daran erinnere ich mich gerne. Das weckt Emotionen. 1965 kamen wir hier an, aus Oldenburg. Mein Vater war zum Oberkreisdirektor gewählt worden. Nicht nur deshalb lag ihm die Region Südoldenburg besonders am Herzen. Wie wichtig, und auch, wie eigenartig und überhaupt nicht selbstverständlich dieses Konstrukt ist, habe ich damals schon mitbekommen. Es wurde zu meiner Heimat.“

Fakten

  • Das Projekt Heimat.Los der OV und der Katholischen Akademie Stapelfeld wird von den Volksbanken, den HGVs Vechta/Damme und der Firma Cewe unterstützt.

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