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Warum Luzie Uptmoor in Lohne von einem Stromkasten lächelt

Der Graffiti- und Street-Art-Künstler Nils Freye hat im Auftrag der Stadt den Schrank am Rathaus-Parkplatz verschönert. Die Kunstaktion könnte der Auftakt einer längeren Kooperation sein.

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Stromkasten-Kunst: Der Vechtaer Nils Freye hat das Luzie-Uptmoor-Porträt samt Zitat geschaffen. Foto: Timphaus

Stromkasten-Kunst: Der Vechtaer Nils Freye hat das Luzie-Uptmoor-Porträt samt Zitat geschaffen. Foto: Timphaus

Lohne trägt seit 2014 den Titel "Frauenort Luzie Uptmoor". Damit soll auf das kulturelle Erbe von einer der prominentesten Töchter der Stadt aufmerksam gemacht werden. Das Konterfei der Künstlerin und das Zitat "Heimweh habe ich bis über beide Ohren" prangen jetzt auf einem Stromkasten, der am Rathaus-Parkplatz steht.

Der Graffiti- und Street-Art-Künstler Nils Freye aus Vechta hat das Kunstwerk geschaffen. Der 33-Jährige, der gebürtig aus Berlin stammt, momentan an seiner Masterarbeit Soziale Arbeit schraubt und seit 11 Jahren in der Kreisstadt lebt, war an die Stadt Lohne herangetreten und hatte nachgefragt, ob Interesse an einem Projekt bestehe.

"Dass wir Luzie Uptmoor als Motiv nehmen, war uns eigentlich sofort klar."Christian Trombrägel, Sprecher der Stadt Lohne

Das war der Fall. Laut Stadtsprecher Christian Tombrägel hatte die Stadt ohnehin beabsichtigt, den Stromkasten zu sanieren. "Immer wieder werden Fassaden und Stromkästen mit der Ziffer ‚493‘ verschandelt."

Zunächst waren bürokratische Hürden zu überwinden, da der Stromkasten sich nicht in Besitz der Stadt befindet. Als dieses Hindernis aus dem Weg geräumt war, ging es schnell. "Dass wir Luzie Uptmoor als Motiv nehmen, war uns eigentlich sofort klar", sagt Tombrägel.

Freye durfte sich ans Werk machen. Da Graffiti-Sprayer oft illegal wirken, erweckte auch die Aktion des Vechtaers zunächst Argwohn. So erkundigte sich Dagmar Krapp, Ehefrau des früheren Rechtsanwalts und Ehrenpräsidenten des Schützenvereins Burkhard Krapp, was der 33-Jährige da treibe. "Nachdem ich sie aufgeklärt hatte, hat sie mich unter anderem mit einem Tee namens ‚Lohner Schätzchen‘ verköstigt", lacht Freye.

Die Stadt und der Street-Art-Künstler planen nun, ihre Kooperation auszubauen – der erste Stromkasten soll nicht der letzte gewesen sein. "Ich hoffe, dass es weitergeht", sagt auch Freye.

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