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Wie die Musikschule den digitalen Wandel vorantreibt

Die Einrichtung hat ein Konzept zum Distanzlernen erarbeitet. Bei der Umsetzung helfen auch gut 30.000 Euro, die die Musikschule durch zwei Fördertöpfe einwerben konnte.

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Die Verantwortlichen der Musikschule Lohne begreifen die Corona-Pandemie als Chance, um die Digitalisierung der Einrichtung voranzutreiben. Foto: dpa/Kahnert

Die Verantwortlichen der Musikschule Lohne begreifen die Corona-Pandemie als Chance, um die Digitalisierung der Einrichtung voranzutreiben. Foto: dpa/Kahnert

Die Herausforderungen annehmen und die Chancen in der Krise suchen: Nach diesem Credo arbeitete die Musikschule Lohne im vergangenen Jahr. Als Einrichtung der musisch-kulturellen Bildung habe man dauerhaft auf Einschränkungen reagieren müssen, beschreibt der stellvertretende Schulleiter Werner Bornhorst die Situation laut einer Mitteilung. Dies sei mit großen Anstrengungen verbunden gewesen. "Es war ein Jahr, in dem man wichtige Veranstaltungen absagen, diese Absagen verwalten, Organisationsabläufe und Raumpläne anpassen, Hygienepläne entwickeln und im Zeitraffer ein Konzept für die digitale Distanzlehre aus dem Boden stampfen musste."

Ein gewisser Stolz klingt laut Mitteilung durch, wenn Bornhorst und Musikschulleiter Michael Gudenkauf über ihre Strategien zur Krisenbewältigung berichten. So habe man im März sehr schnell damit begonnen, die unterschiedlichen Möglichkeiten, Schülerinnen und Schüler außerhalb des Präsenzunterrichts zu betreuen, zu erarbeiten. Im Frühjahr und Sommer sei dann der Fokus auf die Entwicklung eines Hygienekonzepts verschoben worden, die unter anderem auch 9 Innenhofkonzerte zuließen.

In der aktuellen Phase des Lockdowns schließlich sei dann, so heißt es weiter, auf Basis der Erkenntnisse zur digitalen Betreuung ein umfangreiches Konzept zum "digital gestützten Distanzlernen" entwickelt worden. Nähere Informationen dazu seien auf der Webseite der Musikschule (www.musikschule-lohne.de) zu finden, heißt es in der Mitteilung.

Keyboard lernen auf Distanz: Der Lohner Musikschullehrer Tom Schirner unterrichtet die Schülerin Lena Bellersen. Die Schule hat eigens dafür neue Hardware angeschafft. Foto: GudenkaufKeyboard lernen auf Distanz: Der Lohner Musikschullehrer Tom Schirner unterrichtet die Schülerin Lena Bellersen. Die Schule hat eigens dafür neue Hardware angeschafft. Foto: Gudenkauf

Gudenkauf erklärt, dass Musikschulen keine Förderung aus den Bundesmitteln des Digitalpakts Schule erhalten können. "Eine Chance in der Corona-Krise war allerdings, dass auch für Vereine Fördertöpfe eröffnet wurden, um bei der allgemeinen digitalen Transformation nicht den Anschluss zu verlieren. So konnten wir über die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt sowie die Maßnahme ‚Digitalbonus Vereine Niedersachsen‘ insgesamt gut 30.000 Euro akquirieren, um eine sichere Infrastruktur in der Verwaltung aufzubauen, iPads für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Verfügung zu stellen und unsere Unterrichtsräume mit Präsentationsgeräten auszustatten."

Akut helfe das derzeit, um Homeoffice ermöglichen und digitalen Distanzunterricht anbieten zu können. Langfristig verfolge man aber andere Ziele, sagt Gudenkauf. "Dauerhaft ist es unser Ziel, die digitalen Medien weniger dafür zu nutzen, um Ersatzangebote zu entwickeln, sondern vielmehr unser Kernangebot um Möglichkeiten zu erweitern", erläutert der Musikschulleiter. Ein Beispiel sei das Abspielen von Musikstücken in langsameren Tempi und einfacheren Tonarten über Apps wie Anytune oder Amazing Slow Downer. Auch durch die großen Bildschirme in den Unterrichtsräumen sei es gut möglich, sagt Gudenkauf, besonders im Gruppenunterricht mit jüngeren Kindern spielerische Aspekte in den Unterricht aufzunehmen.

Musiktheorie und Gehörbildung: Neue Angebote in Planung

Weiter sagt er: "Im Blick haben wir zum Beispiel Musiktheorie und Gehörbildung. Es ist häufig nur ganz schwer möglich, das Thema in den Unterrichtseinheiten unterzubringen. Die neuen Möglichkeiten werden uns dabei helfen, dies zum Beispiel spielerisch zu tun oder auch spezielle Angebote zu schaffen, die unsere Schülerinnen und Schüler besuchen können."

Im Moment beschäftige man sich mit dem Thema Schnupperstunden. Bornhorst führt aus: "Gerade ist es wohl nicht aussichtsreich, dass unser Frühlingsfest, bei dem Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene, unsere Lehrkräfte und die Instrumente kennenlernen können, stattfinden darf." Stattdessen wolle man aktiv anbieten, dass sich Interessierte bei der Verwaltung für eine kostenfreie und unverbindliche Schnupperstunde anmelden können.

Bornhorst sagt: "Wenn die Schnupperstunden nicht in Präsenz stattfinden dürfen, so werden wir im März ein Konzept erarbeiten, wie diese auch online angeboten werden können." Auch für die beliebten Akkordeonkurse erarbeite man gerade ein spezielles Angebot, falls diese aufgrund der Einschränkungen nicht stattfinden dürfen.

  • Info: Interessierte können sich unter Telefon 04442/921600 melden. Aufgrund der unregelmäßigen Besetzung der Verwaltung empfiehlt die Musikschule aktuell die Kontaktaufnahme via E-Mail: info@musikschulelohne.de.

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