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„Wer gibt, der bekommt auch etwas zurück“

Heute: Conrad Niemeyer aus Bollingen. Südoldenburger und ihre Gedanken zu Kreuz und Christentum: Das ist der Stoff der Serie „Mut zum Kreuz“.

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Der 81-jährige Conrad „Kurt“ Niemeyer aus Bollingen hat sich Zeit seines Lebens kommunalpolitisch und sozial engagiert. Vor drei Jahren war der Träger des Bundesverdienstkreuzes selbst auf Hilfe angewiesen. Er erkrankte schwer. Die Rettung – davon ist er überzeugt – kam aus dem fernen Indien, von einem Wunder wirkenden Kreuz.

„Es ist nur ein ganz kleines, unscheinbares Kreuz, aber ich glaube wirklich daran. Es hat mir vor drei Jahren zurück ins Leben geholfen. Es war auf einer Studienfahrt mit dem Heimatbund Oldenburger Münsterland, als ich in der ersten Nacht in Utrecht schwer erkrankte. Es ging nichts mehr. Unsere Kinder haben mich abgeholt und ins Krankenhaus nach Leer gebracht, wo ich sofort auf die Intensivstation kam.

Die Ärzte haben viel versucht, fanden aber die Ursache nicht, und es wurde immer schlimmer. Drei Wochen vergingen und zum Schluss konnte ich mich noch nicht einmal mehr verständlich machen. Ich lag auf Leben und Tod.

Doch da half mir Theresa, eine Ordensschwester aus Indien. Ihre Lehrschwester war meine Tante, Schwester Maria Surana, geborene Gesina Niemeyer, von den Franziskanerinnen in Münster St. Mauritz. Schwester Theresa hat unsere Familie mehrfach besucht.

Meine Schwägerin Margret hat immer für Schwester Theresas Arbeit mit den Lepra-Kranken gesammelt. Wir alle hier in Bollingen haben sie sehr unterstützt, auch beim Bau von Schulen, Krankenhäusern und vor allem Brunnen.

Als sie von meiner schweren Krankheit erfuhr, schickte sie mir das kleine Kreuz und einige Zeilen. Mit dem Wunderkreuz werde ich genesen, ich solle viel beten und auf Gott vertrauen, denn ich würde noch einige Zeit auf dieser Welt gebraucht.

Und ich habe gebetet, mit dem Kreuz in der Hand und oft mit Tränen in den Augen. Nach einer Woche kam ich schon ohne Beatmung zurecht und dann bin ich vollständig genesen. „Sie haben ein zweites Leben bekommen. Danken Sie Gott für seine Größe und Güte – und arbeiten sie nicht zu viel“, schrieb mir Schwester Theresa danach voller Freude.

Das Kreuz nehme ich seitdem nicht jeden, aber fast jeden Morgen nach dem Aufstehen in die Hand und bete – auch zur Muttergottes. Der Glaube und die Liebe können alles bewirken. Ich glaube, wir haben über Schwester Theresa vielen Menschen in Indien helfen können.

Heute bin ich überzeugt: Wer gibt und anderen hilft, der bekommt auch etwas zurück.“

Fakten

  • Am 30. Juli: Sadet Alarslan aus Dinklage.
  • „Mut zum Kreuz!“ ist ein Projekt der Kardinal-von-Galen Stiftung Burg Dinklage, der OV und der Münsterländischen Tageszeitung in Cloppenburg.
  • Anlass für das Projekt sind der 70. Todestag des Seligen Clemens August Kardinal von Galen im März 2016 und die Rückschau auf den Kreuzkampf im Oldenburger Münsterland vor 80 Jahren.
  • Der 1878 auf Burg Dinklage geborene Kardinal predigte gegen die Euthanasie-Morde der Nazis. Im Kreuzkampf protestierten 1936 Südoldenburger öffentlich und mit Erfolg gegen die von den Nazis angeordnete Entfernung der Kreuze aus katholischen Konfessionsschulen.
  • Ab dem 18. September findet eine Ausstellung auf Burg Dinklage statt.
  • Im November erscheint ein Buch zum Thema.
  • „Mut zum Kreuz!“ wird unterstützt von der LzO und der CEWE-Stiftung in Oldenburg.

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