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Who can live without it?

Kolumne: Die Generation Z zeigt's Ihnen - Es gibt sie noch: die CD. Der Umgang mit Musik unterscheidet sich von Mensch zu Mensch und Generation zu Generation.

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„Music was my first love and it will be my last“: Die Zeilen von John Miles bringen mit Blick auf sein Ableben Melancholie mit sich. Emotionen auszulösen, ist eine Kunst der Musik. Doch der Umgang mit Musik kann von Mensch zu Mensch anders sein und ist ein Thema der Generationen. Das ist mir in letzter Zeit bewusst geworden.

„Augen zu, Musik an“: Grund dafür war Baulärm in unserer Redaktion. Wenn das Bohren und Hämmern mal wieder unerträglich laut wurde, half nur noch eines: Kopfhörer auf und die Musik ganz laut. Ähnlich wie im Song von Bosse sagt man ja auch: „Kopf aus, Musik an“. Ich gehöre eigentlich nicht zu der Art Mensch, die sich bei Musik besser konzentrieren kann. Aber alles ist besser als das Geräusch eines Presslufthammers.

„Das letzte Einhorn lebt“: Ich gehöre noch zu einer anderen Art: Ich habe keinen Musik-Streamingdienst abonniert. Kein Spotify, Deezer, Apple und wie sie alle heißen. Die Reaktion Gleichaltriger der „Generation Streaming“: Ich werde angeschaut, als hätten sie gerade das letzte Einhorn gesehen. Dabei trifft das Lied von Ella Endlich nicht mal meinen Geschmack. „Und, wie hörst du dann Musik?“

"Ohne Musik möchte ich trotzdem nicht leben. Egal in welchem Alter und ob auf Vinyl, CD oder rein digital."Fenja Hahn

„Within the sound of silence“: Ich verstehe die Angewohnheit von uns Millennials nicht, ständig und überall musikalisch begleitet werden zu müssen. Noch schlimmer sind diejenigen, die keinen Schritt ohne Bluetooth-Box gehen – damit auch alle anderen in den Genuss ihres auserwählten Musikgeschmacks kommen. Nein, danke, mein Soundtrack des Lebens ist The Sound of Silence – und damit meine ich nicht das Lied von Simon & Garfunkel, sondern Ruhe.

„Du da im Radio“: Im Auto höre ich Radio, da läuft nie Rolf Zuckowski. Oder – das sorgt immer für Lacher – ich suche mir in meiner Sammelhülle eine CD. Das ist so oldschool, als hätte ich ein Grammophon angeschmissen. Ja, richtig gehört, die guten alten Compact-Discs gibt es noch – und ich kaufe sie. Ah, du bist das also, denkt sich die Musikindustrie. Nur rund 109 Millionen CDs wurden 2021 verkauft, mittlerweile hat sogar Vinyl die kompakte Scheibe eingeholt.

„Who can live without it?“: Dagegen meldet der schwedische Streaming-Riese Spotify 406 Millionen aktive Nutzer monatlich. Das Durchschnittsalter liegt bei 27. Ich bin also die Zielgruppe und in der Außenseiterrolle. Das merke ich, wenn die Spotify-Jahresrückblicke Instagram füllen. Bei den angegebenen Stundenzahlen gehörter Musik kann ich wohl über mein ganzes Leben nicht mithalten. Ohne Musik möchte ich trotzdem nicht leben. Egal in welchem Alter und ob auf Vinyl, CD oder rein digital – ganz nach einer anderen musikalischen Institution aus Schweden sage ich: „Thank you for the Music."


Zur Person:

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