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Wie gebrauchte Bücher neue Liebhaber finden

Die Bücherbörse im Industriemuseum Lohne bietet ein umfangreiches Sortiment zum kleinen Preis. Die Werke stammen dabei aus unterschiedlichsten Quellen.

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Auswahl lädt zum Stöbern ein: Bei dem umfangreichen Angebot dauert es nicht lange, bis man in den Reihen den ein oder anderen bekannten Buchrücken erspäht. Bei der Suche ist Gert Hohmann, ehrenamtlicher Mitarbeiter, gerne behilflich.  Foto: Seelhorst

Auswahl lädt zum Stöbern ein: Bei dem umfangreichen Angebot dauert es nicht lange, bis man in den Reihen den ein oder anderen bekannten Buchrücken erspäht. Bei der Suche ist Gert Hohmann, ehrenamtlicher Mitarbeiter, gerne behilflich.  Foto: Seelhorst

"Alte Bücher wegschmeißen, das tut mir in der Seele weh", sagt Benno Dräger. Er ist ehrenamtlicher Leiter des Industriemuseums Lohne, in dem am Wochenende (12. und 13. November) wieder die alljährliche Bücherbörse stattgefunden.  Besucher konnten sich dort für den Preis von jeweils einem einzigen Euro (oder 50 Cent bei Kinderbüchern) mit gebrauchten Büchern verschiedenster Genre (Krimis, Roman, Geschichte, Bildbände, Kochbücher und mehr) eindecken.

"Uns ist es wichtig, dass die Literatur nicht in die Tonne geht, sondern neue Liebhaber findet", fügt Dräger hinzu, der zudem Vorsitzender des  Museumsvereins ist. Aus diesem Grund wurden auch in diesem Jahr im Anbau des Museums wieder zahlreiche lange Tischreihen aufgestellt, auf denen – nach Genre sortiert – die Bücher auslagen, allzeit bereit, in die Hand genommen und begutachtet zu werden und einen neuen Besitzer zu finden.

Das Angebot wurde gut angenommen. So tummelten sich Interessierte und Lesebegeisterte an den Tischen und stapelten allmählich ihre Funde. Viele Kunden seien dabei nicht zum ersten Mal hier, so wie eine Frau, die sich mit Kinderbüchern eindeckte.

Viele Besucher verließen die Börse mit einem Stapel oder gleich einem Karton voller Bücher

Auch eine ältere Frau sagte, sie käme jedes Jahr. Dabei schaffe sie es immer wieder etwas zu finden, beispielsweise für ihren Neffen. Es sei eine tolle Sache, dass es so viele verschiedene Gebiete zu so einem Preis gäbe – bei den Romanen habe sie sogar schon das eine oder andere neue Buch gesehen.

Doch auch Börsenneulinge waren gekommen und schauten sich neugierig um. Eine junge Frau sagte, sie habe von einer Freundin von der Börse erfahren. "Bücher interessieren mich immer", sagte sie und entschied sich, einen Blick zu riskieren – ihr Fazit: Man könne hier viel Zeit verbringen.

Das Publikum war, wie das Angebot, bunt gemischt, und auch Familien mit Kindern stöberten in den Reihen. So erzählte ein Familienvater, er habe die Börse rein zufällig bei einem Spaziergang entdeckt. Buchinteressiert wie er sei, habe er sich sofort aufgemacht – mit einem positiven Zwischenfazit: "Tolles Angebot, dass die Bücher nicht im Altpapier landen", freute er sich und lobte die Sortierung und die große Fläche. Bereits nach 5 bis 10 Minuten habe er schon einiges Interessantes gesehen.

Neben Einzelbüchern findet sich auch die ein oder andere Reihe: Als Highlight präsentiert Gert Hohmann, ehrenamtlicher Mitarbeiter, einen ganzen Karton voll mit Edgar Wallace Bänden. Foto: Seelhorst Neben Einzelbüchern findet sich auch die ein oder andere Reihe: Als Highlight präsentiert Gert Hohmann, ehrenamtlicher Mitarbeiter, einen ganzen Karton voll mit "Edgar Wallace" Bänden. Foto: Seelhorst 

Zu den einzelnen Büchern gesellen sich teilweise auch komplette Buchreihen

Das Angebot schien die Besucher zu überzeugen, denn kaum jemand ging mit leeren Händen nach Hause – meist waren es sogar mehrere Bücher. "Beeindruckend, wie viele Bücher es gibt", lobte eine weitere Besucherin.

Die Menge setzte sich aus unterschiedlichsten Quellen zusammen, beispielsweise aus Schenkungen, Nachlässen oder ausgedienter Lagerware der Bibliotheken. In Partnerschaft mit der Heimatbibliothek Vechta, der Bibliothek des bischöflichen Offizialats Vechta und des Heimatvereins Lohne werden diese das gesamte Jahr über gesammelt und anschließend magaziniert, erklärte Dräger.

Zur Börse werde dann eine Auswahl von 8 bis 9 Paletten mitgenommen. Allein diese Menge sei so gewaltig, dass mehr da sei, als ausgelegt werden könne.

Jedes Jahr mache die Börse ungefähr 1000 Euro Umsatz, sprich mindestens 1000 Bücher erhalten "ein zweites Leben". Abseits der Bücherbörse versorgt das Museum auch einen hauseigenen Bücherschrank im Eingangsbereich, an dem sich Interessierte bedienen können. Dieser wird aus den Beständen stetig aktualisiert, sodass immer etwas Neues auf einen wartet.

Umfangreiches Angebot: Tischeweise stapeln sich die Bücher im Saal - auf der rechten Seite geht es genau so weiter. Foto: SeelhorstUmfangreiches Angebot: Tischeweise stapeln sich die Bücher im Saal - auf der rechten Seite geht es genau so weiter. Foto: Seelhorst

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