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Wie ein Steinbrocken das Leben von Heinrich Meyer auf den Kopf gestellt hat

Der in Cloppenburg geborene Bildhauer stellt seine Werke im Gerhard-Marcks-Haus in Bremen aus. "Ein Stein kann immer überraschen", sagt er.

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Ausstellung "Panorama": Heinrich Meyer präsentiert seine Kunst im Gerhard-Marcks-Haus in Bremen. Foto: Gerhard Marcks Haus Bremen/ Sandra Beckefeldt

Ausstellung "Panorama": Heinrich Meyer präsentiert seine Kunst im Gerhard-Marcks-Haus in Bremen. Foto: Gerhard Marcks Haus Bremen/ Sandra Beckefeldt

Angefangen hat alles mit einem 70-Kilo-Steinbrocken aus Bad-Kreuznach. Den bekam Heinrich Meyer von einem dortigen Bildhauer, den er 1992 auf einer Amerika-Reise in Mexiko kennengelernt und danach besucht hat. An dem Stein machte er seine ersten Erfahrungen als Bildhauer und die Bildhauerei ließ ihn nicht mehr los. Oder wie Meyer sagt: "Es wurde immer mehr Stein und bald nur noch Stein."

Der in Cloppenburg geborene Künstler stellt bis zum 13. Februar 2022 im Gerhard-Marcks-Haus in Bremen seine neuesten Werke in der Ausstellung "Panorama" aus. Meyers Ansatz ist, die im Naturstein vorhandenen Zeichnungen zu erhalten und so Landschaftsbilder zu erschaffen. Häufig muss er sich mit seinen Ideen am Stein orientieren, denn ein Stein, erklärt er, "kann einen immer überraschen". Er meint damit Risse und Muster, die erst im Inneren des Gesteins zutage treten können.

Nach dem Abitur studierte Meyer Geografie und Musik

Meyer lebt und arbeitet in Hamburg, dort hat er auch sein eigenes Atelier. Zuvor hatte er nach seinem Abitur am Clemens-August-Gymnasium Geografie und Musik studiert und von 1990 bis 1993 als Autor für Radio und Printmedien gearbeitet – bis der 70-Kilo-Marmorbrocken aus Bad Kreuznach sein Leben in völlig andere Bahnen lenkte. 

Sein Material bekommt Meyer meist von Steinwerken aus dem Mittelgebirge. Diese importierten tonnenweise Gestein. "Da fällt immer mal ein Stück für mich ab." Aber auch aus dem Ausland nehme er manchmal Arbeitsmaterial mit nach Hause. Auf seinen häufigen Reisen hält er immer mal wieder nach Steinen Ausschau, zum Beispiel in Italien, Spanien oder Griechenland.

Luft, Sunset, Zelt oder Brise

Meyers Werke erwecken den Eindruck, "als würde sich das Gesehene aus der Logik des Steins ergeben", heißt es in einer Pressemitteilung des Gerhard-Marcks-Hauses anlässlich der Ausstellung: "Sie potenzieren das 'Sowohl-als-Auch' der Bildhauerei, immer Material und Bild gleichzeitig zu sein." Seine neueste Ausstellung könne jeder verstehen, auch der Laie, erklärt der 58-Jährige. 18 Werke stellt er aus. Sie tragen unter anderem die Namen "Luft", "Sunset", "Zelt" oder "Brise", bearbeitet hat er sie mit Hammer, Meißel, Flex und Schleifmaschine.

Wer Heinrich Meyers Werke außerhalb der Ausstellung sehen möchte, kann sie in der Galerie Herold in Hamburg oder auf Sylt finden. Schon seit zwölf Jahren stellt der Künstler seine Werke dort aus. 

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