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Weniger Besucher gehen seit 2G-Plus ins Theater

Vor jedem Theaterbesuch einen offiziellen Corona-Test machen - für viele Menschen ist das zu aufwendig. In Theatern und Kinos bleiben deswegen viele Plätze leer.

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Symbolfoto: dpa

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Theater in Niedersachsen verzeichnen seit der Einführung der 2G-plus-Regelung einen deutlichen Rückgang der Besucherzahlen. Das hat eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergeben. Seit dem 1. Dezember dürfen in weiten Teilen Niedersachsens nur noch Geimpfte und Genesene, die zusätzlich einen negativen Test vorlegen können, ins Theater gehen.

«Für viele Leute ist das eine große Hürde», sagte der Pressesprecher des Schauspiel Hannover, Nils Wendtland. Die Ticketnachfrage sei deutlich zurückgegangen. Problematisch sei vor allem, dass es nicht genügend Teststationen gäbe. Einige Theaterfreunde würden gerne kommen, bekämen aber keinen Termin für einen Corona-Test. Manche Besucherinnen und Besucher freuten sich auch über die strengen Hygienevorgaben und fühlten sich dadurch sicherer.

Oldenburgisches Staatstheater legt Untergrenze fest

Auch im Oldenburgisches Staatstheater ist dies der Fall, wie die Sprecherin Ulrike Wisler sagte. Ihr zufolge variieren die Besucherzahlen trotzdem stark. Am Wochenende seien zwei Veranstaltungen des Hauses ausverkauft gewesen. Bei Vormittagsveranstaltungen sehe das anders aus. «Letzten Freitag hätten wir eigentlich vor 480 Schülern gespielt, aber es waren nur 150 da.» Für sein kleines Haus hat das Staatstheater inzwischen eine Untergrenze festgelegt: Wenn weniger als 50 von insgesamt 350 Plätzen besetzt sind, wird die Veranstaltung abgesagt. «Weil das für das Ensemble zu traurig ist.»

Zentral für alle Theater ist, dass sie offen bleiben können. «Vor einem Jahr waren wir in einem Lockdown und konnten gar nicht spielen», sagte Christian Mädler, Sprecher des Scharoun Theater in Wolfsburg. Die Spielstätte hatte sich vor der Einführung von 2G-plus dazu entschieden, nur 50 Prozent der Plätze zu besetzen. Stornierungen gebe es bisher wenige. Für alle Theater sei es eine positive Entwicklung, dass die Testpflicht für Besucher mit Booster-Impfung entfalle.

Die Staatsoper Hannover musste nach einem Corona-Ausbruch unter Beschäftigten alle Vorstellungen und Proben bis einschließlich Sonntag abgesagt.

In Kinos bleiben die Ränge oft leer. Nach Angaben des Kinoinhabers Thorben Scheller ist der Umsatz in seinen drei Spielstätten in Hannover um 80 Prozent zurückgegangen. Der deutschlandweite Kinoverband HDF Kino fordert die Politik zum Handeln auf. «Ansonsten kommt im nächsten Jahr eine große Insolvenzwelle auf uns zu», sagte die Vorstandsvorsitzende Christine Berg. Nach fast zwei Jahren Pandemie seien alle Reserven aufgebraucht.

Seit Samstag benötigen Menschen mit einer Auffrischungsimpfung keinen negativen Corona-Test mehr, um zum Beispiel ins Kino zu gehen. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sind davon ausgenommen. Derzeit arbeitet die Landesregierung an einer überarbeiteten Corona-Verordnung, die am Samstag in Kraft treten soll. Damit könnten sich auch für Theater und Kinos in wenigen Tagen neue Regeln ergeben.

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