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Wie ich zum Serientäter wurde

Meine Woche: Wenn (zu viel) vor der Glotze hocken Folgen hat.

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Mein Faible für Filme habe ich vor einigen Monaten an dieser Stelle bereits kundgetan. Mit Serien dagegen habe ich mich bisher eher schwergetan. Gut, als Kind zählten betuliche Vorabend-Klassiker wie „Ein Heim für Tiere“, „Unsere Hagebecks“, „Die Wicherts von nebenan“ oder „Ich heirate eine Familie“ zu meinen Favoriten. Später indes lag mir als Cineast die abgeschlossene Spielfilmhandlung mehr als das über mehrere Staffeln ausgeweitete serielle Erzählen. Überdies fehlt mir für vermeintliche Highlights wie „The Big Bang Theory“ offenbar ein Nerd-Gen, um das im Ansatz witzig zu finden.

Mittlerweile aber hat sich meine Meinung geändert. Mein Reinschnuppern in die schöne neue Serienwelt hatte Folgen – ohne, dass ich jetzt exzessives Binge Watching (frei übersetzt: Komaglotzen) betreiben würde. Einziges Problem: In der unüberschaubaren Flut an Produktionen, die heute auf dem Markt sind, den Überblick zu behalten, das zu finden, was einen wirklich interessiert. Denn, das zeigt ein Blick aufs einfallslose, von Prequels, Sequels und Reboots dominierte Franchise-Kino, die wahren kreativen Köpfe und Showrunner haben Hollywood längst den Rücken gekehrt, sind zu Netflix und Co. abgewandert. Und ihr Output ist enorm. Um das alles sehen zu können, von „Dark“ über „Stranger Things“, „Haus des Geldes“ bis „Westworld“, wie viele Leben wären da nötig? Allein um „Game of Thrones“ komplett zu durchblicken – die DVDs mit den ersten beiden Staffeln liegen noch verpackt in meinem Schrank – bräuchte ich wohl ein Jahr Intensivstudium in Westeroswissenschaften.

Immerhin sieben der neun Staffeln „American Horror Story“ habe ich schon geschafft, auch den empfehlenswerten deutschen Mystery-Geheimtipp „Weinberg“. Momentan betreibe ich Retro-Watching und arbeite mich seit Wochen durch 261 Folgen „Eine schrecklich nette Familie“. Zum Geburtstag gab's die komplette Kultserie aus den 1980/90ern mit Oberchauvi und Dauerloser Al Bundy in einer Box auf 33 DVDs. Das ist vulgär, sexistisch, nichts für Feingeister. Aber für 23 Minuten auch verdammt lustig.

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